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Blutungsstörungen

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Blutungsstörungen unter der Pille

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Anfrage an die Redaktion vom 23.9.2002

 

Blutungsstörungen unter der Pille

 

Sehr geehrter Herr van Treek,

 

ich, 29, nehme seit ca. 10 Jahren die Pille, immer wechselnde Präparate (Marvelon, Biviol, Microgynon, Novial, zuletzt Tristep, jeweiliger Wechsel immer wegen Zwischenblutungen oder Nachblutungen). Mein vorletzter Frauenarzt hat mir dann einfach eine Ausschabung vorgeschlagen, um "mal alles rauszuräumen!" Außerdem sagte er beim Ultraschall ganz beiläufig, ich hätte wohl ein Myom, wollte es mir auf

dem Bild aber nicht zeigen. Daraufhin war ich so entsetzt, dass ich den Arzt gewechselt habe, der neue konnte kein Myom feststellen. Organisch konnte er auch nichts feststellen, ein Hormonstatus wurde allerdings auch noch nie gemacht. (Das will er beim nächsten Mal machen!).

Jetzt habe ich mich ein bisschen im Internet schlaugemacht und hätte ein paar Fragen an Sie, bevor ich meinen aktuellen Frauenarzt wieder besuche:

-          Kann man einen Hormonstatus machen, wenn ich die Pille nehme oder muss ich sie dazu absetzen?

-          Ich habe von dem Medikament Agnucaston gehört, könnte das etwas nützen, wie lange dauert es, bis es wirkt und in welcher Dosierung sollte ich es einnehmen?

-          Kann es sein, dass eine Schilddrüsenstörung auch Regelstörungen verursachen kann und wäre es dann sinnvoll, die Schilddrüsenhormone bestimmen zu lassen?

 

Vielleicht können Sie mir ja weiterhelfen?

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Daniela

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26.9.2002

Sehr geehrte Frau Daniela ....

 

Ich möchte mich eigentlich nicht in die diagnostischen und therapeutischen Überlegungen Ihres Frauenarztes einmischen und es ist sicherlich auch problematisch, über die Anonymität des Internets verbindliche Empfehlungen zu geben. Zu Ihrem Frauenarzt haben Sie eine persönliche Arzt-Patienten-Beziehung, mit ihm müssen sie somit alle die Fragen erörtern, die Ihnen noch unklar sind.

 

Da Ihre drei Fragen aber von allgemeinem Interesse sind, kann ich versuchen, sie zu beantworten:

  1. Ein Hormonstatus (Bestimmung der weiblichen Sexualhormone aus dem Blutserum) bei gleichzeitiger Einnahme der Pille zeigt selbstverständlich die hormonellen Blutverhältnisse an einem bestimmten Tag des durch die Pille manipulierten Zyklus an. Sie werden ganz andere Werte finden, als in Ihrem potentiellen natürlichen Zyklus. Ihre körpereigenen Hormone werden alle nur auf „Sparflamme“ gemessen werden können. Die diagnostische Aussagekraft ist meiner Meinung nach nicht sehr hoch, aber vielleicht hat Ihr Frauenarzt andere Erfahrungen.

  2. Agnus-castus-Präparate sind meistens gut geeignet, unregelmäßige Zyklen und auch dysmenorrhöische Zustände (Schmerzen bei der Regelblutung) ohne stärkere Nebenwirkungen regulierend zu beeinflussen. Ich empfehle gerne das Buch von Professor Rötzer: „Der natürliche Zyklus der Frau – von der Vorpubertät bis in die Wechseljahre“ aus dem Herder-Verlag. Oder das von Dr. John R. Lee „Natürliches Progesteron – Ein bemerkenswertes Hormon“, AKSE-Verlag (deutsche Übersetzung: Wolfgang Gerz). In Letzterem wird ausführlich die Behandlung mit naturidentischem Progesteron beschrieben.

  3. Zur Frage der Schilddrüsenstörungen: Da nicht nur die Eierstöcke, sondern auch noch Schilddrüse und Nebennierenrinde durch den Hypophysenvorderlappen gesteuert werden, kann es zu wechselseitigen Beeinflussungen kommen. Schilddrüsenfunktionsstörungen können somit Regelstörungen auslösen. Viel häufiger ist aber der Fall, dass die Einnahme künstlicher Sexualhormone durch die Antibabypille infolge ihrer Bremswirkung auf die Hypophyse auch noch Störungen im Bereich von Schilddrüse und Nebennierenrinde auslöst. Es werden unter der Pille Kropfbildung und Schilddrüsenüberfunktion gefunden. Viele Frauen mit Kropfbildung haben gar keine Jodmangelsituation, sondern sie haben ihre Schilddrüsenvergrößerung der Pille zu verdanken. In meiner Praxis habe ich innerhalb der letzten zehn Jahre etwa zehn junge Frauen (18. bis 35. Lebensjahr) erlebt, die eine ausgeprägte Schilddrüsenüberfunktion unter der Pille ausgebildet hatten. Die meisten wollten lieber das nebenwirkungsträchtige Carbimazol zur Bremsung der Schilddrüse einnehmen, statt auf die Pille zu verzichten. Aber so ist halt die Realität. Nur in zwei Fällen ist es mir gelungen, erfolgreich Überzeugungsarbeit zu leisten. Bei ihnen hatte sich die Schilddrüse nach ca. sechs Monaten unter pflanzlicher Therapie wieder beruhigt.

 

Ein Gedanke fällt mir noch zum Ansinnen Ihres „vorletzten Frauenarztes“ ein, der „mal alles ausräumen“ wollte. Ich versuche die antike und mittelalterliche „Humoralpathologie“ in meine schulmedizinisches Denken zu integrieren, möglicherweise konnten Sie dies beim Lesen in meiner Webseite bemerken. Die Humoralpathologie ist eine klassische Medizintheorie, die von den „schlechten Säften“ als Krankheitsverursacher ausgeht. In meinem Buch „Das Kontrazeptionssyndrom – Gesundheitsschädigung durch die Anti-Baby-Pille“, erschienen im Derscheider-Verlag, habe ich dies ausführlich erörtert. Durch die jahrelange Pilleneinnahme und die dadurch verursachten Blutungsstörungen (ich vermute, es ist auch zur Abschwächung und Verkürzung der Blutung gekommen) können sich die „schlechten Säfte“ (was immer das auch ist, das wissen selbst die naturheilkundlichen Ärzte alles andere als genau) angestaut haben. Somit kommt eine Ausschabung einer Nachhilfe bei der blockierten Reinigungsblutung gleich. Das könnten Sie aber einfacher, ohne Narkose und für Ihre Krankenkasse preiswerter haben. Beendigung der Zufuhr künstlicher Pillenhormone, Fördern des natürlichen Zyklus durch Agnus castus, gegebenenfalls blutausleitende Verfahren nach Aschner (zu letzterem: Dr. Abele: „Aschner-Fibel“, Haug-Verlag).

 

Viel Erfolg beim Finden des für Sie richtigen Weges!

 

Mit freundlichen Grüße

 

M. van Treek

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Stand: 14. Dezember 2012
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