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Schwitzen und Blutungsstörungenbei Pille von 14 bis 21
Folgende Anfrage erreichte die Redaktion Medizinkritik am 12.5.2003
Ich leide nämlich sehr darunter, dass ich sehr stark schwitze, vor allem unter den Achseln. Dies habe ich leider ohne Erfolg bereits mit den gängigen Mitteln, wie Obadan usw. in den Griff zu bekommen versucht. Nun kommen auch noch Zwischenblutungen dazu. Im letzten Monat hatte ich sie durchgehend. Beim Geschlechtsverkehr verstärken sie sich noch. Seit ca. drei Monaten ist es auch häufig nach dem Verkehr zu leichten Blutungen gekommen.
Meine Lust auf Sex hält sich dadurch auch schon seit längerem in Grenzen. Und dazu muss ich sagen: ohne Pille ist meine Lust sowieso stärker, als mit Pille. Das habe ich in zwei Pillenpausen von ca. 3-4 Monaten bemerkt – irgendwie hatte ich mehr Lust auf Sex. Es kann natürlich auch sein, dass dies gar nichts mit der Pille zu tun hatte, es war nur eine Vermutung von mir. Allerdings hatte ich mal darüber gelesen.
In
diesen Pillenpausen habe ich mit Kondom verhütet. Tja, für mich ist dies nicht
unbedingt die wundervollste Methode, um zu verhüten. Vor allem bin ich seit drei
Jahren in einer sehr liebevollen Beziehung, und ich möchte dann doch nicht immer
zum Kondom greifen müssen. Ich hatte auch schon verschiedene Pillen probiert, als ich vor ungefähr drei Jahren zu meinem jetzigen Frauenarzt gewechselt bin. Der verschrieb mir vor zwei ein halb Jahren Diane mite, die ich lange Zeit wirklich gut vertragen hatte – bis das starke Schwitzen und etwas später die Zwischenblutungen auftraten. Auch hatten meine Blutungen mit der Diane mite sehr geschwankt. Einmal waren sie ziemlich stark, dann wieder fast gar nicht da. Mal dauerten sie drei Tage, mal sechs Tage. Aber auch bei den anderen Pillen, die ich vor der Diane mite genommen hatte, traten nach einiger Zeit Zwischenblutungen und Brustschmerzen auf.
Ich
habe mich jetzt auch schon über natürliche Verhütung informiert und denke, ich
werde es mit Persona probieren. Das soll ja doch zu 94 % sicher sein, wenn man
es richtig anwendet.
B.
Antwort der Redaktion vom 16.05.2003:
Liebe Frau B.
Vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage.
Zum Glück haben Sie einen
Frauenarzt, der die Zusammenhänge richtig erkennt. Auch die Gynäkologen werden
zur Zeit in Bezug auf Nebenwirkungen der von ihnen verschriebenen Pillensorten
kritischer, und das ist gut so. Allerdings mag es selbst heute noch Gynäkologen
geben, die solche Zustände, wie Sie sie mit Ihrer eigenen Erfahrung beschreiben,
als Pillennebenwirkung leugnen. Dann wird rumexperimentiert und die eine oder
andere noch nicht versuchte Pille ausprobiert und die iatrogene Hormonstörung
bei der Frau wird immer schlimmer (iatrogen = durch den Arzt verursacht). Es ist nämlich leider sehr wahrscheinlich, dass Sie durch die jahrelange Pilleneinnahme mit äußerst frühem Beginn im 14. Lebensjahr in ein nicht unproblematisches Defizit Ihres Gelbkörperhormons geraten sind. Somit dominierten die Östrogene, insbesondere durch die an 21 von 28 Tagen stattgefunde Einnahme von 35 µg Ethinylestradiol aus der Diane. Dem konnte das synthetische Gestagen aus der Diane, das Cyproteronacetat, nicht genügend entgegenwirken. In gewisser Hinsicht sind Östrogene und Progesteron im weiblichen Zyklus ja Gegenspieler, in anderer Hinsicht ergänzen Sie einander. Dies versuchen die Pillenkreatoren der Pharmaindustrie nachzuahmen – was ihnen aber naturgemäß nicht gelingt. Wer ist schon wie Gott?
Mit natürlichem oder besser
naturidentischem Progesteron können Frauen bei Östrogendominanz und
Progesteronmangel, z.B. bei Beschwerden nach Absetzen der Pille oder vor und in
den Wechseljahren den Hormonhaushalt ausgleichen. Das naturidentische
Progesteron wird übrigens aus der mexikanischen Yamswurzel gewonnen. Bei dem als
Creme verordneten Progesteron, welches täglich auf bestimmte Hautpartien
eingerieben wird und so in den Körper gelangt, gibt es im Gegensatz zu
pharmazeutisch gegebenen Östrogenen keine wesentlichen Nebenwirkungen. Sprechen
Sie mal mit Ihrem Frauenarzt darüber, wenn Ihre Beschwerden nach Absetzen der
Pille anhalten sollten. Es brauchen keine teuren Hormonbestimmungen gemacht zu
werden. Die Creme, deren Rezeptur im Buch von Dr. Lee angegeben ist, wird so,
wie dort beschrieben ist, angewandt. Wahrscheinlich kommt Ihr Hormonhaushalt mit
Hilfe des Progesterons wieder rascher ins Gleichgewicht.
Sie könnten Ihrem
Frauenarzt vorschlagen, sich das Buch von Dr. Lee zu kaufen. Zum letzten Punkt! Sie wollen es also „mit Persona probieren“. --- Merken Sie was? --- Jetzt „probieren“ Sie schon wieder. Sie hatten doch auch vor der Diane „schon verschiedene Pillen probiert“. Und was war das Ergebnis? Auch bei diesen ersten Pillen: Blutungsstörungen. Wenn die Sicherheit einer Verhütungsmethode 94 % beträgt, was heißt das eigentlich? Das bedeutet eine „Versagerquote“ von 6 %. Oder: Von 100 Frauen, die ein Jahr lang Persona anwenden, sind am Ende dieses Jahres 6 Frauen schwanger. Wenn Sie „ja“ zu Ihrem so entstandenen Kind sagen, dann ist Persona für Sie in Ordnung. Haben Sie das mit Ihrem Mann geklärt? Aber was ist, wenn sie „nein“ zu Ihrem Kind sagen, wenn Sie zur Abtreibung gehen und sich damit Ihre Zukunft zerstören? Über meine zahlreichen Patientinnen kenne ich nicht wenige, die eine Abtreibung erlitten haben. Irgendeinen psychischen Knacks kriegt jede Frau nach der Abtreibung. Das ist nicht so was wie eine Mandelentfernung. Wenn Sie in Ihrer jetzigen oder in einer späteren Lebensphase kein Kind verantworten oder verkraften können, dann: „Finger weg von Persona oder Verhütungscomputern!“ Das ist keine Geschäftsschädigung gegen die einschlägigen Firmen, sondern das ist meine freie Meinungsäußerung. In meiner Praxis sind in den letzten zwei Jahren vier Fälle aktenkundig geworden, in dem Persona im Sinne der oben angegebenen 6 % versagt hatte. Drei dieser ungeborene Kinder wurden iatrogen umgebracht, eines durfte zur Freude seiner Eltern das Licht der Welt erblicken.
Viele Frauen mit Pillennebenwirkungen wollen und können es einfach nicht glauben, dass die Pille ursächlich für ihre Krankheiten ist. Sie schlucken tapfer weiter, dieses Goldene Kalb darf nicht geschlachtet werden. Aber Sie haben einen enormen Schritt gemacht. Ihr aufkeimender Zweifel, den Sie im ersten Abschnitt Ihrer Anfrage formuliert haben, ist ein Schritt hin zur Erkenntnis, zur Selbständigkeit. Ein Schritt weg von der „black-box“ der Pille, an die man die Verantwortung so bequem abgeben konnte, ein Schritt weg von der Abhängigkeit von einem Pharmakon. Aber warum wollen Sie jetzt wieder eine „black-box“ wählen, an die sie die Verantwortung abgeben können? „Probieren“ Sie doch mal den Gedanken, völlig selbständig zu werden. Dazu brauchen Sie einiges an Motivation, Verantwortung und Lernbereitschaft. Dazu brauchen Sie einen Mann, der Sie unterstützt. Dazu brauchen Sie ein weiteres Buch, nämlich „Natürliche Empfängnisregelung – der partnerschaftliche Weg“ von Prof. Rötzer, Herder-Verlag. Und dazu brauchen Sie eventuell einen Kurs über Natürliche Empfängnisregelung (NER), wie er von manchen Volkshochschulen oder Familienbildungswerken angeboten wird. Möglicherweise brauchen Sie auch eine erfahrene NER-Anwenderin aus Ihrem Stadtteil, die Sie anfangs beim Erlernen der NER begleitet. Siehe dazu www.iner.org.
Hoffentlich ist mein Rat ausreichend.
Alles Gute und viel Glück
M. van Treek
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