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Dieser Beitrag ist seit dem 26.02.2003 auf dieser Webseite
Zerstört die Pille den“Riecher für den Richtigen“?
Nach der Einführung ins Thema ist die Anfrage von Sandra aus der Schweiz abgedruckt, die die Redaktion Medizinkritik am 25.2.2003 erreichte.
Die Anfrage vom 25.2.2003:
Was
dann passierte, hätte ich nie im Leben erwartet. Ca. 6 - 8 Wochen nach Absetzen
der Pille fühlte ich mich, als ob jemand einen Lichtschalter gekippt hätte - ich
fühlte mich wie in einem anderen Film. Ich begann, mich zusehends von meinem
Partner zu distanzieren. Zwar spürte ich, dass ich ihn nach wie vor liebte, aber
die Art und Weise der Zuneigung änderte sich schlagartig. Ich scheute jede
körperliche Nähe - ganz zu schweigen von sexuellen Aktivitäten. Das Problem an
der ganzen Geschichte ist jedoch, dass sich meine sexuelle Lust nicht generell
verflüchtigte. Ich begann Leidenschaften zu entwickeln, die ich vorher nicht
kannte. Im Klartext: meine sexuelle Lust hat zugenommen, sie bezieht sich aber
nicht mehr auf meinen Partner. Nicht, dass ich diese Lust auslebe, aber ich
verspüre, dass sie da ist. Hätte ich generell keine Lust, würde ich mir weniger
Sorgen machen... Es ist ganz so, als wäre mein Ehemann vom Partner zum Bruder
geworden.
Denkt man nun etwas logisch weiter, wäre es absolut möglich, dass man den
Partner, den man mit der Pille umwerfend fand, ohne Pille "nicht mehr riechen"
kann (etwas krass ausgedrückt). Einige Leute, die sich mit diesem Thema
auseinandergesetzt haben, weisen an dieser Stelle auf die enorm in die Höhe
geschnellten Scheidungsraten seit Einführung der Pille hin. Es wäre ja nicht
mehr als logisch, dass der Körper signalisiert, dass eine sexuelle Verbindung,
die Nachwuchs zur Folge haben kann, mit diesem Partner nicht ideal ist. Die Lust
würde verschwinden, weil die Chance, überhaupt schwanger zu werden oder vermehrt
Fehlgeburten zu haben bei einer Gen-ähnlichen Konstellation hoch ist (auch das
ist übrigens nachgewiesen worden...).
Nur
ein Gedankenanstoß: wie kann es passieren, dass Paare jahrelang zusammen sind,
heiraten, sich entscheiden, Kinder zu bekommen und sich unmittelbar nach der
Heirat trennen? Vielleicht, weil die Pille fehlt?
Antwort der Redaktion vom 26.02.2003:
Sehr geehrte Frau Sandra ....
Die Tragik, die sich hier abzeichnet, ist wirklich erschütternd. Aber ich denke, dass Sie für die Ehe mit Ihrem Mann, den Sie ja „nach wie vor lieben“, Hoffnung haben dürfen. Da ich die Anamnesen bei meinen Patienten gerade in Bezug auf die Verhütungsvorgeschichte und auch auf Umweltbelastungen sehr genau erhebe, sehe ich da, wo ich die ganze Familie hausärztlich betreue, nicht selten Konstellationen, die der vorstehend angedeuteten Problematik des geschwächten Nachwuchses entspricht. Häufig entstammen schwächelnde Kinder, zu Infekten neigende Kinder oder Kinder mit Allergie, Asthma oder Neurodermitis aus Partnerschaften, wo die Frau lange Jahre vorher mit der Pille verhütet hatte, und wo sie auch ihren spätern Mann kennen lernte, während sie noch mit der Pille verhütete. Es wird allerdings äußerst schwierig sein, diese These wissenschaftlich zu beweisen, denn die meisten Frauen verhüten heutzutage mit der Pille. Es könnte bei wissenschaftlicher Erforschung dieser Fragen gar keine ausreichend große Kontrollgruppe von Frauen aufgestellt werden, die die Pille nie genommen haben. Möglicherweise ist aber nicht nur die genetische Mixtur des Kindes für eine geschwächte Abwehrlage verantwortlich, sondern auch die jahrelang stattfindende Einwirkung der künstlichen Sexualhormone auf die weiblichen Eier im Eierstock. Wenn man auch diese Realität als mögliche Ursache für eine schwächer werdende Nachkommenschaft anerkennt, dann muss es nicht unbedingt ein MHC-genetisch gleichartiges Profil der Eltern sein, welches als Ursache denkbar wäre.
In Bezug auf Ihre Ehe ist mir aufgefallen, dass Sie zwar schon seit fast drei Jahren verheiratet sind, aber keinen Gedanken für die Möglichkeit übrig haben, eigenen Kindern das Leben zu schenken. Liegt hier vielleicht eine andere mögliche Ursache für Ihre gestörte Zweisamkeit, dass das Nachwuchsthema bei Ihnen bisher ausgeklammert wurde. Sie schreiben ja, dass Sie weiter „verhüten“ wollen, jetzt „natürlich“. Möglicherweise fehlt Ihnen nach so vielen Jahren des „Sex ohne Fruchtbarkeit“ das, was bei natürlicher Sexualität eben nun mal entsteht. Vielleicht ist Ihr potentielles Mutterherz ja frustriert, immerhin sind Sie schon dreißig. Und Ihre eheliche Beziehung muss es nun ausbaden.
Desweiteren kommt mir noch der Gedanke, dass Ihr körpereigenes Hormonsystem nach so vielen Jahren der Manipulation nun einige Monate oder sogar Jahre benötigen könnte, um das eigene Regulationsgleichgewicht zu finden. Die Störung durch die plötzliche Hormonumstellung von künstlich auf natürlich kann lange nachwirken und dabei auch die Psyche beeinflussen. Die heutige pillengeschädigte Frauengeneration leidet unter einer sogenannten Östrogendominanz, welche fatale Folgen für die körperliche und psychische Gesundheit hat. Stellen Sie sich doch mal vor: Ihr Eisprung wurde in deutlich mehr Zyklen durch die Pille unterdrückt, als dass er im natürlichen Zyklusgeschehen zugelassen wurde. Ihnen fehlte jahrelang Ihr natürliches Gelbkörperhormon. Gleichzeitig mussten Sie die enormen Dosen an künstlichen Östrogenen und Gestinen aus der Pille ertragen. Es wurde Ihnen in einem anderen Zusammenhang schon mal von einer Frauenärztin der Vorschlag unterbreitet, „mit Hormonen nachzuhelfen“. Auch die Frauennaturheilkunde würde dies möglicherweise vorschlagen, aber bei ihrem Vorschlag handelt es sich um naturidentisches Progesteron. Schauen Sie sich doch mal die Webseite http://www.johnleemd.com an. Die Frauen und Männer in Wedekinds Versuchen sind übrigens genetisch auf Ihre MHC-Gene untersucht worden. Eine solche genetische Untersuchung ist wahrscheinlich nicht billig. Aber es wäre für Sie und Ihren Mann eine Beruhigung, wenn sich bei Ihnen ein gegensätzliches MHC-Muster herausstellen würde. Sollte sich ein gleichartiges Muster herausstellen, dann sollten Sie allerdings daran denken, dass die Harmonie bei Genen und Gerüchen nicht die einzige Voraussetzung für eine harmonische Ehe ist. Sie sollten die positiven Eigenschaften und Fähigkeiten gegenseitig schätzen und lieben, und ich möchte Ihnen wünschen, dass Sie dann auch mal über gewisse Gerüche hinweggehen können.
M. van Treek
Nichtsdestoweniger möchte ich alle Leserinnen (und Leser) dieses Artikels, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben bitten, mir diese zu mailen: redaktion@medizinkritik.de. Diese Emails werde ich an Sandra ... weiterleiten. Ich halte es für enorm wichtig, dass solche Erfahrungen gesammelt und ausgewertet werden, damit die Menschen immer mehr erkennen, um was für einen „Mist“ es sich bei der künstlichen Verhütung handelt. „Die Pille gehört auf den Misthaufen der Geschichte!“ (frei nach Karl Marx).
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