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Praxis Manfred van Treek - Viernheim

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Pille & Geruchssinn

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Dieser Beitrag ist seit dem 26.02.2003 auf dieser Webseite

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Zerstört die Pille den

“Riecher für den Richtigen“?

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Nach der Einführung ins Thema ist die Anfrage von Sandra aus der Schweiz abgedruckt, die die Redaktion Medizinkritik am 25.2.2003 erreichte.

 

Einführung:

 

Forschungen haben vor einigen Jahren bewiesen, dass die Partnerwahl zwischen Menschen auf dem Geruchssinn basiert. Besonders Frauen haben die Gabe, solche Partner zu „erschnüffeln", die sich vom Genprofil her möglichst stark von ihnen unterscheiden. Das ist letztendlich für die Fortpflanzung eine sehr sinnvolle Sache. Wir geben unseren Kindern - vom genetischen Standpunkt her - die bestmöglichen Voraussetzungen für ein gesundes Leben. Ist das Genprofil aber ähnlich, dann könnte das bei aus verwandtschaftlichen Verhältnissen entstehenden Kindern bekannte Inzuchtproblem entstehen.

Eine Forschergruppe aus der Schweiz um den Berner Verhaltensökologen Claus Wedekind ließ Mitte der neunziger Jahre Frauen an T-Shirts schnuppern, die zuvor einige Tage lang von Männern getragen wurden. Die Männer unterschieden sich mit ihrem Major Histocompatibility Complex (MHC) entweder sehr stark oder kaum von den Frauen. Auf den MHC-Genen im Erbgut sind Eigenschaften festgelegt, die eine wichtige Rolle für die Selbsterkennung auf molekularer Ebene spielen. Auf ihnen ist auch die Prägung der individuellen Duftnote festgelegt.

In dem Forschungsprojekt sollten die weiblichen Duftbewerterinnen angeben, wie intensiv, angenehm oder sexy ihnen der Duft der getragenen T-Shirts erschien. Doch sie waren sich nicht einig. Nur jene, die keine Antibabypille nahmen, fanden tatsächlich mehrheitlich die Duftnoten der Männer attraktiver, die sich genetisch stark von ihnen unterschieden. Frauen, die mit der Hormonpille verhüteten, bevorzugten dagegen mehrheitlich die Gerüche von ihnen im MHC-Typ ähnlichen Männern.

 

  

Die Anfrage vom 25.2.2003:

 

 
Sehr geehrter Herr van Treek.



Mit 16 Jahren habe ich mit der Pilleneinnahme begonnen. Meine damalige
Frauenärztin hat mir das Präparat ohne weiteres verschrieben und nur darauf hingewiesen, dass ich mich wieder melden solle, wenn physische Beschwerden wie Kopfschmerzen etc. auftreten. Es zogen einige Jahre ins Land, in denen ich die Pille ohne mögliche Nebenwirkungen zu hinterfragen einnahm. Mit ca. 25 Jahren hat mich eine Kollegin auf den Ladycomp aufmerksam gemacht. Etwas skeptisch zwar - die Pille funktionierte ja tadellos und wirklich spürbare Nebenwirkungen in Form von Schmerzen hatte ich ja nicht - habe ich mich dennoch für die natürliche Verhütungsmethode entschieden. Ich setzte die Pille ab. Mein Zyklus wollte sich jedoch nicht wieder einpendeln. Ich hatte zwar etwas Ähnliches wie Blutungen, jedoch sehr, sehr schwache. Meine Frauenärztin meinte darauf, das sei nicht wirklich schlimm. Und wenn es nicht besser würde, könnte man immer noch mit Hormonen nachhelfen (!!). Da ich das ganze Thema damals relativ leichtfertig betrachtete, entschied ich mich nach 6 pillenlosen Monaten wieder mit der Pilleneinnahme anzufangen, da mein Körper mit Hilfe der Hormone doch wesentlich "besser" funktionierte. Bis Ende Mai 2002 habe ich dann die Pille (Harmonet) zuverlässig weiter eingenommen.

An dieser Stelle ist ein kurzer Rückblick angesagt. Im April 1999 habe ich meinen heutigen Ehemann kennen gelernt. Wir haben im August 2000 geheiratet und waren ein glückliches Paar. Wir haben uns sowohl sexuell als auch zwischenmenschlich gut verstanden. Im Hinblick auf meinen 30. Geburtstag im Dezember 2002 haben wir dann entschieden, dass ich die Pille absetzen solle. Der Wunsch kam von meiner Seite, da ich nach bald 14 Jahren "Pille" genug von den Hormonen hatte und der ganzen Sache mehr und mehr skeptisch gegenüberstand. Mit zunehmendem Alter hinterfragt man gewisse Dinge im Leben zusehends, die künstlichen Hormone waren für mich - damals zwar ohne real spürbare Gründe - eines davon.

Ich setzte die Pille Ende Mai 2002 ab, um meinen "Ladycomp" zu reaktivieren :-).

Was dann passierte, hätte ich nie im Leben erwartet. Ca. 6 - 8 Wochen nach Absetzen der Pille fühlte ich mich, als ob jemand einen Lichtschalter gekippt hätte - ich fühlte mich wie in einem anderen Film. Ich begann, mich zusehends von meinem Partner zu distanzieren. Zwar spürte ich, dass ich ihn nach wie vor liebte, aber die Art und Weise der Zuneigung änderte sich schlagartig. Ich scheute jede körperliche Nähe - ganz zu schweigen von sexuellen Aktivitäten. Das Problem an der ganzen Geschichte ist jedoch, dass sich meine sexuelle Lust nicht generell verflüchtigte. Ich begann Leidenschaften zu entwickeln, die ich vorher nicht kannte. Im Klartext: meine sexuelle Lust hat zugenommen, sie bezieht sich aber nicht mehr auf meinen Partner. Nicht, dass ich diese Lust auslebe, aber ich verspüre, dass sie da ist. Hätte ich generell keine Lust, würde ich mir weniger Sorgen machen... Es ist ganz so, als wäre mein Ehemann vom Partner zum Bruder geworden.

Vorerst war ich völlig durcheinander, hatte ich doch erst Anfangs Mai einer Freundin erzählt, wie glücklich ich mit meinem Mann sei und dass wir's wunderbar hätten. Und jetzt das? Was war bloß los? Etwa im Juli 2002 erinnerte ich mich, einmal in BBC-TV einen Beitrag gesehen zu haben, der sich um die Partnerwahl drehte. Darin wurde erwähnt, dass diese über den Geruchssinn des Menschen gesteuert wird und die Pille eben genau diesen Mechanismus außer Kraft setzt. Dieser Gedanke traf mich wie ein Blitz - könnte das eine Erklärung sein? Ich begann intensiv im Internet nachzuforschen. Irgendjemand musste doch eine Antwort auf meine Fragen haben!

Tatsächlich fand ich einige Beiträge, die meine Vermutung bestätigten. Nun muss ich Ihnen einen kurzen Ausflug in die Forschung zumuten: Dr. Claus Wedekind hat mit seinem T-Shirt-Versuch belegt, dass Frauen den Geruch von Männern, die ein möglichst gegensätzliches Immun-Gen-Profil aufweisen, anziehend finden und diese normalerweise als Partner wählen würden. Dies ist von der biologischen Seite her absolut einleuchtend. Je unterschiedlicher die Genprofile sind, desto besser ist der zukünftige Nachwuchs für ein gesundes Leben gerüstet - gleichartige "Fehler" oder Schwachstellen werden auf diesem Weg nicht verdoppelt sondern ausgeglichen.
Frauen, die mit der Pille verhüteten, verhielten sich jedoch konträr. Sie bevorzugten den Duft von Männern mit möglichst gleichartigen Gen-Profilen. Ein möglicher Hintergrund wäre hier, dass die Pille eine Schwangerschaft simuliert. Die Frau sucht das familiäre Umfeld, um Schutz zu finden. Gleichartige Gen-Profile = Familie.

 

Denkt man nun etwas logisch weiter, wäre es absolut möglich, dass man den Partner, den man mit der Pille umwerfend fand, ohne Pille "nicht mehr riechen" kann (etwas krass ausgedrückt). Einige Leute, die sich mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, weisen an dieser Stelle auf die enorm in die Höhe geschnellten Scheidungsraten seit Einführung der Pille hin. Es wäre ja nicht mehr als logisch, dass der Körper signalisiert, dass eine sexuelle Verbindung, die Nachwuchs zur Folge haben kann, mit diesem Partner nicht ideal ist. Die Lust würde verschwinden, weil die Chance, überhaupt schwanger zu werden oder vermehrt Fehlgeburten zu haben bei einer Gen-ähnlichen Konstellation hoch ist (auch das ist übrigens nachgewiesen worden...).

Dies habe ich während meiner Recherchen herausgefunden, und ich erlebe es im Moment am eigenen Körper. Mein Umfeld denkt, ich sei am Durchdrehen und bilde mir einiges ein. Langsam zweifle ich auch an mir selbst. Meine Frauenärztin hat gemeint, ich solle zu einem Psychologen gehen, an der Pille könne das ja ganz bestimmt nicht liegen. Die seien heute so gering dosiert .... (!!)

Leider habe ich bis heute niemanden gefunden, der Ähnliches erlebt hat oder darüber reden würde. Es wäre jedoch sehr hilfreich, andere Erlebnisberichte zu hören. Nicht zuletzt, um selbst einordnen zu können, was Fiktion und was Realität ist. Vermutlich kommen viele Paare in einer Krise gar nicht auf die Idee, die Pille zu hinterfragen resp. einen Zusammenhang zwischen dem Absetzen der Pille und den Problemen in der Beziehung zu suchen. Man findet ja auch sonst irgendwelche Gründe, um eine Beziehung ins Negative zu ziehen oder Trennungsgründe zu finden - man muss nur danach suchen. Der wahre Grund würde vermutlich in vielen Fällen anderswo liegen.

Nur ein Gedankenanstoß: wie kann es passieren, dass Paare jahrelang zusammen sind, heiraten, sich entscheiden, Kinder zu bekommen und sich unmittelbar nach der Heirat trennen? Vielleicht, weil die Pille fehlt?

Ich wäre unglaublich froh, andere Leute zu finden, die dasselbe erleben oder erlebt haben, denn ich weiß bald weder ein noch aus. Vielleicht können Sie mir noch etwas Feedback geben? Haben Sie keine Erfahrungen diesbezüglich gemacht?


Freundliche Grüße


Sandra ....

 

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Antwort der Redaktion vom 26.02.2003:

 

Sehr geehrte Frau Sandra ....

 

Die Tragik, die sich hier abzeichnet, ist wirklich erschütternd. Aber ich denke, dass Sie für die Ehe mit Ihrem Mann, den Sie ja „nach wie vor lieben“, Hoffnung haben dürfen.

Da ich die Anamnesen bei meinen Patienten gerade in Bezug auf die Verhütungsvorgeschichte und auch auf Umweltbelastungen sehr genau erhebe, sehe ich da, wo ich die ganze Familie hausärztlich betreue, nicht selten Konstellationen, die der vorstehend angedeuteten Problematik des geschwächten Nachwuchses entspricht. Häufig entstammen schwächelnde Kinder, zu Infekten neigende Kinder oder Kinder mit Allergie, Asthma oder  Neurodermitis aus Partnerschaften, wo die Frau lange Jahre vorher mit der Pille verhütet hatte, und wo sie auch ihren spätern Mann kennen lernte, während sie noch mit der Pille verhütete. Es wird allerdings äußerst schwierig sein, diese These wissenschaftlich zu beweisen, denn die meisten Frauen verhüten heutzutage mit der Pille. Es könnte bei wissenschaftlicher Erforschung dieser Fragen gar keine ausreichend große Kontrollgruppe von Frauen aufgestellt werden, die die Pille nie genommen haben. Möglicherweise ist aber nicht nur die genetische Mixtur des Kindes für eine geschwächte Abwehrlage verantwortlich, sondern auch die jahrelang stattfindende Einwirkung der künstlichen Sexualhormone auf die weiblichen Eier im Eierstock. Wenn man auch diese Realität als mögliche Ursache für eine schwächer werdende Nachkommenschaft anerkennt, dann muss es nicht unbedingt ein MHC-genetisch gleichartiges Profil der Eltern sein, welches als Ursache denkbar wäre.

 

In Bezug auf Ihre Ehe ist mir aufgefallen, dass Sie zwar schon seit fast drei Jahren verheiratet sind, aber keinen Gedanken für die Möglichkeit übrig haben, eigenen Kindern das Leben zu schenken. Liegt hier vielleicht eine andere mögliche Ursache für Ihre gestörte Zweisamkeit, dass das Nachwuchsthema bei Ihnen bisher ausgeklammert wurde. Sie schreiben ja, dass Sie weiter „verhüten“ wollen, jetzt „natürlich“. Möglicherweise fehlt Ihnen nach so vielen Jahren des „Sex ohne Fruchtbarkeit“ das, was bei natürlicher Sexualität eben nun mal entsteht. Vielleicht ist Ihr potentielles Mutterherz ja frustriert, immerhin sind Sie schon dreißig. Und Ihre eheliche Beziehung muss es nun ausbaden.

 

Desweiteren kommt mir noch der Gedanke, dass Ihr körpereigenes Hormonsystem nach so vielen Jahren der Manipulation nun einige Monate oder sogar Jahre benötigen könnte, um das eigene Regulationsgleichgewicht zu finden. Die Störung durch die plötzliche Hormonumstellung von künstlich auf natürlich kann lange nachwirken und dabei auch die Psyche beeinflussen.

Die heutige pillengeschädigte Frauengeneration leidet unter einer sogenannten Östrogendominanz, welche fatale Folgen für die körperliche und psychische Gesundheit hat.

Stellen Sie sich doch mal vor: Ihr Eisprung wurde in deutlich mehr Zyklen durch die Pille unterdrückt, als dass er im natürlichen Zyklusgeschehen zugelassen wurde. Ihnen fehlte jahrelang Ihr natürliches Gelbkörperhormon. Gleichzeitig mussten Sie die enormen Dosen an künstlichen Östrogenen und Gestinen aus der Pille ertragen. Es wurde Ihnen in einem anderen Zusammenhang schon mal von einer Frauenärztin der Vorschlag unterbreitet, „mit Hormonen nachzuhelfen“. Auch die Frauennaturheilkunde würde dies möglicherweise vorschlagen, aber bei ihrem Vorschlag handelt es sich um naturidentisches Progesteron. Schauen Sie sich doch mal die Webseite http://www.johnleemd.com an.

Die Frauen und Männer in Wedekinds Versuchen sind übrigens genetisch auf Ihre MHC-Gene untersucht worden. Eine solche genetische Untersuchung ist wahrscheinlich nicht billig. Aber es wäre für Sie und Ihren Mann eine Beruhigung, wenn sich bei Ihnen ein gegensätzliches MHC-Muster herausstellen würde. Sollte sich ein gleichartiges Muster herausstellen, dann sollten Sie allerdings daran denken, dass die Harmonie bei Genen und Gerüchen nicht die einzige Voraussetzung für eine harmonische Ehe ist. Sie sollten die positiven Eigenschaften und Fähigkeiten gegenseitig schätzen und lieben, und ich möchte Ihnen wünschen, dass Sie dann auch mal über gewisse Gerüche hinweggehen können.

 

M. van Treek

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Nichtsdestoweniger möchte ich alle Leserinnen (und Leser) dieses Artikels, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben bitten, mir diese zu mailen: redaktion@medizinkritik.de. Diese Emails werde ich an Sandra ... weiterleiten. Ich halte es für enorm wichtig, dass solche Erfahrungen gesammelt und ausgewertet werden, damit die Menschen immer mehr erkennen, um was für einen „Mist“ es sich bei der künstlichen Verhütung handelt. „Die Pille gehört auf den Misthaufen der Geschichte!“ (frei nach Karl Marx).

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Stand: 14. Dezember 2012
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