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Dieser Beitrag ist seit dem 02.11.2004 auf dieser Webseite
Amenorrhö und Unfruchtbarkeit nach 12 Jahren Pille
Folgender Beitrag erreichte die Redaktion Medizinkritik am 06.10.2004:
Sehr geehrter Herr van Treek!
Antwort der Redaktion Medizinkritik am 1.11.2004:
Sehr geehrte Frau G. Vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Bei solch einem komplizierten Geschehen ist es schwer, aus der Distanz und über das Internet verbindliche Empfehlungen zu geben. Bevor ich im Besonderen auf Ihre Situation eingehe, möchte ich im Allgemeinen Kritisches zu dem sagen, was Ihnen passiert ist. Wie ist es menschenmöglich, dass studierte Leute, Akademiker, Mediziner einem 15jährigen Mädchen wenige Monate nach ihrer ersten Periodenblutung (Menarche) die Antibabypille aufzwingen, um damit Zyklusregulation zu betreiben? Es soll sich auch keiner damit entschuldigen, dass dies 15 Jahre her ist und man es damals noch nicht gewusst habe. Sie hatten doch gerade erst mit Ihrer „gynäkologischen Reifung“, die bis zu sieben Jahren dauern kann, angefangen. Man muss doch dem jugendlichen Organismus der Frau eine Chance lassen, sich natürlich zu entwickeln. Solche irrationalen „Therapien“ bei jungen und jüngsten Mädchen veranstaltet die Gynäkologie auch heute noch, trotz der zahlreichen Studien über die Nebenwirkungen und Folgekrankheiten durch künstliche Hormonsubstanzen. Die Gynäkologie ist mit weiten Bereichen ihrer von der Pharmaindustrie diktierten Methoden wie eine Naturkatastrophe. Die Masse der Frauen kann sich dem nicht entziehen, die Frauen sind diesem Bereich der gynäkologischen Medizin ausgeliefert. Die unwissenden Menschen fallen immer wieder auf die schillernden Verlockungen der Hormonmediziner herein. Und dabei geht es um sehr viel Geld! Was mich besonders erstaunt ist die Blindheit und Ideenlosigkeit. Wieso kann ein intelligenter Mensch (das setze ich mal bei einem Mediziner voraus) nicht erkennen, dass die wirtschaftlichen Interessen der Pharmaindustrie die Medizin zu manipulieren versuchen? Wieso schaffen es heute so viele Frauenärzte nicht, ihren individuellen, an den Vorgaben der Natur orientierten therapeutischen Weg zu finden? Diese Insuffizienzen in Diagnostik und Therapie schaden unzähligen Frauen. Und es wird zum Schaden der Frauen trotz der letztjährigen Hormonstudien aus den USA und Großbritannien weitergehen. Nach meiner Einschätzung ist kein Paradigmenwechsel bei den gynäkologischen Spezialmedizinern erkennbar. Eine Änderung ist nur durch Aktivitäten der Frauen selbst möglich. Warum werden in diesem Bereich der Gesundheitsschäden durch gynäkologische Methoden keine Selbsthilfegruppen gegründet? Heutzutage ist doch fast jede Frau betroffen: Depressionen durch Antibabypille, Brustkrebs nach Pille, Unfruchtbarkeit nach Pille, Gebärmutterhalskrebs unter der Pille, Myome und Gebärmutteroperationen nach Pille, Schäden durch Antibaby-Spiralen (siehe www.hormonspirale-forum.de ). Post-Abortion-Syndrom nach Abtreibung usw. Betroffene Frauen sollten mit anderen Frauen über diesen Bereich ihrer Persönlichkeit und über die krankmachenden Therapiestrategien der Gynäkologie sprechen. Sie müssen Ihre Erfahrungen austauschen und weitergeben! Es ist zu hoffen, dass es dann bei den Gynäkologen zu einem Umdenken kommt. Zu Ihren Ausführungen möchte ich zunächst mal fragen: wieso glauben Sie, dass DIANE Ihnen das fehlende Östrogen liefert? Ein Dragee DIANE 35 enthält 2 mg Cyproteronacetat (CPA) und 0,035 Ethinylestradiol (EE). Beides, CPA und EE, sind Kunsthormone. Also gibt man Ihnen gar nicht das Östrogen, das Ihnen fehlt; dann müsste man Ihnen Estradiol in seiner naturidentischen Form geben. Und da Sie anscheinend keine Eisprünge haben, entsteht bei Ihnen auch kein Gelbkörper und somit fehlt neben Estradiol auch das natürliche Progesteron. PRIMOSISTON, das Sie vor zwei Jahren erhielten, ist mir nicht bekannt, eventuell ist es in Ihrem Land zugelassen, in Deutschland jedenfalls nicht. UTROGESTAN scheint mit dem deutschen UTROGEST identisch zu sein; wenn dies so ist, dann handelte es sich dabei um naturidentisches Progesteron. Aber die Frage ist noch, wie Sie es anwenden sollten. Effektiver als die orale Gabe als Kapsel ist die transdermale oder intravaginale Anwendung. Das „Wechseljahreshormonpräparat“ FEMOSTON haben Sie zum Glück aufgrund kurzfristig auftretender Nebenwirkungen nach 4 Tagen wieder abgesetzt. Bei FEMOSTON handelt es sich um Estradiol kombiniert mit Dydrogesteron, einem künstlichen Progesteronersatzstoff. Von solchen „Ersatzstoffen“ wollen wir in einer zukünftigen Gynäkologie nicht mehr viel wissen. FOSAMAX bei „leichten Anzeichen von Osteoporose“ halte ich für „Overtreatment“. Folgende Literatur halte ich für Sie und für Ihre behandelnden Gynäkologen für wichtig. Die Gynäkologen werden sich mit dieser Literatur beschäftigen, wenn sie gutwillig sind. Lehnen sie diese Literatur ab, wissen sie gleich, welchen Geistes Kind sie sind. Frauenheilbuch, Heide Fischer, Nymphenburger Verlag Der natürliche Zyklus der Frau, Josef Rötzer, Herder-Verlag Natürliches Progesteron, Rushton/Bond, Goldmann-Verlag Die gesunde Schilddrüse, Shomon, Goldmann-Verlag Speziell für den Gynäkologen: What your Doctor may not tell you about Premenopause, John Lee, Warner-Books Haben Sie mal etwas von der Lunazeption gehört? Ich kann natürlich nicht garantieren, dass es Ihnen hilft, aber es ist eine Chance. Regelmäßige kleine Aderlässe zur Entgiftung können Ihre fehlende Blutung teilweise ersetzen. Kleine Aderlässe in einem 28-Tage-Rhythmus orientiert an den Mondphasen können Eisprünge und menstruelle Blutungen hervorrufen. Aderlässe um der Natur zu zeigen, wie sie es machen soll. Die Aderlässe sollen an Neumond erfolgen. Von Neumond bis Vollmond einen östrogenbetonten Tee (siehe Frauenheilbuch), von Vollmond bis Neumond einen progesteronbetonten Tee. Keinen Kaffee, keine Genussgifte. Bis auf die 3 Tage vor und 3 Tage nach Vollmond muss es im Schlafzimmer stockfinster sein. An den Tagen um Vollmond soll die ganze Nacht ein gedämpftes Licht im Zimmer brennen. Fernerhin sollten Sie die Aufwachtemperatur im Sinne der Natürlichen Empfängnisregelung messen und aufzeichnen (Zyklusblätter gibt es unter www.iner.org). Wenn nach 2-3 Zyklen keine Reaktion auftritt, kann die zweite Zyklusphase (Vollmond bis Neumond) durch die Gabe einer naturidentischen Progesteronsalbe unterstützt werden. Die homöopathische Behandlung sollte zusätzlich zu diesem Vorgehen fortgesetzt werden. Mit dem naturidentischen Progesteron tun Sie neben Ihrem Sport und der gesunden Ernährung auch etwas gegen Osteoporose. Progesteron stimuliert die Osteoblasten, also die Knochen aufbauenden Zellen. Östradiol hemmt die Osteoklasten, die knochenabbauenden Zellen. Das harmonische Wechselspiel zwischen Progesteron und Östradiol verhindert Osteoporose und nicht die einseitige Gabe von Kunsthormonen. Es ist jetzt im Nachhinein nicht mehr zu unterscheiden, ob die jahrelange Pillenmanipulation Ihren Zyklus außer Kraft gesetzt hat, oder ob die anfänglichen unregelmäßigen Blutungen nicht bereits ein Hinweis auf spätere Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit waren. Jedenfalls hat die Pillenmanipulation gute Diagnosemöglichkeiten verbaut. Hat denn die bisherige Diagnostik auch keine anatomischen Veränderungen festgestellt, die eine Empfängnis von daher unmöglich machen würden? Ich denke an nicht oder nur unzureichend angelegte Organe. Kürzlich hatte ich eine Patientin, deren Uterus nur „1 cm“ groß sei. Aber ich vermute, dies alles ist bei Ihnen bereits untersucht worden. Was ist mit genetischen Veränderungen, die eine Empfängnis nicht möglich machen? Ist dies untersucht worden? Abschließend möchte ich Ihnen Mut machen: Die fehlenden Menstruationen können Sie, wenn sie trotz aller Bemühungen nicht wieder auftreten sollten, durch ausleitende Verfahren wie Aderlass, blutiges Schröpfen oder Blutegel ersetzen. Ihre Fruchtbarkeit können Sie möglicherweise nicht wieder zurückgewinnen. Dann gilt es nicht zu verzweifeln sondern sich gemeinsam mit Ihrem Mann Lebensinhalte auszuwählen, in denen Sie „fruchtbar“ tätig werden können. Ich wünsche Ihnen Erfolg bei Ihren Bemühungen aber auch Kraft und Leidensfähigkeit, wenn der gewünschte Erfolg ausbleibt. Mit freundlichen Grüßen M. van Treek
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