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Schwanger werden während Menstruation?
- Geschlechtsverkehr während der Menstruation -
Anfrage an die Redaktion MedizinkritikHallo.
Antwort der Redaktion Lieber Herr ??? Eher unwahrscheinlich, da zur Zeit der Menstruation noch kein befruchtetes Ei per Eisprung bereitgestellt ist. In den Tagen nach der Menstruation finden hormonelle Veränderungen im Körper der Frau statt, welche vom Gehirn bzw. der Hirnanhangdrüse gesteuert werden. Unter dem Einfluss eines Hirnanhangdrüsenhormons (genannt FSH oder Follikel Stimulierendes Hormon) werden die Eibläschen (Follikel) im Eierstock über mehrere Tage hin stimuliert, d.h. sie vergrößern sich. Das größte kann bis zu 3 cm groß werden. Dieses platzt dann beim Eisprung und gibt das weibliche Ei frei, welches entweder befruchtet wird (dabei entsteht ein Kind), oder das unbefruchtete Ei geht nach etwa 6 Stunden zugrunde. Neben der Wirkung auf die Follikel verursacht das FSH eine bis zum Eisprung hin immer stärkere Freisetzung von Östrogenen (weibliche Eierstockhormone), welche einerseits die Gebärmutterschleimhaut auf die mögliche Einnistung eines Embryonenkindes vorbereiten, und andererseits die Bildung des Fruchtbarkeitsschleims im Gebärmutterhalskanal hervorrufen. Wenn die Östrogenkonzentration sehr hoch ist - das kann in der Mitte des Zyklus sein - da wo man auch den Eisprung erwartet, dann ist der Fruchtbarkeitsschleim sehr flüssig und dehnbar, der Gebärmutterhalskanal hat sich geöffnet und dann erst gelangen die Spermien zum Ei. Somit kann die eigentliche Befruchtung tatsächlich nur in der Zeit des Eisprungs stattfinden. Jetzt kommt aber das: ABER! Aber es ist durchaus möglich, dass bereits kurze Zeit nach der Menstruation Fruchtbarkeitsschleim in geringer Menge und in zäher, weißlich-dicklicher, klumpiger Qualität vom Gebärmutterhalskanal freigegeben wird. Die hormonelle Grundlage dafür ist eine anfangs geringe, später ansteigende Östrogenkonzentration im Blut. Die Östrogenkonzentration ist dabei noch zu gering, als dass sich der Gebärmutterhalskanal öffnet und der flüssige, fadenziehende Schleim auftritt. Aber in jedem auftretenden Fruchtbarkeitsschleim können Spermien bis zu 6 Tagen überleben; sie brauchen dann nur darauf zu warten, dass die Verhältnisse für eine Wanderung zum Ei sich bessern. Wenn der Schleim nun so früh im Zyklus auftritt, dass die letzte Phase der Menstruationsblutung diesen Schleim "verdeckt" (eher selten), dann könnte es natürlich zur Befruchtung kommen. Um in Eurem Fall in Zukunft Gewissheit zu haben, wäre es gut, wenn die junge Frau die Zyklusselbstbeobachtung im Sinne der Natürlichen Empfängnisregelung praktizieren würde. Dann könnte man auch eine Zwischenblutung von einer Menstruationsblutung unterscheiden. Eine Zwischenblutung kann mitten im Zyklus auftreten, und sie kann sich nach neun Monaten, wenn man ein süßes Baby im Arm hält, im Nachhinein als sehr fruchtbar erweisen. Der Zwischenblutung geht im Gegensatz zur echten Menstruationsblutung, keine Temperaturhochlage voraus. Um dies feststellen zu können, muss die Frau (oder besser: das Paar) aber die Selbstbeobachtung durchführen. Literatur:
Natürliche
Empfängnisregelung, Rötzer, Herder-Verlag. Der persönliche Zyklus der Frau, Rötzer, Herder-Verlag. Alles Gute und einen glücklichen und verantwortungsvollen Umgang mit Eurer Fruchtbarkeit wünscht
Manfred van Treek
PS:
Wenn
Ihr nochmal mailt, nennt mal Eure Namen, damit ich weiß, wie ich Euch
ansprechen kann.
Und:
Pass auf Deine Freundin auf! Wenn sie mit diesen Fragen zum Gynäkologen geht,
wird der nichts besseres zu tun haben, als ihr die Pille zu verpassen.
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