www.medizinkritik.de

Praxis Manfred van Treek - Viernheim

Home Nach oben Inhalt

Zu langer Zyklus

Zyklen unregelmäßig ] Prolaktinerhöhung ] Schmerzhafte Meno ] PMS/Perimenopause ] [ Zu langer Zyklus ] GV am 7. Zyklustag ] Schwanger Ja/Nein ] GV bei Mens ] Schwanger & Meno ] GV während Mens ]

 

Dieser Beitrag ist seit dem 02.07.2003 auf dieser Webseite

horizontal rule

Was tun bei zu langem Zyklus ?

horizontal rule

Nachfolgende Anfrage erreichte die Redaktion Medizinkritik am 13.6.2003:


Hallo!

Ich bin 32 und habe eine Tochter von 3 Jahren.
Meine Regel kam nie pünktlich, es gab auch Zeiten, da war sie einige Monate ausgeblieben. Dank Agnolyt-Tropfen kam sie einigermaßen regelmäßig und fast ohne Schmerzen und schlechte Laune.
Nun ist es so das mein Zyklus immer länger wird. Die ganze Zeit waren es 35 Tage, aber seit einem Jahr wird der Zyklus unregelmäßiger ... bis 42 Tage.
Bis die Blutung dann endlich durchkommt, gehe ich körperlich und seelisch  durch Höhen und Tiefen mit Heulerei.
Ich weiß gar nicht, wie oft ich einen Schwangerschaftstest machte. Jetzt habe ich einen Schleim-Tester, um die fruchtbaren Tage heraus zu finden, aber wie es scheint, habe ich nicht mal einen Eisprung. Das würde auch bedeuten, das ich nicht schwanger werden kann. Ich habe seit Tagen Schmerzen, aber keine Blutung. Schwanger bin ich nicht, ich habe wieder einen Test gemacht. Aber die Brüste tun weh, und ich habe Unterleibschmerzen. Heute ist schon der 41 Tag.

Meine Frage lautet: Was tun bei einem zu langem Zyklus?
Kann man überhaupt die fruchtbaren Tage bzw. einen Eisprung feststellen?

Vielen Dank für eine Antwort

Mit freundlichen Grüßen

M.

horizontal rule

Antwort der Redaktion vom 02.07.2003:

 

Sehr geehrte Frau M.

Vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage.

Der Schleim-Tester (wahrscheinlich der für die Speichel-Testung) ist zwar eine gute Hilfe, aber wenn Sie eine Schwangerschaft vermeiden müssen, dann ist er doch zu ungenau.

Sie könnten sich doch mal überlegen, ob Sie sich nicht mit der Natürlichen Empfängnisregelung (NER) nach Professor Rötzer (siehe: www.iner.org) beschäftigen wollen. Dabei erkennen Sie mit Hilfe Ihres Fruchtbarkeitsschleims, der einige Tage nach Ende Ihrer Monatsblutung auftritt, ob die Östrogenkonzentration in Ihrem Blut ansteigt. Die Östrogenkonzentration steigt bei der Frau dann an, wenn die sogenannten Eibläschen in Ihrem Eierstock heranreifen und immer größer werden. Beim Eisprung platzt dann das am größten gewachsene Eibläschen und gibt das weibliche Ei frei. Wenn es zum Eisprung kommt, dann ist er meistens am letzten Tag mit dem flüssigsten, dehnbarsten oder fadenziehendsten Fruchtbarkeitsschleim. Der Eisprung kann auch schon am Tage vor oder noch am Tage nach diesem letzten Tag mit dem besten Schleim sein.

Zur NER gehört auch die Messung der Aufwachtemperatur, meistens morgens, nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen, mit einem herkömmlichen Thermometer (kein elektronisches Digitalthermometer!) 5 Minuten vaginal gemessen. Nach dem Eisprung steigt dann die Aufwachtemperatur an. Das kann die Frau sehr schön erkennen, wenn sie die Temperatur in die bewährten Zyklustabellen vom Institut für Natürliche Empfängnisregelung einträgt.

Es gibt Sonderfälle, da hat die Frau Fruchtbarkeitsschleim und auch eine Temperaturhochlage, aber sie wird einfach nicht schwanger, obwohl sie es möchte. Die Ursache liegt darin, dass die Hormonveränderungen im Zyklusverlauf zwar stattfinden, aber das Eibläschen platzt nicht oder das Eibläschen ist leer.
Wenn Sie im Rahmen der NER Ihre Aufwachtemperatur messen, dann können Sie anhand des Verlaufes insbesondere der Temperaturhochlagenphase eine mögliche Gelbkörperschwäche feststellen.

Sollte in einem Zyklus überhaupt keine Temperaturhochlage auftreten, dann hätten Sie tatsächlich in dem Zyklus keinen Eisprung gehabt. Die Blutung, die in einem Zyklus ohne Temperaturhochlage auftritt, wird Zwischenblutung genannt. Sie sehen hier, dass die NER nicht nur zur Empfängnisregelung angewandt wird, sondern dass sie eine sehr wichtige Hilfe für die Diagnose ist.
In Ihrer Schilderung sind einige Hinweise auf eine Gelbkörperschwäche zu erkennen: der Brustschmerz, möglicherweise Spannungsgefühl in den Brüsten, die seelisch-depressiven Stimmungsschwankungen und die Tatsache, dass Ihnen ein Agnus-castus-Präparat geholfen hat.

Bitte schauen Sie sich doch auch noch die Webseite der Autorin Elisabeth Buchner an (www.hormonselbsthilfe.de). Frau Buchner hat viele Erfahrungen im Bereich der Behandlung mit natürlichen Hormonhilfen gesammelt.

Sie können Ihre Erkenntnisse dann mit Ihrem Frauenarzt oder Hausarzt erörtern. Allerdings möchte ich von Gestinpräparaten, die das natürliche Progesteron lediglich imitieren, eher abraten.

Mit freundlichen Grüßen

M. van Treek

Home ] Nach oben ]

Mitteilung an die

Redaktion schreiben

Copyright © 2001 Manfred van Treek
Stand: 14. Dezember 2012
Webhosting von http://www.jsr-internetpartner.de