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Borreliose & Hormone

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Dieser Beitrag ist seit dem 08.10.2003 auf dieser Webseite

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 Chronische Borreliose und die Rolle der Hormone

von Maya Mayruff

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1. Zusammenfassung
2. Einleitung
3. Hormone und die Rolle der Schilddrüse
4. Die Hypothyreose
4.1 Wie wird Hypothyreose festgestellt?
4.2 Das T4/T3-Problem
5. Progesteronmangel/Östrogendominanz
5.1 Die Rolle der Pille bei der Östrogendominanz
6. Symptome der Hormonstörung
7. Auswirkungen von Hormonstörungen auf den Borreliosekranken
8. Erprobte und mögliche Therapieansätze
9. Zukunftsperspektiven
10. Danksagung
11. Literatur

 

1. Zusammenfassung

In diesem Artikel werden mögliche Zusammenhänge zwischen Lyme-Borreliose, Hypothyreose und Östrogendominanz und deren Auswirkungen auf den Organismus vorgestellt. Dabei wird die Rolle der Hypothyreose sowie möglicher  Störungen des weiblichen Hormonkreises, insbesondere der Progesteronmangel, besonders betrachtet. Außerdem werden die wahrscheinlichen Auswirkungen speziell auf den Borreliosebetroffenen besprochen sowie mögliche zukünftige und bereits erprobte Therapieansätze vorgestellt.

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2. Einleitung

Viele Borreliosekranke haben immer noch Symptome und fühlen sich elend, obwohl sie sogar mehrere Antibiotikabehandlungen bekommen haben. Gibt es doch ein „Post-Lyme-Syndrom?“ Was ist mit der Theorie der Erregerpersistenz? Stimmt es also doch, was manche Ärzte und Betroffene sagen - einmal borreliosekrank, immer borreliosekrank? Ich ging auf die Suche nach eventuellen anderen Ursachen und kam mit der Thematik Hormonstörungen und deren Behandlung mit natürlichen Hormonen in Kontakt. Durch die folgende Beschäftigung mit Hormonen und ihren Wirkungen fand ich eine mögliche Lösung für die noch vorhandenen Symptome. Diese mögliche Lösung für viele, besonders jedoch für weibliche Borreliosebetroffene möchte ich im folgenden beschreiben und aufzeigen, wie Hormonstörungen mit Borreliose zusammenhängen. Es liegt allerdings in der Komplexität der Sache, dass ich hier die Thematik jeweils nur streifen kann und mich auf die allerwichtigsten Punkte beschränken muss. Der weitergehend interessierte Leser wird gebeten, sich unter den entsprechenden Links (z.B. www.borreliose.de, www.borreliose.org) bzw. Literaturangaben ausführlicher zu informieren.

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3. Hormone und die Rolle der Schilddrüse

 

Im Roche-Medizinlexikon (www.gesundheit.de/roche/) steht unter Hormone folgendes: „physiologische Substanzen, die vom Organismus (meist in endokrinen Drüsen) selbst produziert werden, ihre Zielorgane über den Blut- oder Lymphweg erreichen u. dort den Stoffwechsel u. die Reproduktion in charakteristischer Weise beeinflussen. Sie werden bei Bedarf aus gespeicherten Vorstufen (Hormonogene) oder aber kontinuierlich gebildet (z.B. die nicht speicherbaren Steroidhormone). Ihre Sekretion steht unter Kontrolle von Regelkreisen, z.B. auch unter Steuerung durch das hormonale Hypophysen-Zwischenhirn-System, das seinerseits durch nervale Reize u. durch das »Zentrum« des zirkadianen Rhythmus gesteuert wird.“ Soweit die gekürzte Fassung.

 

Hormone sind also Absonderungen von besonderen inneren Organen, die bestimmte Funktionen zu erfüllen haben, z B. die Fortpflanzung sicherzustellen. Andere Hormone beeinflussen unseren Schlaf, oder werden frei, wenn der Körper in Stress gerät. Hormone beeinflussen den Stoffwechsel und die Psyche, hierzu zählen insbesondere das Insulin der Bauchspeicheldrüse und die Schilddrüsenhormone. Hormone sind also lebenswichtige Stoffe, ohne die unser Körper nicht funktionieren würde. Leider weiß man in der Medizin noch nicht allzu viel von Hormonen und ihren Wirkungsweisen, die Forschungen hierzu stehen erst am Anfang. Für den Borreliosekranken sind die Hormonregelkreise der Schilddrüsenhormone und der Fortpflanzungshormone, hier bei Frauen vor allem die Östrogene und das Progesteron wichtig. Ich will nun im folgenden insbesondere auf die Schilddrüse eingehen.

 

Die Schilddrüse ist  ein schmetterlingsförmiges Organ, das im unteren Hals unterhalb des Adamsapfels angesiedelt ist und dort das lebenswichtige Schilddrüsenhormon bildet – nämlich etwa 20 % Trijodthyronin (T3) und etwa 80 % Thryronin (T4). Die Schilddrüsenzellen sind übrigens die einzigen Körperzellen, die Iod absorbieren können. Mit diesem Schilddrüsenhormon werden sämtliche Stoffwechselvorgänge im Körper gesteuert. Ich will mich hier jedoch nur auf die Unterfunktion, die Hypothyreose, beschränken, weil so vielfältige schwerwiegende Gesundheitsstörungen die Folge sind, die zudem in den meisten Fällen gar nicht als Folge einer Hypothyreose erkannt werden. Eng verflochten mit der Schilddrüse sind alle anderen Drüsen- bzw. Hormonsysteme im Körper. Funktioniert ein System nicht bzw. nur mangelhaft, sind alle anderen Systeme ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Auch die Anti-Baby-Pille und andere hormonelle Verhütungsmittel greifen radikal in den Hormonhaushalt ein, und zwar in den der Schilddrüse wie in den der weiblichen Geschlechtshormone gleichermaßen. Ich will nun kurz auf die Hormonstörungen im Einzelnen eingehen.

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4. Die Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

 

Eine Hypothyreose entsteht aus den unterschiedlichsten Gründen. Vor allem durch eine Veranlagung, die vererbbar ist. Wenn also in der Familie bereits Schilddrüsenerkrankungen bekannt sind, ist die Wahrscheinlichkeit, ebenfalls an einer Schilddrüsenstörung zu erkranken, extrem hoch. Weitere Gründe sind Autoimmunerkrankungen (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis www.hashimotothyreoiditis.de), Schilddrüsen-Operationen, Tumore, Einnahme bestimmter Medikamente wie z. B. Antidepressiva und Herzmittel, Viruserkrankungen (allen voran das Epstein-Barr-Virus), Schwangerschaft, Menopause, die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel, Rauchen, toxische Chemikalien, Verstrahlungen (nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl erkrankten überdurchschnittliche viele Menschen in der Gegend um Tschernobyl an Schilddrüsenkrebs weil sie radioaktives Iod aufgenommen hatten), HWS-Schleudertraumen, Krankheiten im allgemeinen, das Alter und nicht zuletzt der Iodmangel, der in vielen Gebieten Deutschlands endemisch ist [2].

 

Außerdem wird die Hypothyreose wahrscheinlich durch eine Lyme-Borreliose selbst ausgelöst. So schreibt Dr. Burrascano bereits 1998 in seinen diagnostischen Richtlinien: „Da die Lyme-Krankheit mit einer fehlerhaften Aktivierung des Thyroxins (T4) in Verbindung gebracht wird, sollte der Spiegel des freien Trijodthyronins (fT3) mittels Radioimmunassay bestimmt und die morgendliche Basaltemperatur gemessen werden. Liegt eine Hypothyreose vor, sollten T3-Präparate verordnet werden.“ [7]. Und auch in seinen neuesten Richtlinien vom November 2002 weist Burrascano erneut darauf hin, dass durch eine Borreliose eine Hypothyreose bzw. entsprechende Symptome entstehen können. Es sei wahrscheinlich, dass diese durch eine Blockade der Hormonrezeptoren ausgelöst würde. Nur der Vollständigkeit halber sei hier noch einmal Burrascano zitiert, der an gleicher Stelle auch die Insulinresistenz der Zellen erwähnt, die bei Borreliosekranken höchstwahrscheinlich Auslöser für Übergewicht ist. Insulinresistenz heißt, dass die Bauchspeicheldrüse zwar genügend Insulin bildet, dies aber von den Zellen nicht aufgenommen werden kann. Die Ursachen hierfür sind unbekannt, man nimmt aber an, dass es sich auch hierbei um Störungen an den Rezeptoren handelt. [9, 10]

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4.1 Wie wird Hypothyreose festgestellt?

 

In Deutschland existiert bisher nur ein Bluttest, bei dem der TSH-Wert (= Thyroidea-Stimulating-Hormon) und die im Blut gespeicherten Schilddrüsenhormone T4 und T3 sowie die freien Hormone fT3 und fT4 gemessen werden. Leider gibt es noch keinen Speicheltest für Schilddrüsenhormone, der die in der Zelle aktiven Hormone messen könnte (dieser existiert aber bereits für andere Hormone).  Besondere Beachtung erfährt bei dieser Blutuntersuchung der TSH-Wert. Der Normbereich für diesen Wert ist von Labor zu Labor verschieden, aber wohl immer zu hoch. Man hat an Gesunden beobachtet, dass ihr TSH-Wert um 1 herum lag. In den USA ist der Normbereich des TSH-Wertes inzwischen auf 0,5 bis 3,0 mU/l gesenkt worden. Es ist also dringend zu vermuten, dass die in Deutschland geltenden Werte nach wie vor viel zu hoch sind und viele Menschen als normalwertig gelten, obwohl sie tatsächlich an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden (www.thyroid-info.com). Eine Hypothyreose wird ausschließlich mit Schilddrüsenhormon behandelt, eine naturheilkundliche Behandlung gibt es hier nicht. Jedoch gibt es in den USA ein natürliches Schilddrüsenhormon (z. B. Armour-Thyroid), das aus getrockneten Schweineschilddrüsen hergestellt wird und außer T4 und T3 auch andere Schilddrüsenhormone enthält. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass  diese anderen Hormone ebenfalls sehr wichtig sind. Armour Thyroid ist verschreibungspflichtig und über internationale Apotheken auch in Deutschland erhältlich [2].

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4.2 Das T4/T3-Problem

Es gibt jedoch auch Patienten, bei denen weder T4 allein noch T4 mit T3 kombiniert noch das natürliche Schilddrüsenhormon Hilfe bringt. Deshalb müssen hier weitere Faktoren unbedingt beachtet werden. Die gängige Lehrmeinung sagt ja, der Körper bzw. die Organe können jederzeit T4 in das eigentliche stoffwechselaktive Hormon T3 umwandeln (= Konversion).  Dieser Konversionsprozess kann jedoch beeinträchtigt sein z. B. durch körperliche Belastungen wie Krankheit (Borreliose!), Fasten/Diäten, Schwangerschaft und auch durch hohe Stresshormonwerte (Kortisol). Auch die Konversion auf der Zellebene selbst kann gestört sein, so dass die Zellen nicht aktiv genug sind, um genügend Schilddrüsenhormon aufzunehmen. Im Blut sind zwar genügend Schilddrüsenhormone vorhanden, in der Zelle selbst kommt davon aber zu wenig an. Man nimmt an, dass diese Fähigkeit mit zunehmendem Alter ohnehin nachlässt, und so die Alters-Hypothyreose entsteht. Manchmal kann es auch daran liegen, dass die Zelle überhaupt keinen Gebrauch von Schilddrüsenhormonen macht, dann spricht man von einer peripheren Schilddrüsenhormonresistenz. Und noch ein weiterer Grund kann für eine Hypothyreose sprechen – dass nämlich Antikörper gegen ein Enzym gebildet werden, das T4 in T3 konvertiert. In den meisten dieser Fälle wird dann T3 allein gegeben, mit großem Erfolg [2].

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5. Progesteronmangel/Östrogendominanz

Ein zweiter Hormonkomplex, mit dem die Schilddrüse in engster Wechselwirkung steht, ist der der weiblichen Geschlechtshormone - die Östrogene und das Progesteron. Beide Gruppen sind Steroid-Hormone bzw. Vorläufer davon  Das Grundgerüst von Kortison und Sexualhormonen ist sehr ähnlich bis gleich [4]. Das zu wissen ist für eine Borreliosekranke besonders wichtig. Denn die Gabe von Steroiden ist im Falle einer Borreliose kontraindiziert (= nicht angeraten). Steroide, umgangssprachlich auch „Kortison“ genannt, werden zur Linderung von Entzündungen eingesetzt und unterdrücken das Immunsystem, was im Falle der Borreliose zu einer ungehemmten Vermehrung der Erreger führt. Es ist zu vermuten, dass die zusätzliche Einnahme von Steroiden in Form von Hormonen zur Verhütung oder als Therapie in den Wechseljahren bisher ungeahnte Folgen auf eine Borreliosekranke hat.

Zunächst jedoch zurück zu den Geschlechtshormonen. Die Wirkungsweise der Östrogene (bisher sind etwa 20 verschiedene benannt) ist allgemein besser bekannt als die des Progesterons, wovon es nur eines gibt. Das Progesteron, auch Follikel- oder Gelbkörperhormon genannt, ist das Hormon, das (u. a.) z. B. für die Ernährung des befruchteten Eis in der Gebärmutter sorgt und es gilt sowohl als die Ergänzung als auch als der „Gegenspieler“ des Östrogens. Gebildet wird es vor allem in der Hülle des Eibläschens, das das Ei im Eierstock umgibt. Diese Hülle wird auch Follikel oder Gelbkörper genannt, daher der Name. Ein kleiner Teil wird jedoch auch in der Nebennierenrinde gebildet. Bei einer Frau im gebärfähigen Alter wird dieses Hormon einmal im Monat freigesetzt, nämlich dann wenn ein Ei gesprungen ist und wird für den Rest des Zyklus bzw. eine eingetretene Schwangerschaft zur Verfügung gestellt. Findet kein Eisprung mehr statt oder nur noch selten statt, was insbesondere in den Wechseljahren der Fall ist, fehlt der wichtigste Partner des Östrogens. Dadurch gerät der Körper langsam aber stetig in einen Östrogenüberschuss, denn die Produktion der Östrogene wird ja in der Menopause nicht eingestellt sondern nur reduziert, und zwar um etwa 60 %. Für diesen Vorgang hat Dr. John Lee aus den USA, ein Pionier auf dem Gebiet der Progesteronforschung, den Begriff „Östrogendominanz“ geprägt. Wie kommt nun ein Zuviel an Östrogen außerdem zustande? An erster Stelle sind hier die Östrogene in den hormonellen Verhütungsmitteln zu nennen (Pille, Hormondepotträger Hormonspirale) und dann vor allem eine vermehrte Zufuhr von außen, z. B. durch Phytoöstrogene wie sie vor allem in Soja aber auch anderen Lebensmitteln vorkommen, in Alkohol (allen voran Bier, hier noch verstärkt durch das Phytoöstrogen des Hopfens), durch chemische Stoffe (z. B. Nagellacke, Haarfarben, Hautcremes und -Lotionen, Duschmittel, Parfum) und nicht zuletzt durch Spermizide, Herbizide, Pestizide, Fungizide, Autoabgase, Kaffee, Weichmacher in Kunststoffen und andere [5]. Progesteron ist also ein außerordentlich wichtiges Hormon weil es sowohl die vom Körper selbst produzierten Östrogene als auch die durch die Umwelt in den Organismus gelangenden Östrogene ausbalanciert. Außerdem ist Progesteron für eine Schwangerschaft notwendig (der Progesteronspiegel steigt bis zum Ende einer Schwangerschaft sogar auf das bis zu 60fache an). Man glaubt inzwischen auch, dass der abrupte Abfall dieses Spiegels mit der Geburt des Babys der Hauptgrund ist für den sogenannten „Babyblues,“ die Wochenbett-Depression. Die übrigen Symptome eines Progesteronmangels wie z. B. Kopfschmerzen, Sehstörungen, Kreislaufprobleme, Krämpfe, Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten, Gelenkprobleme, Zysten, Myome, Verdauungsbeschwerden, Wasseransammlungen im Gewebe, Inkontinenz, Erschöpfung und und und,  ähneln denen einer Schilddrüsenunterfunktion, sind allerdings im Gegensatz zur Schilddrüsenstörung zyklusabhängig [3].

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5.1 Die Rolle der Pille bei der Östrogendominanz

Wie ich schon weiter oben ausführte, ist die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln für eine Borreliosekranke möglicherweise kontraindiziert, weil sie wie Steroide wirken können, die das Immunsystem ja unterdrücken. Viele Frauen nehmen aber die Pille, obwohl sie borreliosekrank sind. (Ich verwende das Wort „Pille“ in diesem Artikel stellvertretend auch für die anderen hormonellen Verhütungsmittel wie Hormondepotträger und Hormonspirale und auch für die Hormon-Ersatz-Therapie HET in den Wechseljahren). Ich nehme an sie tun das, weil sie bisher nicht wissen, welche Folgen das haben kann. Deshalb hier eine kurze Erklärung der Rolle der Pille bei der Östrogendominanz, die ja wiederum Auswirkungen auf eine borreliosekranke Frau hat. Die interessierte Leserin, der interessierte Leser werden gebeten, sich bei Interesse bei den in den Literaturhinweisen genannten Autoren und Informationsquellen zu bedienen.

Die Pille ist das weltweit am meisten verschriebene Medikament aller Zeiten, und wird nach wie vor von allen Ärzten fleißig verordnet, obwohl es bisher viel zu wenige unabhängige Langzeitstudien gibt, die die Auswirkungen der Pilleneinnahme auf die Frauen zum Thema haben. Es wird also ein Medikament verschrieben, dessen langjährige Einnahmefolgen weitgehend unbekannt sind. Die Medizinerschaft verlässt sich hier also fast ausschließlich auf die Aussagen der Hersteller. Nicht wenige Frauen berichten auch, dass ihr Gynäkologe ihre Symptombeobachtungen nicht ernstnimmt und einfach abtut, so nach dem Motto „was nicht sein darf, das nicht sein kann.“ (www.medizinkritik.de). Was man bisher herausgefunden hat, ist jedoch erschreckend (www.bfgev.de/nl/kontrazeptionssyndrom.html). Nicht nur, dass die Pille (und die Hormon-Ersatz-Therapie (HET) für Frauen  in den Wechseljahren) vielfältige Nebenwirkungen haben wie z. B. Hormonstörungen, Zunahme von Herzerkrankungen, Gewichtszunahme, Erhöhung des Brustkrebsrisikos um 25 %,  etc., sie halten auch nicht das, was sie versprechen. Denn erstens führen sie dem Körper keineswegs die natürlichen Hormone zu, sondern im Gegenteil nur künstlich hergestellte (sogenannte Gestagene bzw. Progestine), und sie bessert auch nicht die Symptome von Osteoporose und Alzheimer, gegen die sie vorsorglich eingesetzt wird sondern im Gegenteil - sie verstärkt diese Symptome auch noch. [1, 8]

Durch die Pille wird der Körper mit künstlich hergestellten Hormonen überschwemmt. Auch wenn eine Frau eine niedrig dosierte Pille nimmt, kann sie den fatalen Folgen nicht entgehen, denn besonders die niedrig dosierten Pillen sind gestagenbetont. Während die künstlichen Östrogene zunächst über die Leber verstoffwechselt werden und ein Zuviel im Gewebe eingelagert wird, können die künstlichen Progestine (auch Gestagene genannt), die ebenfalls in der Pille enthalten sind, vom Körper überhaupt nicht verwendet werden. Progestine/Gestagene sind künstlich veränderte, dem Progesteron lediglich ähnliche Hormone. Es gibt verschiedene Progestine/Gestagene, aber nur ein einziges natürliches Progesteron. Während das Progesteron die Gebärmutter weich und elastisch macht, um das befruchtete Ei aufnehmen zu können, machen künstliche Progestine/Gestagene die Gebärmutter hart und unelastisch, so dass sich ein eventuell befruchtetes Ei nicht einnisten kann. Allein dieser Sachverhalt macht schon deutlich, dass es sich bei Progestinen/Gestagenen nicht um dasselbe körpereigene Hormon (wie Progesteron) handeln kann. Diese künstliche Veränderung des Progesterons hat fatale Folgen, denn durch die Einnahme des in der Pille enthaltenen Progestins/Gestagens werden die Progesteronrezeptoren im Körper blockiert und der Körper nimmt tatsächlich gar kein Progesteron auf. Gleichzeitig wird aber die körpereigene Produktion des Progesterons verhindert, denn die Rezeptoren sind ja schon von Progestinen/Gestagenen besetzt. Dadurch entsteht ein folgenschwerer Kreislauf: Durch die fortgesetzte Aufnahme von Östrogenen und dem nun fehlenden Gegenspieler gerät der Körper nun quasi in eine „Östrogenvergiftung“ mit bisher ungeahnten Folgen, wie die folgende Liste der möglichen Hormonstörungen zeigt [3]. Dies gilt übrigens auch für Männer, die Stoffen ausgesetzt sind, die östrogenartig wirken. So kennt wohl jeder den Typ Mann, dem durch zu viel Bier nicht nur ein Bauch, sondern auch Brüste wachsen – eine Folge von zu viel Phytoöstrogen des Hopfens.

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6. Die Symptome einer Hormonstörung

Die Symptomliste der Hormonstörungen umfasst insgesamt etwa 150 Punkte, übertrifft die mir bekannten Symptomlisten der Lyme-Borreliose also noch um ein Vielfaches. Hier eine kleine Auswahl, [3]:

körperliche Symptome:

Kopfschmerzen und Migräne in allen Variationen

Müdigkeit, Schwäche, Benommenheit, Schwindel

Probleme mit den Zähnen, mit den Nasennebenhöhlen

Kreislaufbeschwerden aller Art

Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Herzstechen

träger Puls, niedriger Blutdruck

Augenprobleme (zu trocken, fühlt sich körnig an, Schleiersehen, Lichtempfindlichkeit)

Schluckbeschwerden, Kloß im Hals

Tinnitus und andere Hörprobleme

tiefere Stimme, teilweise auch Heiserkeit

Atemnot, Asthma, Kurzatmigkeit, trockener Husten

das Gefühl nicht genug Sauerstoff zu bekommen

Übelkeit, Brechreiz (besonders morgens)

Kälteempfinden, zu niedrige Körpertemperatur, aber auch Hitzewallungen

Verdauungsbeschwerden aller Art, bei Schilddrüsenunterfunktion besonders Verstopfung

verminderte Alkoholverträglichkeit

erhöhter Cholesterinspiegel

Probleme mit Haut, Haar und Fingernägeln (zu trocken, brüchig, stumpf etc.), Furunkel

Heißhungerattacken nach Salzigem und Süßem (hier besonders nach Schokolade)

Eisenmangel (bei Schilddrüsenunterfunktion ist die Eisenaufnahme gestört)

Überempfindlichkeit der Genitalien, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Fertilitätsprobleme (d. h. Unvermögen schwanger zu werden), Fehl- und Frühgeburten

Myome, Unterleibszysten, Endometriose, Unterleibskrebs

Blasenschwäche, vermehrter Harndrang

Gewichtszunahme, sehr selten auch Gewichtsabnahme

Schmerzen und Steifheit in Muskeln und Gelenken

Kribbeln und Krämpfe in Armen und Beinen

Unregelmäßigkeiten bei der Periode (zu lang, zu stark, Zyklus zu kurz, zu lang)

vermehrte Infektionsneigung

Allergien und Entzündungen aller Art

Schlafstörungen, Schnarchen (Schlafapnoe)

Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)

 

psychische Symptome:

Depression, verminderte Libido

Konzentrationsstörungen

mangelnde Entscheidungs- und Beurteilungsfähigkeit

Verwirrung, Orientierungsprobleme

Launen, extreme Wutausbrüche, Aggressionen bis hin zu extremer Gewaltbereitschaft

Eifersucht, Misstrauen

Schlaflosigkeit, Unruhe, Nervosität

Phobien, Angstattacken

Abneigung gegen Gemeinschaft und soziale Anlässe

Null-Bock-Gefühl

verminderte Begeisterungsfähigkeit

Müdigkeit bis zu extremen Erschöpfungszuständen schon am Morgen

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7. Auswirkungen auf den Borreliosekranken

Man sieht schon an der langen Symptomenliste, dass hier eine deutliche Überschneidung mit der Lyme-Borreliose vorliegt. Doch was soll man als Betroffener – weiblich wie männlich -nun tun - wo fängt man an, was behandelt man zuerst? Auch wenn es klingt wie das Huhn-Ei-Problem, so ist die Sache doch gar nicht so schwierig, wie es zunächst aussieht. Naturheilkundliche und ganzheitlich denkende Mediziner gehen davon aus, dass zuerst eine grundlegende Erkrankung des Organismus vorhanden war, besonders wenn eine chronische Infektionskrankheit vorliegt. Denn wenn ein Organismus nicht optimal arbeitet, ist das Immunsystem anfälliger für Erreger von außen bzw. werden bereits vorhandene Eukaryonten bzw. Protozoen leichter ihre Form wechseln können (www.systemische-borreliosetherapie.de/krebstherapie). Für einen Borreliosekranken ist es also überaus wichtig, dass sein Immunsystem wieder in einen Top-Zustand versetzt wird, damit pathogene (= krankmachende) Keime keinen Nährboden mehr vorfinden können. Hier kann ein orthomolekularisch ausgebildeter Mediziner oder ein Heilpraktiker weiterhelfen, die richtigen Entgiftungsmaßnahmen zu ergreifen und fehlende Vitamine und Mineralstoffe zu ergänzen. Der Aufarbeitung eventuell vorhandener psychischer Traumata (= seelische Verletzungen) sollte hierbei ebenfalls genügend Raum gegeben werden. Nur am Rande und der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass andauernde seelische Belastungen den Stresshormonspiegel (Kortisol) in die Höhe treiben und den Stoffwechsel negativ beeinflussen, insbesondere die Funktion der Schilddrüse, indem das Kortisol die Rezeptoren für die anderen Hormone in der Zelle unempfindlich macht. Weiter ist die Einnahme von steroiden Hormonen wie z.B. hormonelle Verhütungsmittel, möglicherweise kontraindiziert, eben weil Steroide das Immunsystem unterdrücken. Wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Pille und Borreliose gibt es meines Wissens leider noch nicht. Einem Borreliosekranken bleibt also nichts anderes übrig, als hier erneut Pionierarbeit zu leisten und auf einer umfassenden Abklärung der Symptome durch einen Arzt zu bestehen. Nicht alle Symptome kann man einer Borreliose zuschreiben, es sind auch andere Erkrankungen möglich, die ähnliche Symptome wie eine Borreliose hervorrufen. Hier sind besonders die Internisten, Endokrinologen und Gynäkologen aufgefordert, ganzheitlich und systemisch denken zu lernen und ihre Patienten, vor allem aber ihre Patientinnen, ernst zu nehmen.

Besonders achten sollte ein Borreliosekranker aber vor allem auf seine Schilddrüse. Sie ist der Motor des Stoffwechsels schlechthin, und wie weiter oben bereits ausgeführt, ist Schilddrüsenunterfunktion weiter verbreitet als bisher angenommen und wird sogar durch eine Borreliose selbst hervorgerufen.

Weibliche Borreliosekranke sollten ihre (geschlechtsspezifische) Hormonlage bei einem Endokrinologen und/oder Gynäkologen gründlich überprüfen lassen und darüber nachdenken, ob die Pille bzw. hormonell wirkende Verhütungsmittel generell überhaupt sein müssen. Es ist zu vermuten, dass viele der persistierenden (= andauernden) Beschwerden borreliosekranker Frauen mit der hormonellen Verhütung zu tun haben, wenn sie vielleicht auch nicht ausschließlich dafür verantwortlich ist und noch andere Faktoren mitspielen können. Fachärzten und Betroffenen ist inzwischen längst bekannt, dass z. B. der Bedarf an Schilddrüsenhormon ansteigt, wenn man die Pille nimmt [2, 4]. Nur wenige Gynäkologen berücksichtigen das aber bisher. Weitere Folgen einer Pilleneinnahme sind die Östrogendominanz, die sich meist schleichend entwickelt und nicht sofort sichtbar wird [4]. Andere Folgen sind vor allem Myome der Gebärmutter und Zysten an den Eierstöcken sowie deutliches Übergewicht, daneben Erkrankungen wie z. B.  Brustkrebs, Herzerkrankungen, Nebennierenrindeninsuffizienz,  Depressionen, vorzeitiges Altern, verfrühte Wechseljahre, etc. etc. Jede Frau sollte wirklich gründlich darüber nachdenken und sich mit diesen möglichen Folgen einer langjährigen hormonellen Verhütung ernsthaft und nachdrücklich auseinandersetzen, auch wenn es schwerfällt. Es macht keinen Sinn, die Folgen der jahrelangen Einnahme künstlicher Hormone bewusst zu ignorieren in der eher kindlichen Hoffnung, selbst davon verschont zu bleiben (www.medizinkritik.de).

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8. Erprobte und mögliche Therapieansätze

Ein Borreliosekranker sollte zunächst prüfen, ob das oben Gesagte auch auf ihn/sie zutrifft. Vor allem sollte man an andere Erkrankungen denken, wenn trotz mehrerer Antibiosen keine sehr wesentliche Besserung eingetreten ist und eventuelle Ko-Infektionen ausgeschlossen bzw. ausgeheilt sind. Danach ist die Suche nach einem Therapeuten, der den Kranken auf seinem Weg unterstützt, unausweichlich. Beim ISA-Selbsthilfenetz (www.hormonselbsthilfe.de) können Betroffene Adressen von den Ärzten in ihrer Umgebung erfragen, die bereits Erfahrungen mit der natürlichen Hormontherapie haben.

Von einer Selbstbehandlung muss ich an dieser Stelle dringend abraten. Die Behandlung von Hormonstörungen ist äußerst komplex und in Deutschland allein den Ärzten vorbehalten. Es kann jedoch nur vorteilhaft sein, sich vor einem Arztbesuch gründlich zu informieren. Der aufgesuchte Arzt wird wohl zunächst eine Untersuchung der Schilddrüsenwerte veranlassen. Mary Shomon schreibt in ihrem Buch [2], dass bei einem TSH-Wert größer als 2 (mU/l) bei entsprechender klinischer Indikation zunächst probehalber mit Schilddrüsenhormon behandelt werden und regelmässige Kontrollen (anfangs auch in kürzeren Abständen) vorgenommen werden sollten. Die Hormondosis müsse vor allem dem subjektiven Befinden des Patienten entsprechend angepasst werden und sich weniger nach dem Diktat des TSH-Wertes richten. Jeder Mensch hat einen anderen „Set-Point“ für eine optimale Schilddrüsenhormonversorgung! Es wäre auch wichtig, verschiedene Einnahmetechniken auszuprobieren. Also das Hormon nicht nur morgens einzunehmen, sondern die Tagesdosis auf mehrere Gaben zu verteilen. Die gesunde Schilddrüse schüttet ihre Hormone ja auch nicht nur morgens aus. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich sagen, dass es lange, d. h. Monate dauern kann, bis eine Besserung eintritt. Ist eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt worden, sollte man sich Zeit geben und sich und seinem Körper Gutes tun, während man auf die Besserung der Symptome wartet. Eine Krankheit, die in vielen Jahren entstanden ist, ist nicht mit einer 14tägigen Hormonsubstitution wegzuzaubern.

Etwas komplizierter kann es werden, wenn eine borreliosekranke Frau feststellt, dass ihre Symptome zyklisch sind. Denn auch bei der Borreliose wird ja eine Verschlimmerung der Symptome alle vier Wochen beobachtet, die bei vielen Frauen mit der Menses (= Regelblutung) zusammentrifft. Die Menses stellt ja eine natürliche Immunschwächung dar, es ist anzunehmen, dass der Zusammenhang hier zu suchen ist. Ein Zykluskalender, in dem alle auftretenden Symptome festgehalten werden, hat sich besonders bewährt. Dieser Kalender sollte über mehrere Zyklen hinweg, mindestens aber über drei bis vier, geführt und zu jedem Arztbesuch mitgenommen werden. Eine Sammlung verschiedener Zykluskalender und Formblätter für Temperaturkurven ist beim ISA-Selbsthilfenetz erhältlich (www.hormonselbsthilfe.de).

Die Suche nach einem Endokrinologen bzw. Gynäkologen, der Erfahrungen mit der natürlichen Hormontherapie hat, kann momentan noch schwierig sein.  Aber vielleicht ist ja der eigene Gynäkologe fortschrittlicher als gedacht, und hat für die natürliche Hormontherapie ein offenes Ohr. Der Arzt wird aber auch hier einen Hormonspiegel erstellen, üblicherweise ist das immer noch eine Blutuntersuchung, obwohl inzwischen bekannt ist, dass Serumtests wegen der Proteinbindung der Hormone nicht aussagefähig sind [8]. Ein Speicheltest [11] umgeht das Problem, wird in vielen Fällen von den gesetzlichen Krankenkassen aber nicht bezahlt, eine Rückfrage bei der eigenen Krankenkasse wird hier jedoch Klarheit bringen. Bringt dieser Test, der an unterschiedlichen Tagen des Zyklus durchgeführt werden sollte (einmal kurz vor dem Eisprung, einmal am Ende des Zyklus in der 4. Woche), um damit ein komplettes Bild zu erhalten, einen Progesteronmangel bzw. eine Östrogendominanz zu Tage [3, 4], sollte als wichtigste Maßnahme die Pille am Ende des laufenden Zyklus abgesetzt werden, wie Dr. Lee empfiehlt. Bei Zwei-Phasen-Präparaten kann die erste (Östrogen-)-Phase einen weiteren Zyklus lang eingenommen werden, um langsam aus der künstlichen Hormontherapie auszuschleichen. Es gibt andere Methoden der Empfängnisregelung, die ebenfalls relativ sicher sind. Siehe dazu die Webseiten: (www.iner.org) und (www.natuerliche-familienplanung.de). Regelstörungen kann man auch anders behandeln, z. B. mit natürlicher Hormontherapie und mit naturheilkundlicher Therapie, da kann ein Arzt für Naturheilkunde oder ein Heilpraktiker sicher weiterhelfen. Pubertätsakne vergeht meist von selbst bzw. kann ebenfalls mit natürlicher Hormontherapie und naturheilkundlich behandelt werden und sollte kein Grund für die Verschreibung eines Medikamentes sein, dass derart folgenreich in den Hormonhaushalt einer Heranwachsenden eingreift. Ganz allgemein würde ich einer borreliosekranken  Frau gerne raten, wirklich alles zu tun, um ihrem Körper weitere „Frontenkämpfe“ zu ersparen. Eine Weiterführung des Zykluskalenders ist in der gesamten Behandlungsphase sehr wichtig, protokolliert man darin doch die auftretenden Symptome und hält für sich selbst die durchgeführten Therapieschritte fest. Dies hilft dem behandelnden Arzt, die richtige Therapie herauszufinden und/oder den Therapieverlauf zu beobachten.

Die weitere Therapie richtet sich dann nach der vorliegenden Hormonstörung und ist, wie schon gesagt, alleinige Sache des Endokrinologen bzw. Gynäkologen. Soviel sei hier aber verraten, dass es ohne regelmäßige tägliche Bewegung, ohne gesunde Ernährung (vor allem ist die Einnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren wichtig, wie sie in Olivenöl und Leinöl vorkommen), und – wie Dr. Lee empfiehlt - ohne die zusätzliche Gabe von naturidentischem Progesteron in der dritten und vierten Zykluswoche bei menstruierenden Frauen, manchmal auch von Östrogen (in der zweiten Zykluswoche), jeweils in Form eines Gels, vermischt mit gutem Hautöl zum Auftragen auf die Haut, nicht geht. In Umstellungsphasen rät Dr. Lee zu einer  Progesterongabe über ca.  25 Tage, gefolgt von einer Woche Pause, um die Hormonrezeptoren nicht zu überlasten [4]. Doppelblindstudien oder sonstige wissenschaftliche Arbeiten über diese Therapieform gibt es bisher nicht, es handelt sich ausschließlich um Erfahrungsberichte von Betroffenen bzw. von Beobachtungen von Ärzten an ihren Patientinnen. In den USA ist die natürliche Progesteron-Therapie von Dr. Lee bereits weit verbreitet und wird auch in den amerikanischen Lyme-Foren diskutiert (www.lymenet.org).  In Deutschland ist ein Selbsthilfenetz für natürliche Hormonhilfen im Aufbau (http://www.hormonselbsthilfe.de/ „ISA-Selbsthilfenetz“). Schilddrüsen-Selbsthilfegruppen gibt es bereits in verschiedenen deutschen Städten (http://www.schilddruesenselbsthilfe.de/). Dr. John Lee aus USA wird Anfang Oktober 2003 in Deutschland und Frankreich sein und Vorträge für Betroffene und Ärzte halten, um seine Erfahrungen vorzustellen (Organisation Deutschland: www.hormonselbsthilfe.de).

Mir persönlich hat diese natürliche Hormontherapie eine weitere deutliche Verbesserung meiner Lebensqualität gebracht und ich kann nur jeder betroffenen Frau raten, besonders wenn sie schon lange borreliosekrank ist und bisher keine Therapie so richtig helfen wollte, sich intensiv mit dieser Thematik zu beschäftigen und ihren behandelnden Arzt darauf aufmerksam zu machen. Den betroffenen Männern sei gesagt, dass auch sie an einer Östrogendominanz leiden können, die mit entsprechender Therapie wieder rückgängig gemacht werden kann (www.hormonselbsthilfe.de). Besondere Beachtung sollte ein Borreliosekranker jedoch der Schilddrüsenproblematik schenken.

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9. Zukunftsperspektiven

Liegt eine chronische Infektionskrankheit wie z. B. die Lyme-Borreliose vor, ist es mehr als nur wahrscheinlich, dass zusätzlich noch andere Erkrankungen im Körper unerkannt schlummern bzw. durch die Borreliose selbst ausgelöst wurden. Ein gesundes Immunsystem wird normalerweise gut mit allen Erregern fertig. Schafft es das nicht, liegt wahrscheinlich noch eine andere Erkrankung vor, die das Immunsystem nachhaltig schwächt. Diese sollte erforscht und behandelt werden, erst dann wird das Immunsystem wieder eine Chance haben,  optimal arbeiten zu können.

Die in Deutschland propagierten Schilddrüsen-Normalwerte sind aller Wahrscheinlichkeit nach viel zu hoch angesetzt und bedürfen dringend einer Korrektur nach unten. Die bisher angenommene problemlose Konversion von T4 in T3 lässt sich so wohl nicht länger halten und sollte neu überdacht werden.  Die Internisten und Endokrinologen sind hier aufgefordert, sich zum Wohle des Patienten neuen Ansätzen zu öffnen.

Die bequeme hormonelle Verhütung erfordert einen Preis, der vielen Frauen in dieser Höhe bisher wohl nicht annähernd bewusst war und der wieder einmal zeigt, dass die bequemste Lösung nicht immer die beste ist. Die von vielen Gynäkologen geübte Praxis der leichten Verschreibung von Hormonen bei Störungen, die vielleicht gar keine echten Krankheiten sind oder auch anders behandelt werden können, erweist sich zunehmend als gefährlich weil gesundheitsschädlich. Außerdem ist es nicht nur sehr bequem sondern vor allem völlig unwissenschaftlich und zudem auch noch unethisch, allein den Versprechungen der (nun mal gewinnorientierten) Pharmafirmen Glauben zu schenken, ohne diese Behauptungen in neutralen unabhängigen Studien nachprüfen zu lassen. Die ebenfalls weit verbreitete Praxis, die Klagen der Patientinnen über Nebenwirkungen der Pille und anderer hormoneller Verhütungsmittel achtlos beiseite zu schieben, ist mehr als nur fragwürdig. Ich wünsche mir von den meist männlichen Gynäkologen, dass sie sich intensiver mit natürlicher Hormonbehandlung und natürlicher Empfängnisreglung beschäftigen, um dieses Wissen an ihre Patientinnen weitergeben zu können. Der weibliche Organismus ist deutlich komplizierter als der 12-Zylinder-Motor mit 6-Doppel-Register-Vergasern eines Sportwagens und erfordert sehr großes Einfühlungsvermögen und genaue Kenntnis der hormonellen Abläufe und ihrer Auswirkungen. Am besten wären hierbei jedoch eigene Erfahrungen, wie sie aber nur eine Frau haben kann. Es gibt bisher kaum neutrale Studien über die Langzeitfolgen der Pilleneinnahme. Jede Verschreibung der Pille, z. B. für ganz junge Mädchen wegen Akne,  ist ein weiterer Beitrag zum gigantischsten unkontrollierten Großversuch am lebenden Menschen aller Zeiten.

Ganz allgemein wünsche ich mir von den Medizinern zukünftig nicht nur mehr Respekt und Achtung vor ihren Patienten und vor allem Patientinnen, sondern auch mehr Mut zu neuen, vielleicht bisher eher ungewöhnlichen Diagnosen, mehr Eigenverantwortung bei der Diagnosefindung und mehr Forschergeist. Nicht alles, was man vor Jahren an der Universität gelernt hat, ist auch heute noch gültig und nicht alle einmal erstellten Normwerte sind ewig bindend.

Ich appelliere deshalb an die Eigenverantwortung eines und vor allem einer jeden Betroffenen, sich selbst gründlich zu informieren wo es nur geht und dann in Abstimmung mit einem Therapeuten der Wahl den eigenen und ganz persönlichen Weg zur Heilung zu gehen. Auch wenn ich fest davon überzeugt bin, dass Heilung bei jeder Erkrankung grundsätzlich in jedem Stadium möglich ist (von eingetretenen echten Defekten einmal abgesehen), so bin ich doch auch sicher, dass sie nicht absolut zwingend eintreten muss, auch wenn wir „alles richtig machen.“ Dieser Unsicherheitsfaktor, diese „große Unbekannte“ wird immer bleiben.  Dem mündigen Patienten wie dem Arzt und Therapeuten, der sich als Begleiter eines kranken Menschen versteht, wird das ebenfalls bewusst sein und so wird ihr gemeinsamer Weg von  gegenseitiger Achtung und Respekt getragen sein. Dieser Weg wird vielleicht unbequem und manchmal mit vielen Mühen verbunden sein, und nicht selten heißt es auch von liebgewordenen Gewohnheiten oder gar Menschen Abschied zu nehmen, um sein Ziel zu erreichen. Doch dieses Ziel heißt Heilung und eine bessere Lebensqualität, vielleicht sogar echte Gesundheit. Die Entscheidung und Verantwortung liegt bei jedem Einzelnen.

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10. Danksagung

Von ganzem Herzen danke ich meiner Mentorin Dr. med. Petra Rommelfanger, ohne die ich diesen Artikel gar nicht hätte schreiben können, Frau Elisabeth Buchner vom ISA-Selbsthilfenetz für Hormonstörungen, die seit Jahren überaus wertvolle Pionierarbeit auf diesem Gebiet leistet, dem Gynäkologen Dr. med. Rössler und Eva Kessler, Heilpraktikerin, beide aus München sowie dem Naturheilkundearzt und Umweltmediziner Manfred van Treek aus Viernheim für ihre fachliche Beratung und Unterstützung. Mein besonderer Dank gilt jedoch meiner lieben Mutter und meiner Freundin Ana-Maria für die vielen Gespräche über das Frausein sowie all den unzähligen Freunden und Weggefährten vor allem aus den Selbsthilfeorganisationen für Hormonstörungen, Schilddrüsenerkrankungen und Lyme-Borreliose für ihre Anregungen und Hilfestellungen.

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11. Literatur

01.

Studie der Women’s Health, einer unabhängigen amerikanischen Organisation

zum Thema "Hormonersatztherapie in den Wechseljahren und ihre Folgen"

Link: http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/289/20/2651?maxtoshow=&HITS=10&hits=

10&RESULTFORMAT=&fulltext=Progest*+Study+2002&searchid=1059666767816_1446&stored_

search=&FIRSTINDEX=0

02.

Die gesunde Schilddrüse, Mary Shomon, ISBN 3-442-16388-9 - Link: www.thyroid-info.com

03.

Wenn Körper und Gefühle Achterbahn spielen, Elisabeth Buchner, ISBN 3-934246-00-1

Link: www.hormonselbsthilfe.de
04.

Progesteron, das bemerkenswerte Hormon, Dr. John Lee ISBN 3-9805706-0-6

Link: www.johnleemd.com
05.

Eva Kessler, Heilpraktikerin - Link: www.eva-kessler.de

06.

Medizinlexikon Pschyrembel, 256. Auflage

07.

Diagnostische Hinweise und Therapierichtlinien für durch Zecken übertragbare Erkrankungen -

Link: http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cn6/zecken/burras_12.htm)

12. Ausgabe Copyright Oktober 1998, Dr. med. Joseph J. Burrascano

(Englisches Original: http://guidelines.LymeNet.org)

08.

NEJM 1998, 339:733-738: Endogenous Hormones and the Risk of Hip and Vertebral Fractures among Older Women

09.

Diagnostic Hints and Treatment Guidelines for Lyme and Other Tick Borne Illnesses, 14. Edition, Copyright November 2002, Dr. med. Joseph J. Burrascano, New York/USA

Link: http://www.ilads.org/burrascano_1102.htm#bkintro
10.

Die Montignac-Methode, Michel Montignac, Artulen Verlag ISBN 3-930989-11-5

Labor für Hormonspeicheltests: Fa. Ant.Ox (Dr. Bieger), München

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Stand: 14. Dezember 2012
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