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Praxis Manfred van Treek - Viernheim

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Prolaktinerhöhung

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Prolaktinerhöhung in der Prämenopause

Hormonelle Manipulationen in der Vorgeschichte

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Folgende Anfrage erreichte die Redaktion Medizinkritik am 30.6.2004:

Hallo, 

ich bin 43 Jahre und habe vor 3 Jahren eine deutliche Gewichtzunahme (zwei Kleidergrößen) innerhalb von zwei Monaten bekommen. Das Ergebnis beim Frauenarzt: Prolaktinerhöhung. Haben dann drei verschiedene Medikamente ausprobiert und nehme zur Zeit wieder Liserdol, nachdem ich für drei Monaten ausgesetzt hatte. Das Ergebnis doppelte Prolaktinerhöhung. Mein Zahnarzt sagte mir jetzt abermals, das entzündete Zahnfleisch muss mit den Hormonen zusammenhängen und ich solle zum Endrokrinologen. Mein Frauenarzt meinte darauf, das entzündete Zahnfleisch hat nichts mit Hormonen zu tun, zum Endrokrinologen bräuchte ich nicht. Habe daraufhin meine Blutwerte beim Hausarzt testen lassen, z.B. u. a. Schildrüse, aber alles o.k.
Woran liegt dann die Entzündung und was kann ich tun? Habe ich zu wenig Vitamin B? Ich habe zwischendurch immer wieder Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Gedächnisstörungen. Bin lustlos, oft müde und sehe aus, als wäre ich im dritten Monat schwanger. Seit dem ich wieder Liserdol nehme habe ich meine Regelblutung wieder in normalen Abständen. Ich habe jetzt auch gelesen bei Prolaktinerhöhung sollte man zum Endrokrinologen und eine Kernspin vornehmen lassen. Stimmt das?
Da ich nächste Woche Mittwoch wieder einen Termin beim Frauenarzt habe, wäre es sehr lieb, wenn ich schon bald etwas erfahren könnte.
Vielen lieben Dank

K.

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Antwort der Redaktion am 7.7.2004:

Sehr geehrte Frau K.

Vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage.

Eine häufige Quelle der pathologischen Prolaktinerhöhung ist ein gutartiges Hypophysenadenom. Da die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) sehr klein ist, ist dieser gutartige Tumor ebenfalls winzig klein. Aber er kann den ganzen Hormonhaushalt durcheinander bringen.

Von daher sollte schon eine Kernspintomographie des Schädels gemacht werden, um ein Bild der Hypophyse zu bekommen.

Leider schreiben Sie gar nichts über Ihre Vorgeschichte bezüglich Schwangerschaften, Kinder und Verhütung.

Solche Prolaktinstörungen kommen zwar auch bei Frauen vor, die nie irgendwie ihre Fortpflanzung durch Pille oder Spirale manipuliert haben, aber dies ist sehr selten - ich kenne erst einen einzigen Fall. In den meisten Fällen fanden jahrelange Benutzung der Antibabypille mit ihren synthetischen Hormonen statt. Oder auch Abtreibungen, Fehlgeburten, Eileiterschwangerschaften oder die Benutzung der Spirale. Das wäre vom pathophysiologischen Verständnis her auch nachvollziehbar, denn mit einer Schwangerschaft ist ja ein Lebensprozess begonnen worden, der abrupt abgebrochen wird. Die physiologische "Matrix" entwickelt sich weiter und am Ende stünde die Prolaktinerhöhung, so wie sie beim normalen Stillen nach der Geburt des Kindes eben vorliegt.

Es könnte aber auch ein Abstillen mittels Pravidel nach einer früheren Entbindung ursächlich beteiligt sein.

Bitte schreiben Sie mir doch noch mal Genaueres zu Ihrer Vorgeschichte.

Vielleicht könnte ich Ihren Fall anonym auf meiner Webseite veröffentlichen, wenn Sie einverstanden sind.

Alles Gute und gute Besserung

M. van Treek

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Antwort der Anfragerin am 15.7.2004:

Sehr geehrter Herr M. van Treek

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ich bin einverstanden damit, wenn sie meinen Fall – anonym - weiterleiten, da ich hoffe, Frauen mit diesem Fall evtl. Ängste nehmen zu können und den Frauen Mut zu machen und den Kopf nicht hängen zu lassen, wenn evtl. einiges in der Schwangerschaft schief geht.

Und nun zu meiner Geschichte:

Ich hatte mit 17 Jahren mit der Verhütung angefangen und habe das Verhütungsmittel "Femovan" genommen. Mit 27 Jahren bin ich dann das erste Mal schwanger geworden. Der Test war positiv, die Hormone stiegen, nur in der Gebärmutter war nichts zu sehen. In der 11. Woche entschied man sich zur Operation und es stellte sich eine Eileiterschwangerschaft heraus. Zunächst war ich ziemlich down, aber die Ärzte machten mir Mut; ich würde schnell wieder schwanger werden.  Ich habe dann weiterhin "Femovan" genommen.

Mit 29 Jahren wurde ich erneut schwanger. Die Schwangerschaft verlief ohne Probleme und mir ging es sehr gut. Als ich bereits 14 Tage über dem errechneten Geburtstermin war leiteten die Ärzte die Schwangerschaft ein. Aber ich bekam weder Wehen noch erweiterte sich der Muttermund. Nach einer Periduralspritze und insgesamt 32 Stunden, entschied man sich "endlich" für den Kaiserschnitt. Für mich war es am schrecklichsten, immer von mehreren Leuten (Ärzten , Hebammen und Schwesternschülerinnen) untersucht zu werden und habe mich selber immer wieder gefragt, warum geht es nicht mit der Entbindung weiter. Es lief dann alles ohne Probleme und ich brachte ein gesundes Mädchen zur Welt.

Danach stellten wir die Verhütung auf "Triquilar" um, warum weiß ich nicht mehr. Aber auch diese Pille habe ich sehr gut vertragen. Ich muss dazu sagen, ich wurde immer sehr schnell schwanger, schon bereits  4 Wochen, nach dem Absetzen.

Mit 31 Jahren wurde ich dann zum dritten Mal schwanger. In der 27. Woche bekam ich sehr starke Blutungen und musste die ersten 4 Tage im Krankenhaus stramm liegen. Die Ärzte sagten mir, ich habe, "Plazenta prävia totalis" und müsste bis zum Ende der Schwangerschaft liegen. Ich bekam ab diesem Tage dann Wehen hemmende Mittel. Ich war zunächst erst einmal ziemlich down. Meine Tochter wurde mitten in der Nacht zu den Großeltern gebracht und mein Mann war aus Berufsgründen im Ausland. Ich stand also ziemlich alleine da. Der Trost war, ich durfte dann nach 14 Tagen doch wieder nach Hause. Ich bekam dann Spritzen vom Frauenarzt für das Kind. Nach 14 Tagen musste ich wieder wegen Blutungen ins Krankenhaus und wurde nach 10 Tagen wieder entlassen. Ich habe dann regelmäßig weiterhin Spritzen zum Lungenaufbau des Kindes vom Frauenarzt bekommen und musste weiterhin bis zum Ende der Schwangerschaft Wehen hemmende Mittel einnehmen. 6 Wochen vor dem Geburtstermin musste ich dann wieder mit starken Blutungen ins Krankenhaus und sie mussten den Kaiserschnitt einleiten. Ich bekam einen Jungen, 42 cm und 1080 Gramm. Wir bekamen beide Entzugserscheinungen von den Wehen hemmenden Mitteln, aber mein Sohn war gesund und konnte nach 3 Wochen, da er ja ein Frühchen war, endlich entlassen werden und wir waren alle sehr froh, dass doch noch alles gut ging.

Danach habe ich weiterhin  mit "Triquilar" verhütet, aber das Sexualleben hatte stark nachgelassen, da ich sehr große Angst vor einer erneuten Schwangerschaft hatte. Ich war daraufhin bei zwei Frauenärztinnen, aber beide rieten mir von einer Sterilisation ab, das solle mein Ehemann übernehmen. Aber es setzte sich in meinem Kopf fest und allen Frauen, die evtl. auch diese Ängste und Gedanken haben und sich sicher sind, keine weiteren Kinder mehr bekommen zu wollen, möchte ich nur dazu raten. Denn auch ich war mir bewusst, das ich diese Angst vor einer erneuten Schwangerschaft nur in den Griff bekommen konnte, wenn diese Sterilisation vorgenommen wird und es auch geklappt hat. Ich war mir sicher, nicht noch einmal schwanger werden zu wollen und habe deshalb auch diese Sterilisation, natürlich waren mein Mann und ich uns einig, vorgenommen. Ich muss sagen, ich habe es bis heute nicht bereut, mein Sexualleben ist viel besser als vorher, mein Kopf ist von Ängsten frei. Natürlich hatte ich auch am Anfang Zweifel, ist diese Entscheidung richtig? Ich werde nie wieder Kinder bekommen können, obwohl ich Kinder über alles liebe, aber ich habe drei Schwangerschaften hinter mir und zwei gesunde Kinder, obwohl vieles schief lief und ich bin stolz darauf, und würde daher nie Gesundheit von mir oder den Kindern wegen einer erneuten Schwangerschaft aufs Spiel setzen. Eher würde ich noch eins adoptieren oder wie wir es in diesem Jahr gemacht haben; wir hatten für 10 Wochen eine Austauschschülerin.

Aber ich bin wie gesagt 43 Jahre; die Kinder 14 und 11 Jahre und habe jetzt wieder mehr Zeit für mich und meinem Mann.

Im Juni 2000 habe ich dann mit dem Rauchen aufgehört und im Januar 2001 fing es dann mit der Prolaktinerhöhung an, den Rest kennen sie ja bereits. Ich gehe jetzt zweimal die Woche joggen, und beiße mich durch, obwohl der Orthopäde Arthrose in beiden Knien und in der Hüfte festgestellt hat, aber irgendwann fangen bei jedem die "kleinen" Wehwehchen an. Ich war jetzt wieder beim Frauenarzt, die Werte sind von 30,0 ng/ml auf 24,4 ng/ml gesunken und werde demnächst beim Endrokrinologen vorsprechen. Ich muss wie bereits gesagt jetzt Liserdol nehmen, meine Frage noch, werde ich diese Tabletten immer nehmen müssen, woran liegt es, das sich der Körper so umgestellt hat? Nach einer Kernspin habe ich übrigens auch gefragt und der FA meinte, dafür wären meine Werte zu niedrig.

So, ich glaube ich habe erst einmal genug von mir erzählt und falls jemand Fragen hat werde ich gerne zurück schreiben.

Mal sehen, wie es weitergeht und vielleicht auf bald

K. 

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Antwort der Redaktion am 4.8.2004: 

Sehr geehrte Frau K.

Es ist bei Ihnen leider so gewesen, wie ich es schon ungefähr vermutet hatte:

Durch die jahrelange Pilleneinnahme ist Ihr Hormonsystem sehr stark durcheinander gekommen. Die Pillenhormone haben Ihrem Organismus eine Schwangerschaft vorgetäuscht.

Eileiterschwangerschaften müssen heutzutage hauptsächlich auf vorangegangene Verhütungsaktivitäten zurückgeführt werden, denn es kommt durch die pillenbedingte Progesteron-Unterdrückung oder durch die mechanische Schädigung durch Spiralen zu einer Veränderung der Gebärmutterschleimhaut, die sich auch noch über die Verhütungsphase hinaus negativ auf das Einnisten des Kindes auswirken kann. Was soll das Kind also anderes machen, als sich bereits im Eileiter einzunisten. Das ist „iatrogen“ bedingt. Auch Fehl- oder Frühgeburten sind häufiger, wenn Verhütungsphasen vorweg gehen.

Leider propagieren Sie euphorisch die Sterilisation, obwohl es sich hierbei auch nicht um eine natürliche Methode der Empfängnisregelung handelt. Schwangerschaft ist keine Krankheit, warum also operieren, schneiden, unterbinden, unterdrücken? Die Gesetzmäßigkeiten des weiblichen Zyklus sind doch dank der Wissenschaft bekannt. Und wir können es Prof. Rötzer verdanken, dass er aus all den Vorarbeiten von Knaus, Ogino, Döring und vielen anderen engagierten Forschern die Natürliche Empfängnisregelung als sichere und lebbare Alternative zu den gesundheitsschädlichen Methoden der Universitätsgynäkologie geschaffen hat.

Ich kenne keine Patientin, die sich hat sterilisieren lassen, und die nicht vorzeitig in die Wechseljahre gekommen ist. Das hängt wohl mit der Blockade der Ovarialfunktion zusammen. Bei Abbindung der Eileiter resultiert auch eine Durchblutungsminderung der Eierstöcke. Wo kein Blut, da kein Leben – und umgekehrt. Das scheint die sterilisierende Schulmedizin vergessen zu haben. Den alten Ärzten in der Antike und im Mittelalter war dies noch gut bekannt.

Was kann ich Ihnen aber konkret raten?

Da Sie möglicherweise deutlich reduzierte oder gar keine Eisprünge haben, ist auch bei Ihnen (wie bei den meisten Frauen in den verhütenden Nationen) eine Gelbkörperschwäche, also ein Progesteron-Mangel anzunehmen.

Sie können sich auf meiner Webseite, auf der Webseite von Elisabeth Buchner www.hormonselbsthilfe.de oder auf der Webseite von dem leider 2003 verstorbenen Dr. Lee, dem Pionier der Progesterontherapie, www.johnleemd.com erkundigen. Bei Ihnen wäre zur weiteren Diagnostik ein Speicheltest sinnvoll und – trotz Sterilisation – die Aufzeichnung der morgendlichen Aufwachtemperatur über einen Zeitraum von 3-6 Monaten nach den Regeln der Natürlichen Empfängnisregelung, um festzustellen, ob bei Ihnen überhaupt noch eine progesterone Wirksamkeit vorhanden ist. Speicheltest: www.salivatest.com; Zyklusblätter downloaden: www.iner.org.

Literatur:

Natürliches Progesteron von Rushton und Bond, Goldmann-Verlag.

Frauenheilbuch von Heide Fischer, Nymphenburger-Verlag.

Ich hoffe, Ihnen nun nicht nur Illusionen genommen zu haben, sondern Ihnen auch etwas Rüstzeug gegeben zu haben, um Ihre Gesundheitsinteressen als Frau zukünftig selbstbestimmter verwalten zu können.

Alles Gute für Ihre Zukunft und mit freundlichen Grüßen

M. van Treek

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Stand: 14. Dezember 2012
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