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Schichtdienst

Wann fruchtbare..? ] [ Schichtdienst ]

 

Dieser Beitrag steht seit dem 30.01.2003 auf der WebSite

 

Natürliche Empfängnisregelung

(NER) und Schichtdienst

 

Nachfolgende Anfrage erreichte die Redaktion Medizinkritik am 30.1.2003

 

 

Guten Tag!

Ich arbeite in drei Schichten. Ist es unter diesen Umständen möglich NER anzuwenden?
 

Mit freundlichen Grüßen,

 

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Sehr geehrte NER-Interessentin.

 

Auch für Frauen, die Schichtarbeit leisten, ist die NER eine Möglichkeit, die Nachwuchsfrage ohne Manipulation von Körper und Seele zu regeln.

 

Die NER-Anwenderin muss nicht unbedingt die morgendliche Aufwachtemperatur messen, aber es muss schon eine Aufwachtemperatur sein. Wenn ein Mensch in verschiedenen Schichten arbeitet, so hat er meistens doch seine entsprechenden regelmäßigen Schlafenszeiten, die bei entsprechend gelagerten Schichten auch am Tage sein können. Von diesen Schlafenszeiten ausgehend muss die Aufwachtemperatur gemessen werden, also unmittelbar nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen, 5 Minuten lang, vaginal oder rektal mit einem herkömmlichen Thermometer, also bitte nicht mit einem elektronischen Thermometer.

 

Wenn beispielsweise eine Krankenschwester von 20:00 bis 6:00 morgens Schicht arbeitet, dann geht sie vielleicht um 7:00 zu Bett und steht zwischen 13:00 und 14:00 wieder auf. Sie trägt die Messwerte über den entsprechenden Zeitraum von mehreren Tagen in die NER-Tabelle ein und vermerkt die jeweilige Uhrzeit des Messergebnisses

Wenn sie dann die Schicht wechselt und zu „normalen“ Zeiten zu Bett geht und wieder aufsteht, dann wird sie zu der entsprechenden Aufwachzeit am Morgen ihre Temperaturmessung vornehmen, die Werte am jeweiligen Tag in die Tabelle eintragen und entsprechend die Uhrzeiten vermerken.

 

Möglicherweise kommt es bei der Serie der Morgenmessungen im Vergleich zu der Serie der Mittags-, Nachmittags- oder Abendmessungen zu einer Art „Parallelverschiebung“, die Ihnen aber sofort ins Auge fallen wird, wenn Sie die Tabelle sorgfältig führen. Erfolgt während einer Schichtserie aufgrund des Eisprung-bedingten Gelbkörperhormonanstiegs der für die NER wichtige Temperaturanstieg, dann wird Ihnen auch dies ins Auge fallen, Sie sehen den „Qualitätsunterschied“ in der Temperatur, sie werden den Beginn der Temperaturhochlage von der Tieflage abgrenzen können.

 

Als zweite Säule in Ihrem Monatszyklus haben Sie ja noch die Zervixschleimbeobachtung. Sie werden also merken, welcher Tag der letzte mit der „besten Schleimqualität“ ist, also an welchem Tag Ihr Fruchtbarkeitsschleim zum letzten Mal fadenziehend war (= Schleimhöhepunkt). Wenn sie sich bereits mit NER beschäftigt haben, dann wissen Sie, dass dieser Tag immer erst einen Tag rückwirkend bestimmt werden kann, wenn nämlich die Schleimqualität aufgrund des Östrogenabfalls wieder  „schlechter“ wird, wenn der Schleim wieder weißlich-dicklich oder klebrig-klumpig wird, oder wenn er ganz aufhört.

Auch diese zweite Beobachtung müssen Sie in die Tabelle eintragen und mit der Temperaturbeobachtung nach den Regeln der NER in Zusammenhang bringen. Dann werden sie nach der NER-Hauptregel (3 höhere Messungen nach dem Schleimhöhepunkt, die dritte höhere Messung muss mindestens 0,2 °C höher sein als die höchste oder die höchsten Messungen der unmittelbar vorausgegangenen 6 Messungen der Temperaturtieflage à ab dem Abend der 3. höheren Messung liegt hundertprozentige Unfruchtbarkeit vor) ihre sicher unfruchtbaren Tage bestimmen können.

 

Nun könnte es ja beispielsweise sein, dass Sie bei Ihren Mittagsmessungen immer ca. 0,3 °C höher messen werden, als bei Ihren Morgenmessungen, und dass gerade am Tage des Temperaturanstieges der Schichtwechsel von Nachtschicht (wo sie erst mittags messen) auf Tagschicht (wo sie morgens messen) stattfindet, so dass Sie den Temperaturanstieg gar nicht bemerken würden. Wenn ein Paar ein Kind zur Zeit nicht verantworten kann und eine Schwangerschaft vermieden werden muss, dann sollte durch entsprechende Rücksichtnahme die NER-Anfängerin im Schichtdienst erst mal 2-3 Zyklen ungestört beobachten können, damit sie eine Einschätzung über ihre „biologische Uhr“ erwirbt, und damit sie insbesondere feststellen kann, wie die Aufwachtemperaturhöhe bei ihr von der Tageszeit abhängt. Dann kann sie durch entsprechende „Interpolation“, also Abzug von z.B. 0,3°C an den Tagen, wo sie mittags gemessen hat, ihre Temperaturkurve so bereinigen, dass der Temperaturanstieg sichtbar wird. Aber sie sollte sich sicher sein, dass die tageszeitliche Verschiebung des Messzeitpunktes immer zu einer entsprechenden Temperaturveränderung führt.

 

Mit der Zeit wird die NER-Anwenderin weitere Körperzeichen im Verlaufe des Zyklus kennen lernen, die bei ihr mit dem Eisprungzeitpunkt zusammen hängen, z.B. den Mittelschmerz. Oder die Schicht arbeitende Frau lernt zusätzlich die Muttermundselbstuntersuchung. Wenn sie gute Erfahrung im Abtasten ihres Muttermundes hat, dann kann sie damit zusätzliche Sicherheit gewinnen. Der Muttermund ist in der Gelbkörperphase hart, fest und geschlossen und in der fruchtbaren Zeit ist wird er immer weicher und öffnet sich. Dies ist alles sehr gut in Prof. Rötzers Buch: Natürliche Empfängnisregelung, Herder-Verlag beschrieben.

 

Hoffentlich konnte ich Ihnen Mut zur NER machen.

 

mit freundlichen Grüßen

M. van Treek

  

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Stand: 14. Dezember 2012
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