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Schmerzhafte Meno

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Schmerzhafte Menstruationsblutung

Gibt es eine Behandlungsalternative zur Pille?

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Folgende Anfrage erreichte die Redaktion Medizinkritik am 04.06.2004:

 

Sehr geehrter Herr van Treek.

 

Bevor ich Ihnen „mein Problem“ schildere möchte ich Ihnen mein Lob zu Ihrer sehr interessanten und aufschlussreichen Homepage aussprechen und mich für Ihr Engagement bezüglich der Probleme Ihrer Webseiten-Besucher bedanken!

Ich habe gestern und heute gründlich in der Rubrik „Verhütung“ die Beiträge durchgelesen (Bewundernswert wie ausführlich sie zu den Fragen der Betroffenen Stellung nehmen!) und mein Wunsch die Einnahme der Pille zu beenden ist dadurch noch größer geworden.

 

Um auf mein Anliegen sprechen zu kommen: Ich bin 24 Jahre alt und nehme seit 4 Jahren (seit Mitte/Ende August 2000) die Pille. Bis zum 12.05.2004 habe ich durchgehend die Pille „Harmonette“ (heißt in Deutschland „Valette“) eingenommen, seit dem 20.05.2004 nehme ich die höher dosierte Pille „Diane mite“ (heißt in Deutschland „Diane 35“) ein.

 

Geraten wurde mir die Einnahme der Pille von meiner Frauenärztin, da ich eine starke, unregelmäßige Monatsblutung hatte und von sehr starken Schmerzen, die ich oft ohne Schmerzmittel nicht ausgehalten hätte,

während meiner Menstruation geplagt wurde. Seit der Pilleneinnahme bekomme ich meine Periode regelmäßig, die Blutung ist viel schwächer geworden und auch Schmerzen (Krämpfe) habe ich nur noch selten und wenn dann nur schwach.

 

Die stärkere Pille wurde mir von meiner Frauenärztin verschrieben, als ich ihr gesagt habe, dass sich mein Hautproblem (leide an einer leichten Form von Akne) mit der „Harmonette“-Einnahme nicht verbessert hat. Nach

meiner Frage, ob diese Pille nicht noch schlechter für meinen Körper sei, antwortete sie nicht direkt darauf und fügte hinzu, dass man dann auch wieder auf eine niedriger dosierte Pille umsteigen kann.

 

Seit 6 Jahren habe ich eine feste Beziehung mit meinem liebenswerten Freund – Verhütung mit Kondom o.ä. wäre kein Problem, die Pille nehme ich hauptsächlich wegen der Menstruationsschmerzen – Verhütung und schönere

Haut (???) sind ein lediglich ein angenehmer Nebeneffekt.

 

Würden Sie mir raten die Pille abzusetzen? Da ich ziemlich sicher bin, dass Sie auf diese Frage mit einem Ja antworten werden: Welche Möglichkeiten gibt es, die sehr starken Menstruationsschmerzen auf möglichst natürliche Art zu beseitigen bzw. zu mildern, sowie den Zyklus (wie mit der Pilleneinnahme) zu stabilisieren?

 

Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort und

 

mit freundlichen Grüßen

 

F.

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Antwort der Redaktion Medizinkritik am 8.7.2004:

 

 

Sehr geehrte Frau F.

 

Vielen Dank für Ihren freundlichen Brief, den ich leider erst jetzt beantworten kann.

 

Zunächst zu Ihrer Kernfrage: Pille absetzen? --> ja sicher, wie schon vermutet.

 

Sie könnten mal einen Monat lang Ihren Zyklus beobachten und Ihre Beoabachtungen bzgl. Fruchtbarkeitsschleim und Temperaturlage in ein Zyklusblatt eintragen. Dann würden Sie möglicherweise feststellen, dass die Temperaturhochlage nicht so stabil ist, so dass eine Gelbkörperschwäche angenommen werden kann. Eventuell durch Progesteron/Östradiol-Speicheltest (www.salivatest.com ) am 5. bis 7. Tag der Hochlage überprüfen.

Der Eisprung kann, gerade auch nach längerer Pilleneinnahme, durch Agnus castus hervorgerufen werden.

Sollten sich damit die starken und unregelmäßigen Blutungen und die Dysmenorrhö innerhalb von 2-3 Monaten nicht bessern, dann Progesteronsalbe ab dem Tag des Temperaturanstiegs 12 bis 14 Tage lang, bis die nächste Blutung auftritt. Danach Progesteronpause bis zum nächsten Temperaturanstieg.

 

Auch Progesteron macht "schöne Haut".

Ich verordne immer nach folgender Rezeptur:

 

Progesteron ex Yams

5,0

Ungt basalis DAC

17,0

Propylenglycol

10,0

Aloe vera

1,5

Alphatocopherolacetat

1,5

Excipitalcreme                            ad

100,0

 

Dosierung physiologisch, also so viel geben, wie bei der Frau ab dem Eisprung vom Gelbkörper täglich gebildet wird, das sind 25-40 Milligramm.

1/2 Gramm der Creme enthält 25 mg naturidentischen Progesteronwirkstoff. Wenn man mal davon ausgeht, dass es nicht zu einer 100%igen Resorption über die Haut kommt, dann wären 1/2 Gramm morgens und 1/2 Gramm abends empfehlenswert.

Die Dosis, die Ihnen hilft, müssten Sie durch Ausprobieren selbst herausfinden. Da Progesteron in der physiologischen Dosierung keine Nebenwirkungen hat, kann man nichts falsch machen. Das Tagesmaximum würde ich aber auf 75 mg begrenzen.

 

Hoffentlich finden Sie einen Arzt, der Sie dabei unterstützen wird.

 

Noch etwas: wenn Sie sorgfältige Selbstbeobachtung machen, dann kennen Sie auch Ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage und brauchen kein Kondom mehr. In der Anlage ist eine NER-Tabelle als pdf-Datei für die Selbstbeobachtung, die kann man sich auch bei www.iner.org downloaden.

 

Gute Besserung, viel Erfolg und

mit freundlichen Grüßen

 

M. van Treek

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Stand: 14. Dezember 2012
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