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Gewichtszunahme

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Gewichtszunahme bei Einnahme der Pille

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An Redaktion Medizinkritik

23.11.01

Hallo.

Ich bin 17 und nehme die Pille seit 3 Jahren. Von Mai bis November 2001 habe ich 8 kg zugenommen und bin jetzt 60 kg schwer und nur 159 groß. Kann das von der Pille kommen? Ich nehme die Miranova. Mein Frauenarzt sagt Miranova ist eine leichte Pille, die macht nicht dick. Als ich 14 war, musste ich die Pille nehmen, weil die Blutung so lang dauerte und weh tat. Manchmal kam die Blutung auch nicht. Da sollte ich die Pille nehmen. Dann war die Blutung ok. Irgendwie krieg ich die Pille in letzter Zeit nicht mehr so gut runter und muss immer wieder Wasser nachtrinken, damit sie rutscht. Aber jetzt muss ich sie nehmen, denn seit 2 Jahren hab ich nen Freund. Was soll ich machen?

Katrin

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Antwort der Redaktion

Hallo Katrin,

hoffentlich kann ich Dir Mut machen, dass Dein Problem gelöst werden kann. Das geht aber nur, wenn Dein Freund Dir dabei hilft.

Wieso muss man eigentlich täglich eine Tablette schlucken, wenn man einen Freund hat? Vermutlich habt Ihr aber Geschlechtsverkehr miteinander und der eigentliche Grund für das Einnehmen der Pille ist, dass Du nicht schwanger wirst, oder?

Aber angefangen hattest Du mit der Pille mit 14 Jahren wegen Regelbeschwerden. Dazu muss man wissen, dass die Pille für junge Mädchen mit Regelbeschwerden überhaupt nicht die einzige Behandlungsmöglichkeit ist. Meiner Meinung nach ist sie sogar die denkbar schlechteste, auch wenn die Regelbeschwerden blitzschnelle schon beim nächsten Zyklus weg sind – eins zu null für den Gynäkologen! Die Regelbeschwerden treten heute unter anderem deswegen so häufig auf, weil viele Mädchen ihre Monatsblutung schon so früh kriegen, ich kenne welche, die hatten sie schon mit 9 Jahren. Sie verlieren dann über die Blutung Mineralstoffe wie Zink und Magnesium. Weil die Mädchen heutzutage so früh und auch noch in der Wachstumsphase geschlechtsreif sind, haben sie außerdem einen erhöhten Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen. Wenn das Mädchen außerdem noch gerne Süßigkeiten nascht, dann liegt ein Mangel an Mineralstoffen und Vitaminen vor, denn Zucker ist ein Vitamin- und Mineralstoffräuber. Der Mangel an diesen Stoffen kann solche Zyklusstörungen hervorrufen, wie Du sie gehabt hast. Die Pille zwing nun aber den Zyklus des jungen Mädchens in ein starres, von den künstlichen Hormonen diktiertes Schema, dabei sind die Beschwerden dann weg. Einerseits sehr angenehm für das Mädchen, aber der Mangel an den wichtigen Nahrungsbestandteilen schwelt nun unter der Oberfläche weiter und kann Gesundheitsschäden verursachen – fünf zu eins gegen den Gynäkologen.

Da ich ja Naturheilarzt bin, würde ich einem jungen Mädchen mit Zyklusstörungen nicht die Pille verordnen, sondern eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse, mit Salat und Dinkelgetreide empfehlen. Vielleicht auch Mineralstoffe, wie Magnesium und Zink, aber auch ein pflanzliches Mittel mit hormonartigen Eigenschaften, nämlich Agnus castus (Keusch-Lamm), z.B. Agnucaston Drgs 2x 1 über mehrere Monate. Dadurch kann sich der Zyklus dann gut normalisieren, es dauert vielleicht länger, ist aber nachhaltiger und vor allem unschädlich. Es ist auch wichtig zu wissen, dass die sogenannte „gynäkologische Reifung" einer jungen Frau bis zu 100 Zyklen dauern kann, also 7-8 Jahre. So lange kann es dauern, bis der Zyklus regelmäßig und die Blutung ohne Schmerzen abläuft. Oft normalisieren sich Zyklusstörungen auch erst nach der Geburt des ersten Kindes.

Wenn Dein Gynäkologe behauptet, Deine Gewichtszunahme könne nicht von der Pille kommen, dann ist dies schlichtweg die Unwahrheit – 12 : 1 gegen den Gynäkologen. Das steht doch im Beipackzettel, dass die Pille zur Gewichtszunahme führen kann. Und wenn Du zunächst 2 ½ Jahre keine Gewichtszunahme hattest und dann in nur 6 Monaten gleich 8 kg, dann ist dies ein ernstes Warnzeichen. Möglicherweise lagert Dein Körpergewebe verstärkt Wasser ein und/oder es hat ein deutlich vermehrter Fettansatz stattgefunden. Beides kann die Pille verursachen. In meiner Praxis habe ich Patientinnen, die haben unter der Pille 30 kg zugenommen und der Gynäkologe hat ihnen fleißig weiter die Pille verpasst. Die haben dann auch noch einen Bluthochdruck und chronische Kopfschmerzen gekriegt und der Mediziner hatte immer noch nicht reagiert.

Du hast meiner Meinung nach begründete Hoffnung, dass Du Dein Problem lösen kannst. Dein Freund muss Dir aber dabei helfen, hier kannst Du ihn prüfen, wie er wirklich zu Dir steht. Wenn Du mit der Pille aufhörst, dann könnte das Gewicht wieder etwas runter gehen – kann ich aber nicht versprechen. Zumindest ist es dann wahrscheinlich, dass das Gewicht nicht noch weiter ansteigt. Mit 60 kg bei 159 cm ist man doch auch nur leicht pummelig, keinesfalls hochgradig übergewichtig. Sehr wahrscheinlich wird nach dem Absetzen der Pille das ursprüngliche Zyklusproblem wieder auftreten; dann könntest Du den obigen Therapievorschlag versuchen, jedoch möchte ich dringend empfehlen, alle Therapien, auch naturheilkundliche, immer in Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker durchzuführen.

Da Du die Pille zuletzt aber nicht nur wegen Zyklusstörungen, sondern auch zur Verhütung genommen hast, wirst Du ein ernstes Problem haben, das Du nur gemeinsam mit Deinem Freund lösen kannst. Babys entstehen nämlich nicht deswegen, weil man die Pille nicht nimmt, sondern weil Mann und Frau Geschlechtsverkehr zur fruchtbaren Zeit der Frau haben. Mit Hilfe der Natürlichen Empfängnisregelung kannst Du die fruchtbaren von den unfruchtbaren Tagen in Deinem Zyklus unterscheiden. Ihr müsstet also zunächst auf Geschlechtsverkehr verzichten, bis Du Dir mit deinem Zyklus sicher geworden ist, und das könnte den jungen Mann auf eine harte Probe stellen. Nimm die Pillenpackung, die Du zur Zeit angebrochen hast, zu Ende. Wenn eine Frau mitten in einem Pillenzyklus aufhört, dann kommt es oft zu sehr unregelmäßigen Blutungen. Sobald die Blutung nach der letzten Pillenpackung aufgehört hat, müsstest Du mir dem Messen der morgendlichen Aufwachtemperatur beginnen und diese in die Spezialtabellen vom Institut für Natürliche Empfängnisregelung eintragen. Du solltest Dir auch das Buch von Professor Rötzer „Natürliche Empfängnisregelung" vom Herder-Verlag für 24 DM kaufen, im Anhang findest Du Tabellen zum Eintragen der Temperaturwerte. Lies das Buch oft und auch oft zusammen mit Deinem Freund, damit der auch versteht, was sich beim Mädchen bzw. bei der Frau im Fruchtbarkeitszyklus abspielt. Wenn er feststellt, wie wunderbar die ganze Hormonsteuerung funktioniert, wie die fruchtbaren und unfruchtbaren Phasen bei der Frau aufeinander abgestimmt sind, dass dies alles auch für die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Mann und Frau eine wichtige Rolle spielt, dann wird er hohe Achtung vor Dir, vor Deiner Fruchtbarkeit und vor Deiner Geschlechtlichkeit bekommen. Es ist dann zu hoffen, dass er aus dieser Achtung heraus das Bedürfnis und die Forderung nach Geschlechtsverkehr zurückstellt.

Dann musst Du auch noch lernen, die „Qualität" des Fruchtbarkeitsschleims zu beurteilen. Der Fruchtbarkeitsschleim muss auch in die Tabelle eingetragen werden. Und Du musst lernen, wie die Tabelle dann ausgewertet wird, wie die fruchtbaren von den unfruchtbaren Tagen unterschieden werden können.

Meiner Meinung nach sollte jedes junge Mädchen bereits in der Pubertät mit den Gesetzmäßigkeiten von Zyklus und Fruchtbarkeit bekannt gemacht werden. Darauf haben die Mädchen ein Recht. Der herkömmliche Sexualkundeunterricht kann dies nicht leisten und möglicherweise will er dies auch nicht. Selbst die sog. „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung", eine staatliche Organisation, die tonnenweise „Aufklärungsschriften" unter die Jugendlichen bringt, favorisiert in ihren Heften die Pille und andere künstliche Verhütungsmethoden und gaukelt den Lesern vor, dass alles Machbare möglich und auch in Ordnung sei, auch im Zusammenhang mit dem hochsensiblen Bereich der Sexualität bzw. der Weitergabe des menschlichen Lebens. Es wird der Eindruck erzeugt, Sexualität sei nur zum Vergnügen da, die lästige Fortpflanzung, die damit verbunden ist, könnten die Menschen einfach „ausknipsen", ein bequemes und gefahrloses Leben mit diesen Methoden sei möglich. Man findet selten Hinweise darauf, dass die Menschen im Bereich von Liebe und Sexualität äußerst verletzbar sind. Eine zu früh praktizierte Sexualität kann schlechte Auswirkungen auf das ganze weitere Leben haben. Der Trieb kann zwar leicht entfacht werden, das besorgen schon die Hormone, aber entwicklungspsychologisch gesehen können Jugendliche die Aufgaben und auch Schwierigkeiten, die eine feste Partnerschaft mit sich bringt, gar nicht bewältigen. Die Anziehung zwischen jugendlichen Frauen und Männern ist in erster Linie emotional und erotisch, und wenn der Zauber dieser Ebene verflogen ist, dann fehlt der gemeinsame Sinn im Leben des jungen Paares, man sieht fast nur noch die Fehler im anderen, geht sich gehörig auf die Nerven und was wäre leichter, als sich einfach wieder zu trennen. Das Beziehungskarussell kann wieder angedreht werden. Neues Spiel, neues Glück? Eine mögliche Ursache für häufige Partnerwechsel ist die voreilige Aufnahme sexueller Beziehungen. Die große Gefahr besteht nun darin, dass man sich dieses Verhalten angewöhnt. Es wird nicht mehr ein Lebenspartner für die lebenslange eheliche Treue gesucht, sondern man hält Ausschau nach einem Lebensabschnittsgefährten, den man wegwirft bei nicht mehr Gefallen. Dies hat fürchterliche Folgen für beide Partner, für mögliche Kinder und auch für Volk und Staat als Ganzes, welche nicht mehr auf mehrheitlich intakten Familien aufgebaut sind.

Vielleicht siehst Du und Dein Freund, dass vom partnerschaftlichen Verhalten im Jugendalter und besonders vom Sexualverhalten viel abhängt und dass hier jeder Mensch eine riesige Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber trägt. Ich möchte Euch gerne eine Internetwebsite anempfehlen, die sich mit dieser Thematik beschäftigt: www.wahreliebewartet.de.

Glück und Gottes Segen für Euer weiteres Leben

Manfred van Treek

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Stand: 14. Dezember 2012
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