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Die
Veranstaltung fand am Mittwoch 24.1.2001 im Viernheimer „Forum der
Senioren“, statt. Im Anschluss an den Zeitungsartikel ist das Vortragsskript des Referenten veröffentlicht.
Aus:
Südhessen Morgen vom 26.1.2001. Von
Präparaten abhängig
Gesundheitstreff
diskutiert über Risiken von Hormonen
Viernheim. Sehr angeregt diskutiert wurde dieses Mal beim Viernheimer Gesundheitstreff - kein Wunder, denn mit dem Thema „Hormonbehandlung - überwiegt der Nutzen das Risiko?" hatte Allgemeinmediziner Manfred van Treek ein heißes Eisen angefasst. Nach
einem kurzen Referat über die Bedeutung der Hormone im Allgemeinen und der
Sexualhormone im Besonderen wurde ein Videomitschnitt einer „Kontraste"-Sendung
(ZDF) gezeigt. In dieser war eindrücklich dargestellt, dass die gängige
Verschreibungspraxis gerade von Wechseljahreshormonen keineswegs
unproblematisch ist. Am
Beispiel einer Brustkrebspatientin wurde gezeigt, dass die Hormone gerne als
„Lifestile-Medikamente" eingesetzt werden, um die natürliche Alterung
herauszuzögern und die Vitalität zu steigern. Ein Vertreter der
Arzneimittelkommission betonte, dass der von Frauenärzten beschworene
positive Effekt der Hormone gegen Osteoporose und Herzinfarkt keineswegs
nachgewiesen sei. Tatsächlich
noch viel zu wenig erforscht sei die Zahl der Nebenwirkungen. Bei einer
Verschreibung der Wechseljahreshormone an ein Drittel aller Frauen im
entsprechenden Alter handele es sich um ein „gigantisches
Massenexperiment". Außerdem wurde in dem Bericht darauf hingewiesen,
dass durch die Verzahnung von Pharmaindustrie mit Forschung und
Lehre/Weiterbildung der Ärzte keine unabhängige Aufklärung der Bevölkerung
stattfinde. Diese
Informationen machte so manche Zuhörerin
nachdenklich. Manch eine, die sich als jahrzehntelange Befürworterin der künstlichen
Hormone „outete", äußerte ihre Bedenken, was passiert, wenn sie später
die Hormone wieder absetzt. Die Hormone - egal ob als „Pille" oder als
Wechseljahreshormone - waren gern als Zeichen der Freiheit gesehen worden. „Wenn
ich es aber wirklich bedenke, bin ich all die Jahre abhängig von diesen Präparaten
gewesen", sagte eine Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung. Wirkliche
Unabhängigkeit von der Pharmaindustrie habe sie erst mit der Entwicklung
eines eigenen Fruchtbarkeitsbewusstseins erreicht, berichtete eine andere
Teilnehmerin von ihren Erfahrungen mit der Pille und der Methode der „Natürlichen
Empfängnisregelung". Eine
Mutter machte sich Sorgen darüber, wie es vermieden werden kann, dass bereits
junge Mädchen unkritisch an die Einnahme künstlicher Hormone herangeführt
werden, ohne jedoch das Risiko einer ungewollten Teenagerschwangerschaft zu
erhöhen. Fazit
der Veranstaltung war: Aufklärung tut Not. Nicht nur Mädchen und Frauen
sollten über diese Thematik Bescheid wissen, sondern ebenso jugendliche und
erwachsene Männer. Die Risiken der Einnahme künstlicher Sexualhormone sind
in der Bevölkerung noch weit weniger bekannt als die Versprechungen der
Werbung für entsprechende Pharmaka.
GesundheitstreffViernheim,
24.1.2001
Behandlung mit Hormonen - überwiegt der Nutzen das Risiko? ---- einleitendes Statement ---- Vortragsskript Hormonbehandlungen
haben in den letzten Jahren einen immer größeren Umfang angenommen. In der
Medizin gibt es die Schilddrüsenhormonbehandlung und die Behandlung mit
Cortison, z.B. beim entzündlichen Rheuma. Wir wollen uns heute
mit der Gabe von weiblichen Sexualhormonen in den Wechseljahren beschäftigen.
Das
körpereigene Hormonsystem steuert wichtige Funktionen des Stoffwechsels, des
Nervensystems und sogar der Psyche. Das Sexualhormonsystem regelt ganze
Lebensabschnitte wie Pubertät, Geschlechtsreife, Fortpflanzung und Älterwerden.
Die einzelnen Bereiche des Gesamthormonsystems greifen ineinander, beeinflussen
sich gegenseitig und unterliegen gemeinsam der Steuerung durch das Gehirn und
das Bewusstsein. Die
therapeutische Gabe von Sexualhormonen ist umstritten. Zu den vehementesten
Verfechtern der Einnahme von weiblichen Sexualhormonen in den Wechseljahren gehören
die Gynäkologen. Sie führen als Nutzen an: die Frau fühle sich einige Jahre länger
jung, ihr Skelett würde nicht so schnell entkalken und am Sexualverkehr habe
sie länger Freude. Außerdem sollen Sexualhormone in den Wechseljahren vor
Herzinfarkt schützen. Die
meisten Frauen nehmen irgendwann in ihrem Leben Sexualhormone zur Verhütung
ein. Der mit dieser „Pille“ angestrebte Nutzen lautet: Sexualität ohne
Schwangerschaft. Nun
haben aber pharmazeutische Sexualhormone gravierende Nebenwirkungen und Risiken. Die
Frauen selbst wägen eher Nutzen und Risiko gegeneinander ab. Die weitaus große
Mehrheit der Hormonbenutzerinnen beendet die Einnahme nach einigen Monaten bis
einigen Jahren wieder, bleibt also weit unter dem anvisierten Ziel der
Hormonverordner, die Pharmaka bis ins hohe Alter einzunehmen. Wenn die älter
werdende Frau Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen verspürt, dann beendet
sie oft von sich aus, manchmal gegen den heftigen Widerstand des Gynäkologen,
die Hormoneinnahme. Videomitschnitt aus „Kontraste“ vom 7.12.2000:
Naturheilkundlich
ausgerichtete Ärzte streben eine Medizin an, die im Einklang mit der Natur
verwirklicht wird. Die pharmazeutische Gabe von Sexualhormonen stellt einen sehr
starken Eingriff in die natürlichen Körperfunktionen dar. Somit würden
Naturheilkundler die Sexualhormonbehandlung bis auf wenige medizinisch wohlbegründete
Ausnahmen kritisch betrachten. Für die Wechseljahre werden pflanzentherapeutische Mittel aus Traubensilberkerzenwurzelstock oder Rhapontikrhabarberwurzel empfohlen. Zur Blutreinigung dienen Teemischungen und ausleitende Verfahren wie Aderlass oder Schröpfbehandlung. Gegen befürchtete Knochenentkalkungen können Mineralstoffe und Vitamin D3-Gaben eingesetzt werden. Manfred
van Treek
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