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Dieser Beitrag ist seit dem 14.06.2002 auf dieser Webseite

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Neurologische und psychische Symptome unter der Pille

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Nachfolgende anonyme Anfrage erreichte die Redaktion Medizinkritik am 31.5.2002

Hallo! 

Ich bin 24 und nehme seit 7 Jahren die Pille. Das erste Jahr nahm ich Miranova, stieg dann aber auf Microgynon um, da Miranova bei mir Zwischenblutungen verursachte.

Fünfeinhalb Jahre kam ich wunderbar mit Microgynon zurecht, nun muss ich im letzten halben Jahr auf einmal feststellen, dass ich bei nicht absolut zeitgenauer Einnahme starke Beschwerden während meiner Periode bekomme. Dazu gehören:

Starke Kopfschmerzen, Bauchkrämpfe und Übelkeit sowie massive Probleme mit dem Kreislauf.

Zusätzlich stellte ich in den letzten drei Monaten eine Verschlechterung meines Allgemeinbefindens fest. Es begann im März mit Herzrasen, Müdigkeit, Schwindel über mehrere Tage lang, Wahrnehmungsstörungen beim Sehen und Ohrendröhnen. Darüber hinaus war ich sehr nah am Wasser gebaut, war innerlich total unruhig und entgegen meines sonstigen Gemüts dauerhaft schlecht gelaunt, launisch und wollte nicht mehr von meinem Freund angefasst werden. Nach einem Monat ebbten die Symptome ab, statt dessen kamen extreme Müdigkeit bis hin zur totalen Erschöpfung, Kribbeln in Beinen und Armen, 'harte' Waden, nur sekundenlange Kopfschmerzattacken, Stechen im Ohr hinzu. Meine Blutung war in einem Zyklus quasi nicht vorhanden.

Nun sind mir jetzt meine Beschwerden während der Periode geblieben, obwohl ich sie pünktlichst einnehme, außerdem leide ich ab und an weiterhin unter Müdigkeit, Stechen im Ohr und einem seltsamen von 'innen' kommenden Kopfdruck.

Hausarzt, Internist wie Frauenärztin schoben die Symptome auf einen eventuellen psychischen auslösenden Faktor. Die Frauenärztin legte mir sogar nahe, einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Ich bin aber nach wie vor der Meinung, dass das alles eventuell mit der Pille zusammenhängen könnte, habe aber das Gefühl, keiner zieht diese Möglichkeit in Betracht. Ist Microgynon eine 'vorbelastete' Pille? Eine Freundin von mir hat ähnliche Beobachtungen bezüglich Problemen bei nicht konstanter Einnahmezeit beobachtet. Auch sie klagte über Schmerzen während ihrer Periode.

Für Ihre Antwort vielen Dank im Voraus!

NN

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Antwort der Redaktion

Sehr geehrte anonyme Anfragerin.

Ihre Ärzte können schon recht haben, wenn sie meinen, dass ein psychischer auslösender Faktor hinter Ihren Beschwerden steckt, dies kann ja nicht ausgeschlossen werden. Wenn bei den Menschen Erkrankungen oder Befindlichkeitsstörungen auftreten, dann ist es doch oft so, dass mehrere Ursachen zusammenkommen müssen, bevor die Krankheit manifest, also sichtbar wird. Wahrscheinlich kennen Sie das Sprichwort: Steter Tropfen höhlt den Stein? Oder es ist Ihnen der Vergleich mit dem Jauchefass geläufig: es passt viel rein, es kann sich viel Unrat ansammeln, aber erst der berühmte „letzte Tropfen“ bringt das Fass zum Überlaufen.

Es ist auffallend, dass Ihre Ärzte nicht in Betracht ziehen, dass mögliche psychische Ursachen ihrerseits durch die hormonell veränderte Situation, also letztlich durch die Pille verursacht sein können. Zwischen Psyche, Hormonsystem, Immunsystem, Stoffwechsel und Nervensystem bestehen Verknüpfungen und wechselseitige Beeinflussungen. Sie können davon ausgehen, dass meiner Schätzung nach über 90 % der Ärzte diese Erkenntnisfähigkeit nicht besitzen. Dies hat einen einfach nachvollziehbaren Grund: In der Medizin hält man die Möglichkeit der Schwangerschaftsverhütung, die Errungenschaft des frei praktizierbaren Sexes für so etwas Absolutes (Auch Mediziner profitieren von dieser „Errungenschaft“ – wem hat man sie eigentlich „abgerungen“?), dass nicht sein kann was nicht sein darf. Mediziner und hier besonders Gynäkologen lassen Frauen sich eher in der Krankheit verfangen, als dass sie die Pille in Frage stellen.

Ihre Klagen sind typisch für Frauen, die jahrelang manipulative Verhütung betrieben haben und die diese massiven Eingriffe in ihren natürlichen Monatszyklus im Besonderen und in ihre gesamtkörperlich-seelische Integrität im Allgemeinen ab einem bestimmten Punkt nicht mehr vertragen. Dieses hormonelle „Kontrazeptions-Syndrom“, das ich in meinem gleichnamigen Buch (erschienen bei Derscheider) beschrieben habe, ist jedoch ein „Chamäleon“. Es kann in allen möglichen Kombinationen von Krankheiten und Beschwerden vorkommen, die alle auch für sich alleine und ohne Antibabypille auftreten können.

Mit Ihrer Meinung, dass Ihre Beschwerden „eventuell mit der Pille zusammenhängen könnten“, liegen Sie schon richtig. Um Ihren unnötigen Leidensweg nicht noch schlimmer werden zu lassen, müssen Sie „weisheitsvolle“ Entscheidungen treffen. Dies geht nur mit der Natur und nicht gegen sie. Sexualität will gelebt und nicht ausgelebt werden. Letzteres ist zwar grundsätzlich möglich, beinhaltet aber körperliche Unterdrückung und seelische Verdrängung der Fruchtbarkeit; und das macht krank. Wenn man bereit ist, die Fähigkeit, einem Kind das Leben zu schenken, in die Sexualtität im Besonderen und in das Gesamtleben im Allgemeinen zu integrieren, dann bleibt einem die Gesundheit erhalten.

Ob „Microgynon“ eine „vorbelastete“ Pille ist oder nicht, spielt keine Rolle. Microgynon manipuliert Sie genauso, wie jede andere Verhütungspille. Ebenso ist es wahrscheinlich unwesentlich, ob sie die Pille „zeitgenau“ einnehmen, womit wahrscheinlich eine tägliche Einnahme immer zur gleichen Uhrzeit gemeint ist. Wenn Sie bei „zeitgenauer Einnahme“ manche Nebenwirkungen nicht oder in geringerer Ausprägung erfahren, dann ist dies noch lange kein Bonus für die Pille.

Vielleicht sollten Sie sogar Ihrem Körper und Ihrer Psyche dankbar sein, dass Ihnen durch die aufgetretenen Symptome die Chance gegeben wurde, Ihr Leben gemeinsam mit einem möglicherweise vorhandenen Partner ganz neu zu gestalten.

Ich möchte mit einem Zitat von Edward Bach schließen:

„Krankheit ist weder Grausamkeit noch Strafe, sondern einzig und alleine eine Korrektur; ein Werkzeug, dessen sich unsere eigene Seele bedient, um uns auf unsere Fehler hinzuweisen, um uns von größeren Irrtümern zurückzuhalten, um uns daran zu hindern, mehr Schaden anzurichten – und uns auf den Weg der Wahrheit und des Lichts zurückzubringen, von dem wir nie hätten abkommen sollen.“

Mit freundlichen Grüßen

Manfred van Treek

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Stand: 14. Dezember 2012
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