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Tote Zähne

[ Tote Zähne ] Parodontitis ] Amalgamsanierung ]

 

Dieser Beitrag ist seit dem 10.10.2000 auf dieser Web-Seite.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung 

des Pfälzer Tageblattes/Die Rheinpfalz, 67059 Ludwigshafen

und des Pressebüros Wolfgang Kappler Tel/Fax 06841-3576

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DIE RHEINPFALZ RATGEBER GESUNDHEIT 14.9.2000

 

Tote Zähne können zu Terroristen des Körpers werden

Versteckte Bakterienherde im Gebiß als Auslöser vieler weiterer Krankheiten 

Allgemeine Schwäche kann Indiz sein

 

VON UNSEREM MITARBEITER

 

Mangelnde Mundhygiene, wurzelbehandelte Zähne oder winzige Verletzungen der Zähne können die Ursache versteckter Krankheitsherde im Gebiss sein. Ausstreuende Bakterien und Bakteriengifte können zu Erkrankungen an ganz anderen Stellen des Körpers führen.

Es ist immer „etwas faul", wenn ein freundlicher Zahnarzt mit den Worten „Tut gar nicht weh!" zum sirrenden Bohrer greift. Was da faul ist, entzieht sich aber in vielen Fällen der Blickdiagnose des Fachmannes. Denn die aggressivsten der gut 500 Mundbakterienarten verrichten ihre Arbeit im Verborgenen: Sie verursachen Karies, lassen Zahnstein entstehen, entzünden die Mundschleimhaut, greifen das Zahnstützgewebe an, lockern Zähne, legen Nerven blank und lahm und bilden spätestens dann einen versteckten Krankheitsherd.

Der wiederum kann Nierenleiden, Gelenk- und Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Depressionen, Allergien, Ohrgeräusche, Sehstörungen und Rückenschmerzen auslösen und sogar Multiple Sklerose mitverursachen. Denn die Bakteriengifte sind in der Lage, die von den Krankheitserregern befallenen Zähne zu verlassen und über das Blut zu anderen Organe zu gelangen. Weder die Entgiftungsfähigkeiten des Körpers noch seine Abwehr durch Entzündungsprozesse können die freigesetzten Gifte vollständig beseitigen. Stattdessen werden sie im Bindegewebe eingelagert und lassen neue Entzündungen entstehen. Nasennebenhöhle, Gallenblase, Blinddarm, Prostata, Nierenbecken und Herzklappen sind beliebte Orte. Auch die Bakterien selbst können den unentdeckten Krankheitsherd im Zahn verlassen und andere Organe befallen.

 

Mangelnde Mundhygiene

Schuld daran ist nach wie vor eine mangelnde Mundhygiene, aber auch Zahnbehandlungen selbst und in seltenen Fällen ein Mikrotrauma, die winzige Verletzung eines Zahnes. So kann die unliebsame Bekanntschaft eines Schneidezahnes mit der Kante eines Trinkglases unter Umständen den Nerv schädigen und entzünden. Thomas Busch, Zahnarzt in Homburg, behandelte vor Jahren einen Spieler des örtlichen Fußballclubs, der damals noch in der ersten Bundesliga mitmischte. Der Spieler war von einem Ball am Mund getroffen worden, ein Ereignis, das zunächst ohne Folgen zu bleiben schien. Doch wenige Wochen später klagte er bei einer zahnärztlichen Routineuntersuchung darüber, dass er sich den Trainingsanforderungen nicht mehr gewachsen fühle, er ständig schlapp und schwach sei. Ein Schneidezahn hatte unter der Wucht des Balles gelitten und sich unmerklich entzündet. Mit der schleichenden Infektion war die Abwehr des Spielers hoffnungslos überfordert.

 

Zahn soll erhalten bleiben

Im Allgemeinen strebt die Zahnmedizin den Zahnerhalt an. In diesem Bestreben wird gebohrt, geschliffen, ausgeräumt, desinfiziert, gestopft, verfüllt, lahmgelegt und versiegelt. „Die Zahnmedizin ist die einzige medizinische Disziplin, für die es annehmbar erscheint, totes und infiziertes Gewebe im Körper zu belassen", kritisiert der St. Gallener Zahnarzt Peter Schmid. Sämtliche zahnerhaltende Maßnahmen gingen nämlich davon aus, dass die Zahnhöhle nur an der Wurzelspitze geöffnet sei, und dass es genüge, sie steril zu verfüllen und gegen den Organismus abzudichten. Das aber eben reiche nicht, da ein Zahn pro Quadratmillimeter von rund 50.000 Kanälchen durchzogen sei, die unbehandelt blieben. In ihr nisten sich Bakterien ein, die ohne Sauerstoff auskommen und die in der Lage sind, ihre Form so zu verändern, dass sie auch noch Platz im Mikrosystem der Kanäle finden. Über dieses System finden auch die Bakteriengifte ihren Weg aus dem Zahn heraus. Da ein wurzeltoter Zahn eine Entzündung nicht mehr wahrnimmt, kann es vorerst unbemerkt zur Zystenbildung und Vereiterung im umgebenden Kieferknochen kommen.

Eine Art Glaubenskrieg wird unter Zahnärzten ausgefochten. Die einen sind gegen Wurzelbehandlung und für die rigorose und kompromisslose Entfernung entzündeter und toter Zähne, die anderen bestehen auf Zahnerhalt, um so lange wie möglich die Natürlichkeit des Gebisses zu bewahren.

Die „Zahnausreißer" warnen vor den Gefahren der Bakterien. So wies der Amerikaner Dr. Weston A. Price in einem 25 Jahre dauernden Versuchsprogramm nach, dass ein wurzelkanalgefüllter Zahn immer infiziert bleibt, egal wie gut er aussieht. Eine von ihm behandelte Patientin entwickelte beispielsweise eine schwere Arthritis. Der daraufhin gezogene Zahn wurde in die Rückenhaut eines Kaninchens verpflanzt, das nach zwei Tagen die gleichen Symptome entwickelte und wenige Tage danach starb. „Zahnerhalter" warnen hingegen vor möglichen Kieferverformungen, wenn plötzlich durch eine Zahnlücke die Statik zusammenbricht.

Die meisten Zahnärzte stehen aber wohl eher zwischen den Fronten. So räumt Professor Elmar Reich von der Universitätszahnklinik des Saarlandes ein, dass tatsächlich trotz Desinfektion und Verschluss Bakterien aus einer Zahnhöhle ausstreuen und dass trotz Wurzelspitzenentfernung Entzündungen fortschreiten können. Er weiß aber auch, dass der häufig praktizierte Stiftaufbau eines wurzelbehandelten Zahnes nicht immer der richtige Weg ist, da es zu Brüchen der Zahnsubstanz kommen kann. Mit Zahnersatz lasse sich auch selten eine vollständige Wiederherstellung der Gebiss-Eigenschaften erreichen. „Es gibt immer Einschränkungen im Knochen", sagt der Mediziner.

 

Zeitbombe Weisheitszahn

Neben toten Zähnen können auch Weisheitszähne zu Zeitbomben im Organismus werden und ihn „durch Entzündungen der Zahnsäckchen oder durch Druck auf den ins gesamte Nervensystem ausstrahlenden Trigeminusnerv belasten", weiß Thomas Busch.

Für Weisheitszähne ist (...) der Kiefer zu klein. Sollte man sie deshalb vorbeugend und generell ziehen, wie manche Zahnärzte vorschlagen? „Auf keinen Fall. Studien aus England haben belegt, dass ein prophylaktisches Ziehen von Weisheitszähnen nicht erforderlich ist", beruhigt Reich. Es genüge, abgesehen von Einzelfällen, abzuwarten, bis sie Beschwerden verursachen.

Wie erkennt man einen Herd in den Zähnen? Achten sie auf scheinbar unerklärliche körperliche Beschwerden. Sie körnen auf einen geschädigten Zahn als Ursache hinweisen. Schwäche und Kollaps nach einer Zahnbehandlung können ein Indiz für eine Herderkrankung sein. Ebenso das gleichzeitige Auftreten von Zahn- und Kopfschmerz. Der Zahnarzt wird die Zähne mit thermischen oder elektrischen Reizen stimulieren. Tuts weh, lebt der Zahnnerv noch. Auch die Röntgenaufnahme zeigt, wo etwas faul ist.

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Stand: 14. Dezember 2012
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