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Hormone/BS-Vorfall

Gewicht & Spirale ] 5 J. Spirale: Myom ] [ Hormone/BS-Vorfall ]

 

Dieser Beitrag ist seit dem 26.09.2004 auf dieser Webseite

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Sendung mit Pastor Fliege

Hormonpräparate und Bandscheibenvorfall

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Folgende Anfrage erreichte die Redaktion Medizinkritik am 10.9.2004:

 

Sehr geehrter Herr van Treek,

 

meine Mutter ist jetzt 60 und hat massive Probleme mit Schulter– und Nackenverspannungen sowie Bandscheibenvorfall im Halsbereich C5/6 und C6/7.

Vor 6 Wochen war sie zur Kur und bekam Infusionen und Spritzen.

Das hat alles nicht geholfen. Daraufhin hat der Arzt ihr einen Rückenmuskelnerv abgetötet.

Keine Besserung. Nun erneut Infusionen.

Gestern hat sie im Fernsehen eine Sendung bei Fliege gesehen, wo über Hormonbehandlung diskutiert wurde und da hat sie einen Zusammenhang zu ihrer Hormonbehandlung geschlossen.

Mit 40  hat man ihr die Gebärmutter und die Eierstöcke entfernt und ihr Hormone verabreicht.

Als sie dann von ........ nach Bayern zog und einen anderen Arzt hatte, ging das weiter.

Sie nahm Oestrofeminal.

1998 bis 2004/Februar: Oestrofeminal 1,25 mg.

Seit 2004/März: Activelle jeden 2. Tag eine Tablette.

Die Fernsehdiskussion hat sie so bewegt (Geschäftemacherei mit Hormonverabreichung), dass sie heute mit diesen Tabletten aufhört.  

Ich habe ihr empfohlen, Magnesium zu nehmen.

Kann sie diese Medikamente einfach so absetzen?

Besteht ein Zusammenhang zwischen der 20jährigen Einnahme der Hormone und den geschilderten Beschwerden?

Was können Sie ihr raten?

Leider hat sie kein Internet und so schreibe ich in ihrem Auftrag.

 

Mit freundlichen Grüßen

K.G.

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Antwort der Redaktion am 25.9.2004:

 

Sehr geehrte Frau G.

 

Vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ein möglicher Zusammenhang zwischen der Einnahme künstlicher Sexualhormone (Pille, Wechseljahreshormone) und chronischen Wirbelsäulenproblemen bis hin zum Bandscheibenvorfall wird in der Medizin meines Wissens nicht diskutiert. Ich kenne auch keine Studien, die diese Frage bereits erörtert haben. Möglicherweise gibt es solche Untersuchungen.

 

Es ist denkbar, dass ein Zusammenhang nicht direkt besteht, sondern indirekt über die Stoffwechselstörung, die durch die von den künstlichen Hormonersatzstoffen hervorgerufene Hormonstörung bedingt ist. Aber das möchte ich nur als Hypothese verstanden wissen: Kunsthormone greifen in den Vitamin-, Spurenelemente- und Mineralstoffwechsel ein und verfälschen ihn. Ein intakter Gesamtstoffwechsel ist aber Voraussetzung für das Gleichgewicht zwischen Bindegewebsaufbau und -abbau. Es kommt möglicherweise zu einem Überwiegen des Bindegewebsabbaustoffwechsels, wie es beim Vitamin-C-Mangel (Skorbut) oder bei der einseitigen Ernährung mit fabrikzuckerhaltigen Lebens- und Genussmitteln bekannt ist (Karies, Arthrose, Degeneration). Einerseits kommt es zum Verlust der Elastizität des Bindegewebes (Reduktion der elastischen Fasern), andererseits kommt es zur Verhärtung (Kalkeinlagerung; Kalkeinlagerung an den falschen Stellen, nicht im Knochen, wo sie stattfinden sollte, sondern in Muskeln, Sehnenansätzen, Gelenkkapseln, Knorpel).

Diese Entwicklung geschieht aber auch ohne den Einfluss künstlicher Hormone z.B. beim Altern und übrigens auch bei Männern, die bekanntlich nicht von den Hormonpräparateangeboten der modernen Medizin betroffen gewesen sind.

 

Ein wichtiges Ereignis im Leben Ihrer Mutter war die Gebärmutterentfernung mit 40 Jahren. Warum wurde dies denn gemacht? Vor 20 Jahren wurde dies leider noch viel leichtfertiger durchgeführt als heute. Damit hat aber im Leben Ihrer Mutter etwas viel zu früh nicht mehr stattfinden können, was noch gut 10 Jahre hätte laufen müssen. Ich meine die monatliche Menstruationsblutung, die bereits Hippokrates vor 2300 Jahren als etwas für die Frau sehr Wichtiges gehalten hat: „Wenn die Frau ihre Monatsblutung nicht richtig absondert, erkrankt sie an ihrem Leibe“. Gifte werden nicht mehr ausgeleitet, das Bindegewebe verschlackt, der Stoffwechsel wird gebremst und Nerven werden gereizt.

Deswegen der Rat der Naturheilkunde an alle Frauen, die vor der Menopause ihre Gebärmutter verlieren und somit nicht mehr bluten. In solchen Fällen sollte alle 2-3 Monate ein Aderlass im Sinne des Reinigungsaderlasses nach Hildegard von Bingen stattfinden. Wenn der Gynäkologe nicht zu helfen bereit ist, sollte die Frau zu einem Heilpraktiker oder Naturheilkundler gehen.

 

Meiner Meinung nach hat Ihre Mutter eine gute Entscheidung getroffen, indem sie das Präparat Activelle jetzt abgesetzt hat.

Eine Tablette Activelle (Novo Nordisk) enthält folgende Wirkstoffe:

Estradiol 1 mg und Norethisteronacetat 0,5 mg (NEA).

Dabei ist Estradiol zwar naturidentisch, aber das NEA als künstlicher Progesteronersatzstoff ist laut Dr. Lee nicht in der Lage, die Nebenwirkungen des Estradiols auszubalanzieren (www.johnleemd.com).

Im Gegenteil: diese Hormonkombination ist vergleichbar mit den Präparaten, die in den 2003 veröffentlichten Studien (USA und Großbritannien) untersucht wurden, und die die ca. 30 Jahre von den Gynäkologen betriebenen Hormonapplikationen in Verruf gebracht haben. Nachfolgend sind die Ergebnisse der US-Studie zusammengefasst:

 

Die Studie aus den USA:

28. Mai 2003

Veröffentlichung neuer Ergebnisse der „Women´s Health Initiative Study“ im Journal of the American Medical Association (JAMA).

Geplant war eine Beobachtung über 8 Behandlungsjahre.

16608 Frauen zwischen 50 und 79 Jahren wurden einbezogen.

Die Hälfte bekam eine HRT (Hormonale Ersatztherapie), die andere Hälfte ein Placebo.

Bei der HRT-Gruppe bekamen hysterektomierte Frauen (Frauen nach Gebärmutterentfernung) eine Östrogenmonotherapie, nicht hysterektomierte Frauen bekamen eine Kombinationstherapie (Östrogen plus Progesteronersatzstoff / wie bei Activelle).

Ergebnis:

Nach 5 Jahren (Mai 2003) musste der Versuch für die Frauen mit Kombinationstherapie abgebrochen werden, weil sich erhöhte Risiken für folgende Erkrankungen zeigten:

Invasives Mammacarcinom (+ 26 %)

Thromboembolie (+ 100 %)

Koronare Herzkrankheit (+ 29 %)

Schlaganfall (+ 41 %)

 

Prozentzahlen aus: arznei-telegramm Berlin (Internet)

 

Was aber könnte Ihre Mutter wegen ihres Rückenleidens nun tun? Da ich die Patientin nicht persönlich kenne, dürfen Sie die nachfolgenden Ausführungen nicht als konkrete Therapieempfehlungen betrachten. Es sind allgemeine Hinweise auf Möglichkeiten der Naturheilkunde.

 

Zunächst ist da die Frage nach der Konstitution: ist sie eher ein pyknischer Typus (klein, gedrungen, übergewichtig) oder eher ein asthenischer Typus (hager und dürr)?

In jedem Falle dürfte physikalische Therapie mit krankengymnastischen Übungen sinnvoll sein.

Je nach Konstitutionstypus kann mit unterschiedlichen ausleitenden Verfahren behandelt werden. „Nerven abtöten“ wäre für mich das Allerletzte.

Nach humoralpathologischen Gesichtspunkten entsteht Schmerz u.a. durch Verschlackung des Gewebes mit exogenen und endogen im Stoffwechsel entstehenden Giften. Der asthenische Typus kann bei Rückenschmerzen am Ort des Schmerzes mit einem Cantharidenpflaster behandelt werden (Siehe Artikel auf dieser Webseite). Auch trockene Schröpfung oder pulsierende Saugmassage sind denkbar. Der pyknische, übergewichtige, blutfüllige Typus wird besser mit blutausleitenden Verfahren behandelt, z.B. mit blutigen Schröpfbehandlungen oder Blutegeln.

Beiden würde wahrscheinlich die pulsierende Magnetfeldtherapie gut tun. Auch über die Baunscheidtbehandlung sollte sich Ihre Mutter informieren.

Bei chronisch Kranken ist das verschlackte Gewebe übersäuert. Deswegen könnte die Entsäuerungsbehandlung mit Basenpulver eine Möglichkeit sein (siehe: www.melhorn.de). Mit Luvos Heilerde ultra zum Einnehmen täglich und von chronisch Kranken lebenslang täglich „getrunken“ kann über den Darm entgiftet werden.

Um über die Nahrung möglichst viel Lebensenergie und Kraft zu bekommen, sollte in der Ernährung ein hoher Anteil an „hochungesättigten“ Ölen sein. Keine gehärteten Fette, keine Nahrung mit gesättigten Fettsäuren, also keine Wurst, kein Fleisch, kein Geflügel. Anstatt tierisches Fleischeiweiß drei mal die Woche Fisch mit seinem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Leinöl enthält mit dem dreifach ungesättigten Linolen die beste Fettsäure überhaupt. Budwig-Creme nach Dr. Johanna Budwig (2x täglich) ist nicht nur kerngesund, sondern schmeckt auch noch gut. Herstellung einer Portion: auf 100 Gramm Magerquark 2 Esslöffel Leinöl und 1 Esslöffel geschrotete Leinsamen. Diese Basiscreme entweder süß mit Honig, Früchten, Müsli als Brotaufstrich oder Brei genießen, oder herzhaft mit Kräutern, Galgantpulver und Kräutersalz.

 

Ob Ihre Mutter von einer Behandlung mit naturidentischem Progesteron (Gelbkörperhormon) profitieren würde, können Sie möglicherweise anhand der beiden nachfolgenden Listen ersehen (Anm.: diese Listen sind für die noch fruchtbare Frau vor den Wechseljahren, können vom Prinzip her aber auch für die ältere Frau herangezogen werden):

 

Funktionen des Progesterons

 

Ø      Vorstufe für die Sexualhormone

Ø      Erhält die Gebärmutterschleimhaut im Zyklus für 11-15 Tage ab dem Eisprung

Ø      Erhält die Gebärmutterschleimhaut während der gesamten Schwangerschaft

Ø      Notwendig für das Überleben des Kindes während der Schwangerschaft

Ø      Schützt die Brust vor fibrozystischer Mastopathie

Ø      Ist ein natürliches Entwässerungsmittel

Ø      Hilft bei der Umwandlung von Fettgewebe in Energie

Ø      Ist ein natürliches Antidepressivum

Ø      Hilft bei der Schilddrüsenhormonfunktion

Ø      Normalisiert die Blutgerinnung

Ø      Fördert die verlorene Libido

Ø      Hilft bei der Normalisierung des Blutzuckers

Ø      Normalisiert den Zink- und Kupferspiegel im Blut

Ø      Fördert den Sauerstoffgehalt der Zellen

Ø      Schützt vor Gebärmutterkrebs

Ø      Hilft beim Schutz vor Brustkrebs

Ø      Baut den Knochen auf und schützt vor Osteoporose

Ø      Ist eine Vorstufe der Cortison- und Aldosteronsynsthese in den Nebennieren.

 

Zeichen und Symptome der Östrogendominanz

 

Ø      Wassereinlagerungen, Ödeme

Ø      Müdigkeit, Leistungsknick

Ø      Brustschwellung

Ø      Fibrozystische Mastopathie

Ø      Prämenstruelle Stimmungsschwankungen

Ø      Depressionen

Ø      Libidoverlust

Ø      Starke oder unregelmäßige Menstruationen

Ø      Gebärmuttermyome

Ø      Süßigkeitenhunger

Ø      Gewichtszunahme, Fettansatz an Hüften und Bauch

Ø      Schilddrüsenunterfunktionssymptome wie kalte Hände und kalte Füße

 

Ich hoffe, Ihnen nun einige nützliche Hinweise gegeben zu haben. Sie müssen nun sehen, was Sie in Eigenregie oder mit einem Therapeuten vor Ort gemeinsam umsetzen wollen.

 

Mit freundlichen Grüßen

M. van Treek

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Stand: 14. Dezember 2012
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