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Dieser Beitrag ist seit dem 14.02.2003 auf dieser Webseite
Pille und Schilddrüsenerkrankung....und dann die Spirale?
Folgende Anfrage erreichte die Redaktion Medizinkritik am 31.1.2003
Sehr geehrter Herr van
Treek,
Antwort der Redaktion vom 13.02.2003:
Sehr geehrte Anfragerin.
Vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Leider schreiben Sie nichts über den Verlauf Ihres Körpergewichtes. Aber wenn Ihnen Ihr Gewicht zu hoch ist, dann wird Ihr body-mass-index (BMI) wahrscheinlich über 25 sein (Körpergewicht in kg geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in m). unter 20 = Untergewicht 20 – 25 = Normalgewicht 25 – 30 = Übergewicht 30 – 35 = schweres Übergewicht über 35 = klinische Fettsucht
Zu Ihrer ersten Frage: Es kommt nicht auf die „Kombination Pille + Carbimazol“ an. Die Pille lässt bei der Mehrzahl der Anwenderinnen im Laufe der Jahre das Gewicht ansteigen. Für Carbimazol ist ein Anstieg des Körpergewichtes keine offizielle Nebenwirkung. Aber durch die therapeutisch gewollte, durch Carbimazol hervorgerufene relative Schilddrüsenunterfunktion kann es schon zum Gewichtsanstieg kommen. Die Patientin mit Schilddrüsenüberfunktion ist eher überschlank. Die Blockade der Schilddrüsenüberfunktion scheint bei Ihnen noch nicht ganz erreicht zu sein, denn Sie sollen Carbimazol ja immer noch nehmen, allerdings in reduzierter Dosis. Für Schulmediziner ist es kein Problem, einer Patientin mit wahrscheinlich durch künstliche Sexualhormone induzierter Schilddrüsenüberfunktion therapeutisch das mit einer Nebenwirkungsrate von über 10 % behaftete Carbimazol zu verordnen. Das macht der Internist, und der fragt möglicherweise nicht nach der Einnahme der Pille. Der Gynäkologe ist für die Verhütung bei dieser Frau zuständig und gibt ihr weiterhin die Pille.
Zu Ihrer zweiten Frage: Die beiden Medikamente vertragen sich prima; Sie müssten allerdings zu erspüren versuchen, ob Sie sie vertragen. Bei der Pille sollte man allerdings besser nicht von einem Medikament sprechen. Ein Medikament unterstützt den kranken Menschen bei der Heilung. Bei der Pille handelt es sich um künstliche Sexualhormone, die – wie durch Ihr Beispiel und durch die Schicksale Millionen anderer Frauen gezeigt werden kann – in krankmachender Weise einen heutzutage für erstrebenswert gehaltenen Lebensstil ermöglichen.
Zu Ihrer dritten Frage: Selbstverständlich besteht eine Chance auf Besserung, wenn Sie die Pille mal nicht mehr nehmen. Wenn Ihr Organismus, insbesondere Ihr Hormonsystem, sich nach einer gewissen Zeit erholt hat, kann sogar eine Schilddrüsenüberfunktion zurückgehen. Sogar dann, wenn es sich um eine Autoimmun-Thyreoiditis handelt. Das weiß man aber vorher nicht. Vielleicht reichen Ihnen dann auch mildere Thyreostatika, wie z.B. aus Wolfstrapp hergestellte Mittel (siehe den Artikel auf dieser Webseite: Schilddrüsenüberfunktion nach langjähriger Pilleneinnahme).
Sollten Sie Amalgam als Füllungsmaterial in den Zähnen haben, so würde ich Ihnen empfehlen, dies unbedingt unter Zinkschutztherapie entfernen zu lassen (siehe den Artikel auf dieser Webseite: Empfehlungen für die Begleitbehandlung bei Amalgamsanierung). Eine vom Quecksilber herrührende Schwermetallbelastung kann zu Hormon-, Nervensystem- und Immunsystemstörungen führen. Sie sollten sich aber einen in der Amalgamsanierung erfahrenen und entsprechend bewussten Zahnarzt suchen. Gehen Sie davon aus, dass über 90 % der Zahnärzte die Amalgamproblematik gleichgültig ist. Es sollte eine „metallfreie“ Lösung angestrebt werden, also kein Gold. Bestellen Sie sich bei der Firma Dentsply DeTrey GmbH, DeTrey Str. 1, 78467 Konstanz die Patienteninformation über DEFINITE, einer plastizierbaren Keramik, die leicht zu verarbeiten und preiswert ist (nicht mehr als 40,- Euro Zuzahlung pro Füllung). Lassen Sie sich keine Zähne wurzelbehandeln (siehe den Artikel auf dieser Webseite: Tote Zähne können zu Terroristen des Körpers werden).
Zuletzt noch zu einer nicht gestellten Frage: Ich gebe Ihnen trotzdem eine Antwort! Und zwar in fünf Szenen. Es geht um Ihr Vorurteil, es geht darum, dass Sie sich „schon für die Spirale entschieden haben“.
Erste Szene: Ich gehe die Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich falle hinein. Ich bin verloren ... Ich bin ohne Hoffnung. Es ist nicht meine Schuld. Es dauert endlos, wieder herauszukommen.
Zweite Szene: Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich tue so, als sähe ich es nicht. Ich falle wieder hinein. Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein. Aber es ist nicht meine Schuld. Immer noch dauert es lange, herauszukommen.
Dritte Szene: ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich sehe es. Ich falle immer noch hinein ... aus Gewohnheit. Meine Augen sind offen. Ich weiß, wo ich bin. Es ist meine eigene Schuld. Ich komme sofort heraus.
Vierte Szene: Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich gehe darum herum.
Fünfte Szene: Ich gehe eine andere Straße.
(aus: Nossrat Peseschkian: Wenn du willst, was du noch nie gehabt hast, dann tu, was du noch nie getan hast, Verlag Herder spektrum, S. 9)
Mit freundlichen Grüßen
Manfred van Treek
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