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Praxis Manfred van Treek - Viernheim

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Gesundheitstreff

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Dieser Artikel ist seit dem 18.02.2001 auf dieser Webseite.

 

Die Veranstaltung fand am Mittwoch 24.1.2001 im Viernheimer „Forum der Senioren“, statt.

Im Anschluss an den Zeitungsartikel ist das Vortragsskript des Referenten veröffentlicht.

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Aus: Südhessen Morgen vom 26.1.2001.

Von Präparaten abhängig

Gesundheitstreff diskutiert über Risiken von Hormonen

 

Viernheim. 

Sehr angeregt diskutiert wurde dieses Mal beim Viernheimer Gesundheitstreff - kein Wunder, denn mit dem Thema „Hormonbehandlung - überwiegt der Nutzen das Risiko?" hatte Allgemeinmediziner Manfred van Treek ein heißes Eisen angefasst. 

Nach einem kurzen Referat über die Bedeutung der Hormone im Allgemeinen und der Sexualhormone im Besonderen wurde ein Videomitschnitt einer „Kontraste"-Sendung (ZDF) gezeigt. In dieser war eindrücklich dargestellt, dass die gängige Verschreibungspraxis gerade von Wechseljahreshormonen keineswegs unproblematisch ist.

Am Beispiel einer Brustkrebspatientin wurde gezeigt, dass die Hormone gerne als „Lifestile-Medikamente" eingesetzt werden, um die natürliche Alterung herauszuzögern und die Vitalität zu steigern. Ein Vertreter der Arzneimittelkommission betonte, dass der von Frauenärzten beschworene positive Effekt der Hormone gegen Osteoporose und Herzinfarkt keineswegs nachgewiesen sei.

Tatsächlich noch viel zu wenig erforscht sei die Zahl der Nebenwirkungen. Bei einer Verschreibung der Wechseljahreshormone an ein Drittel aller Frauen im entsprechenden Alter handele es sich um ein „gigantisches Massenexperiment". Außerdem wurde in dem Bericht darauf hingewiesen, dass durch die Verzahnung von Pharmaindustrie mit Forschung und Lehre/Weiterbildung der Ärzte keine unabhängige Aufklärung der Bevölkerung stattfinde.

Diese Informationen machte so manche Zuhörerin nachdenklich. Manch eine, die sich als jahrzehntelange Befürworterin der künstlichen Hormone „outete", äußerte ihre Bedenken, was passiert, wenn sie später die Hormone wieder absetzt. Die Hormone - egal ob als „Pille" oder als Wechseljahreshormone - waren gern als Zeichen der Freiheit gesehen worden.

„Wenn ich es aber wirklich bedenke, bin ich all die Jahre abhängig von diesen Präparaten gewesen", sagte eine Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung. Wirkliche Unabhängigkeit von der Pharmaindustrie habe sie erst mit der Entwicklung eines eigenen Fruchtbarkeitsbewusstseins erreicht, berichtete eine andere Teilnehmerin von ihren Erfahrungen mit der Pille und der Methode der „Natürlichen Empfängnisregelung".

Eine Mutter machte sich Sorgen darüber, wie es vermieden werden kann, dass bereits junge Mädchen unkritisch an die Einnahme künstlicher Hormone herangeführt werden, ohne jedoch das Risiko einer ungewollten Teenagerschwangerschaft zu erhöhen.

Fazit der Veranstaltung war: Aufklärung tut Not. Nicht nur Mädchen und Frauen sollten über diese Thematik Bescheid wissen, sondern ebenso jugendliche und erwachsene Männer. Die Risiken der Einnahme künstlicher Sexualhormone sind in der Bevölkerung noch weit weniger bekannt als die Versprechungen der Werbung für entsprechende Pharmaka.

 

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Gesundheitstreff

Viernheim, 24.1.2001

Behandlung mit Hormonen - überwiegt der Nutzen das Risiko? 

---- einleitendes Statement ---- Vortragsskript

Hormonbehandlungen haben in den letzten Jahren einen immer größeren Umfang angenommen. In der Medizin gibt es die Schilddrüsenhormonbehandlung und die Behandlung mit Cortison, z.B. beim entzündlichen Rheuma. Wir wollen uns heute  mit der Gabe von weiblichen Sexualhormonen in den Wechseljahren beschäftigen.

Das körpereigene Hormonsystem steuert wichtige Funktionen des Stoffwechsels, des Nervensystems und sogar der Psyche. Das Sexualhormonsystem regelt ganze Lebensabschnitte wie Pubertät, Geschlechtsreife, Fortpflanzung und Älterwerden. Die einzelnen Bereiche des Gesamthormonsystems greifen ineinander, beeinflussen sich gegenseitig und unterliegen gemeinsam der Steuerung durch das Gehirn und das Bewusstsein.

Die therapeutische Gabe von Sexualhormonen ist umstritten. Zu den vehementesten Verfechtern der Einnahme von weiblichen Sexualhormonen in den Wechseljahren gehören die Gynäkologen. Sie führen als Nutzen an: die Frau fühle sich einige Jahre länger jung, ihr Skelett würde nicht so schnell entkalken und am Sexualverkehr habe sie länger Freude. Außerdem sollen Sexualhormone in den Wechseljahren vor Herzinfarkt schützen.

Die meisten Frauen nehmen irgendwann in ihrem Leben Sexualhormone zur Verhütung ein. Der mit dieser „Pille“ angestrebte Nutzen lautet: Sexualität ohne Schwangerschaft.

Nun haben aber pharmazeutische Sexualhormone gravierende Nebenwirkungen und Risiken.

Die Frauen selbst wägen eher Nutzen und Risiko gegeneinander ab. Die weitaus große Mehrheit der Hormonbenutzerinnen beendet die Einnahme nach einigen Monaten bis einigen Jahren wieder, bleibt also weit unter dem anvisierten Ziel der Hormonverordner, die Pharmaka bis ins hohe Alter einzunehmen. Wenn die älter werdende Frau Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen verspürt, dann beendet sie oft von sich aus, manchmal gegen den heftigen Widerstand des Gynäkologen, die Hormoneinnahme.

Videomitschnitt aus „Kontraste“ vom 7.12.2000:

In der „Roten Liste“ (Arzneimittelliste) und im Beipackzettel angegebene Nebenwirkungen: 

Hautreaktionen:

Allergiequaddeln, Juckreiz, Pigmentstörungen

Stoffwechselreaktionen:

Magen-Darm-Beschwerden, Gallestau, Leberentzündung, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, Beinkrämpfe

Herz- und Gefäßreaktionen:

Venenkomplikationen, Thrombose, Lungenembolie, Schlaganfall, Herzinfarkt, Sehstörungen, Hörstörungen, Bluthochdruck, Herzrasen

Neurologische Reaktionen:

Schwindel, Kopfschmerzen, Migräne

Psychische Reaktionen:

Depressive Zustände

In der Roten Liste nicht genannt, aber in der Praxis beobachtet:

Brustkrebs, Immunabwehrschwäche, gehäufte Infekte, Blasenentzündungen, Nebenhöhlenentzündungen, Angina, Bronchitis, Übelkeit, Erbrechen, Darmpilz, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Angstzustände

Naturheilkundlich ausgerichtete Ärzte streben eine Medizin an, die im Einklang mit der Natur verwirklicht wird. Die pharmazeutische Gabe von Sexualhormonen stellt einen sehr starken Eingriff in die natürlichen Körperfunktionen dar. Somit würden Naturheilkundler die Sexualhormonbehandlung bis auf wenige medizinisch wohlbegründete Ausnahmen kritisch betrachten.

Für die Wechseljahre werden pflanzentherapeutische Mittel aus Traubensilberkerzenwurzelstock oder Rhapontikrhabarberwurzel empfohlen. Zur Blutreinigung dienen Teemischungen und ausleitende Verfahren wie Aderlass oder Schröpfbehandlung. Gegen befürchtete Knochenentkalkungen können Mineralstoffe und Vitamin D3-Gaben eingesetzt werden. 

Manfred van Treek

 

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Stand: 14. Dezember 2012
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