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Amenorrhö

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Dieser Beitrag ist seit dem 12.09.2003 auf dieser Webseite

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Amenorrhö

- Die Pille sollte es richten – jetzt Migräne

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Nachfolgende Anfrage erreichte die Redaktion Medizinkritik am 9.9.2003:

 

Hallo,

Ich bin 26 Jahre alt; vor 6 Monaten bin ich nach Deutschland umgezogen, und seitdem fingen bei mir Menstruationsprobleme an. Ich hatte für über 4 Monate keine Blutung mehr und darauf hin bekam ich von meinem Arzt die Pille Biviol. Daraufhin hat es mit der Regel ein mal geklappt und es kamen Migräne und eine Gewichtszunahme von 5 Kilo innerhalb von etwa 2-3 Wochen. Ich hatte vorher 42 Kilo, danach 48 gewogen. Ich bin auch ziemlich klein mit 152 cm.

Nach 12 Tagen Pille meinte meine Ärztin jetzt sei alles in Ordnung, und nach 2 Monaten hatte ich immer noch keine weitere Blutung. Jetzt nehme ich seit einer Woche die Cilest. Obwohl ich in der Zwischenzeit viel mehr auf eine gesunde Ernährung achte, mindestens 3 mal die Woche Sport treibe und auch Brennesseltee gegen Wassereinlagerung trinke, scheint das Gewicht nicht runterzugehen, wenn es nicht sogar wieder am Steigen ist.

Was kann ich dagegen machen? Liegt es auch an der Pille?

 

Vielen Dank im voraus für Ihre Beratung,

 

Frau I.

 

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Antwort der Redaktion Medizinkritik am 11.9.2003:

 

Sehr geehrte Frau I.

 

Vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage.

Zunächst mal zum Gewicht: Mit 48 kg haben Sie bei einer Größe von

152 cm einen Body-Mass-Index (BMI) von 20,8. Mit 42 kg war ihr BMI 18,2. Somit waren Sie vor der Pille sogar untergewichtig. Jetzt sind Sie so gerade eben normalgewichtig. (Normalgewicht: BMI 20-25, man teilt das Gewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Größe in Meter).

Allerdings ist zu vermuten, dass es sich bei der Gewichtszunahme um Wassereinlagerungen durch die Pille handelt, in diese Richtung weist ja auch Ihre Bemerkung mit dem Brennesseltee. Somit sollten wir in Ihrem Falle die Pille nicht zu früh loben, weil sie vordergründig gesehen Ihr Untergewicht in Richtung Normgewicht erhöht habe.

 

Als ganzheitlich denkender Hormonberater würde ich mir noch ausführlichere Informationen von Ihnen wünschen:

Aus welchem Land sind Sie nach Deutschland gekommen?

Sind Sie freiwillig aus Ihrem Land emigriert?

Oder sind Sie unter viel Kummer und Stress geflüchtet?

Sind Sie in Deutschland auf eine stress-belastete Situation gestoßen?

Ist Ihre Familie vielleicht auseinander gerissen worden?

Haben Sie früher schon mal die Pille genommen?

Leben Sie in einer Partnerschaft?

Sind Sie verheiratet? Haben Sie bereits Kinder?

Sind Sie bereits schwanger gewesen? Hatten Sie mal Abtreibungen?

Sind Sie mal operiert worden?

Hatten Sie wegen irgendwelcher Erkrankungen schon mal Medikamente genommen? Wenn ja – welche?

Welche sonstigen Erkrankungen haben oder hatten Sie?

Ist Ihr Untergewicht auf eine Essstörung zurückzuführen?

 

Wenn Sie möchten, können Sie mir diese Fragen gerne noch beantworten.

 

Nun zu Ihren Fragen, ob Ihre Problematik an der Pille liege und was man dagegen machen könne.

Ich kann mir nicht denken, an was es denn sonst liegen solle, außer an der Pille. Sowohl Migräne als auch Wassereinlagerungen sind anerkannte Nebenwirkungen der Pille. Sie schreiben nichts von einem Verhütungsbedarf. Die Regelung der Empfängnis kann auch auf natürlichem Wege nach den von Professor Rötzer aufgestellten Regeln praktiziert werden. Für mich als Naturheilkundler ist es völlig abwegig, in einem Fall wie dem Ihrigen die Pille zu verordnen.

Stress-, Flucht- oder Migranten-Amenorrhö (Ausbleiben der Monatsblutung in psychisch und seelisch belastenden Situationen) ist eine normale und gewollte Reaktion der Natur der Frau. Damit verbunden ist auch eine zeitweilige Sterilität. Das will die Natur so, damit die Frau in belastenden Lebenssituationen eben nicht schwanger wird. Damit schützt sich die Frau. Diese spezielle Amenorrhö oder Sterilität erfahren natürlich nicht alle betroffenen Frauen, aber doch ein großer Teil. Und Sie haben anscheinend dazu gehört; der zeitliche Zusammenhang ist ja nicht zu übersehen. Solche Situationen normalisieren sich meistens nach einigen Monaten, wenn die Frau sich in ihrer neuen Umwelt eingelebt hat, wenn der Stress sich gelegt hat. In einem solchen Fall mit Antibabypillen zu experimentieren finde ich echt brutal.

Ein Naturheilkundler würde in einem solchen Fall vielleicht ein Agnus-castus-Präparat (z.B. Agnucaston 2 Dragees pro Tag) und Magnesium (z.B. Magnesiocard 2 Tbl pro Tag) geben. Fernerhin kleine Aderlässe von etwa 50 ml Blut an den Tagen der erwarteten Regelblutung.

Eventuell zusätzlich das Substrat des Stresshormons Cortisol: natürliches Progesteron in Gelform für die Anwendung über die Haut (z.B. 2,5 Gramm Progestogel pro Tag in der vermuteten zweiten Zyklushälfte, also etwa in den zwei der erwarteten Blutung vorausgehenden Wochen).

 

Ich hoffe Ihnen mit diesen Angaben geholfen zu haben. Vielleicht finden Sie einen Therapeuten, der Ihnen beim Umsetzen der Vorschläge helfen kann.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

M. van Treek

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Stand: 14. Dezember 2012
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