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Schwanger Ja/Nein

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Schwanger – ja oder nein?

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Folgende Anfrage erreichte die Redaktion am 09.02.2003:

ich bin ..., 16, hab ne frage: kann ich schwanger sein, wenn ich noch nicht meine Tage, aber schon Weißfluss habe ? 

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12.02.2003

 

Sehr geehrte ...

 

Vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage.

Eigentlich benötigte ich noch einige Angaben.

 

Wenn Sie sagen: "..., wenn ich noch nicht meine Tage habe", meinen Sie damit, mitten im Zyklus zu stehen oder kurz vor der erwarteten Regel zu sein?

Meinen Sie mit "Weißfluss" den Fruchtbarkeitsschleim, der einen oder mehrere aber meistens nur wenige Tage nach Ende der Menstruation auftritt?

 

Ob Sie ein Baby bekommen, hängt von Geschlechtsverkehr zur fruchtbaren Zeit ab. Ob Verkehr stattgefunden hat, schreiben Sie allerdings nicht, aber ich gehe mal davon aus.

 

Ich bin dafür, dass alle Mädchen (und auch Jungen) in Ihrem Alter (und sogar 1-2 Jahre früher) darüber informiert werden, wie die fruchtbaren Tage der Frau ermittelt werden. Und es sollten auch die ethischen und religiösen Gesichtspunkte des für die glückliche Entwicklung eines Menschen so wichtigen Gebietes der Liebe und der Fortpflanzung vermittelt werden. Dann könnten auch schon Jugendliche verantwortliche Entscheidungen treffen.

 

Ich möchte Ihnen noch einige praktische Hinweise geben. Der Fruchtbarkeitsschleim („Weißfluss“) wird von den Schleimdrüsen des Gebärmutterhalskanals unter Östrogeneinfluss nach der Menstruation im ersten Teil des Zyklus produziert. Er ist zunächst weißlich-dicklich, klebrig, dann eventuell gelblich-cremig, später richtig nass, fadenziehend, etwa so, wie das Eiweiß des rohen Hühnereis. Der Fruchtbarkeitsschleim hat die Aufgabe, männliche Spermien aufzunehmen und, wenn der Verkehr am Beginn des „Weißflusses“ stattgefunden hat, bis zu 5-7 Tagen zu ernähren, bis der Schleim nämlich fadenziehend und wie das Eiweiß des rohen Hühnereis geworden ist. Diese letztgenannte Qualität des Fruchtbarkeitsschleims ist dann in der Lage, die Spermien auch „durchzulassen“, denn in dieser Phase öffnet sich unter starkem Östrogeneinfluss der Muttermund und die Spermien können zum weiblichen Ei wandern, welches in etwa diesen Tagen beim Eisprung den Eierstock verlassen hat und vom Eileiter aufgenommen worden ist. Das Ei selber ist nach dem Eisprung übrigens nur 6-8 Stunden befruchtbar. Was die fruchtbare Zeit der Frau aber dennoch 6-9 Tage lang werden lässt, ist die Vitalität der Spermien, die mit Hilfe des Fruchtbarkeitsschleims aufrechterhalten wird; deswegen heißt er so.

Empfehlung: aus Gründen des besseren Verstehens in Zukunft nicht mehr „Weißfluss“, sondern „Fruchtbarkeitsschleim“ sagen.

 

Nach dem Eisprung steigt die Körpertemperatur der Frau an, dass kann, muss aber nicht genau in der Mitte eines 28tägigen „Normzyklus“ sein. Junge Mädchen und Frauen sollten sich übrigens davon lösen, zu denken: wenn der Zyklus nicht genau 28 Tage ist, dann ist etwas nicht normal. Normal ist mehr, als man denkt. Das hat Professor Rötzer sehr gut in seinem Buch: „Der persönliche Zyklus der Frau – von der Vorpubertät bis zu den Wechseljahren“, Herder-Verlag, beschrieben. Jedenfalls kommt es nach dem Eisprung zur Gelbkörperbildung, und das Gelbkörperhormon führt zur Temperaturhochlage nach dem Eisprung.

 

Die Frau, die Erfahrung in der „Natürlichen Empfängnisregelung“ (ebenfalls Buch von Rötzer, Herder-Verlag) hat, und die wissen möchte, ob sie schwanger geworden ist, misst die Temperatur einfach weiter, und wenn anstelle einer Blutung ihre Körpertemperatur noch mal um 0,2 bis 0,3 °C ansteigt, dann weiß sie, dass in ihrem Körper ein Kind heranwächst.

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie gerne noch mal mailen.

Mit diesen Fragen können Sie sich aber auch an Ihren Hausarzt wenden.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

M. van Treek

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Stand: 14. Dezember 2012
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