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Dieser Beitrag ist seit dem 30.10.2003 auf dieser Webseite

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Psychovegetative Dysregulation

nach Absetzen der Pille

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Folgende Anfrage erreichte die Redaktion Medizinkritik am 27.10.2003:

 

Hallo,

ich heiße K. und bin 35 Jahre alt. Seit ca. 17 Jahren nehme ich die Pille.

Ende März 2003 setzte ich sie ab, mit der Überlegung, soll sich der Körper erst einmal umgewöhnen und dann "wäre es ja auch langsam Zeit, an ein Kind zu denken, sonst ist es zu spät".

Im August (also ca. 4 Monate nach Ende der Pille) fuhren wir in den Urlaub. Nach 3 Tagen begann mein Körper völlig verrückt zu spielen (depressiv, zum Teil mit starken "unbegründeten"  Weinkrämpfen, Angstzuständen, Schwäche, Kreislaufproblemen, Kurzatmigkeit, Herzrasen, leichte Übelkeit, Appetitlosigkeit, Zitterattacken, völlige Interesselosigkeit. Sehr beklemmend waren auch die heftigen Rückenschmerzen und der unerträgliche Druck auf der Brust. Zudem kam der massive Haarausfall, welcher mich auch stark belastete. Ich erkannte mich nicht wieder und hatte Angst zu sterben.

Da ich diese ganzen Symptome von mir nicht kannte, gingen wir zum Arzt (Dänemark), welcher natürlich nur den groben Check durchführte (Blutbild, EKG, Abhören). Es war „alles in Ordnung“.

Dies beruhigte mich zunächst. Es gab vielleicht auch mal einen Tag, wo es mir besser ging, aber im großen und ganzen blieben alle beschriebenen Symtome.
Den Urlaub mussten wir eine paar Tage eher abbrechen, da ich mich "vernünftig" in Deutschland untersuchen lassen wollte.

Jedoch erging es mir zu Hause ähnlich. Alle Ärzte (Hausarzt, Internist, Orthopäde, Kardiologe) erkannten keine Diagnose. Auch von einer Überweisung zur Neurologin war die Rede.
Dann sagte eine Freundin zu mir, dass evtl. auch das Absetzen der Pille Schuld wäre. Ich dachte erst, nach 4 Monaten? Ich war eigentlich froh, dass ich das Absetzen der Pille so gut überstanden
hatte!

Jedenfalls bin ich aus der Not heraus zu meiner Frauenärztin gegangen und habe mir wieder die Pille verschreiben lassen, welche ich nun wieder seit über 2 Monaten nehme. Mir geht es nun wesentlich besser als vorher, jedoch sind noch nicht alle Symptome vorbei. Ab und an habe ich noch dieses beklemmende Druckgefühl auf der Brust, ab und an depressive Verstimmungen, bis hin zu Weinattacken und manchmal leichte Kreislaufprobleme, hoffe jedoch, dass sich das auch wieder eintaktet.

Sie können lesen, dass ich so froh bin, dass ich dieses Gefühl sterben zu müssen, nicht mehr so intensiv verspüre und dabei ganz vergesse, dass mein Körper in eine Art Abhängigkeit geraten ist und ein evtl. Kinderwunsch somit nicht zu bewerkstelligen ist.

Gibt es denn sogenannte "Ersatzdrogen", so dass ich es noch einmal auf ein Absetzen der Pille ankommen lassen kann? Sie werden verstehen, dass ich große Angst habe, die Pille nochmal abzusetzen.

Hiermit gebe ich mein Einverständnis zur Veröffentlichung und hoffe innig auf Hilfe und Beratung.

Liebe Grüße

K.

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Antwort der Radaktion Medizinkritik am 29.10.2003:

 

Liebe Frau K.

 

Die meisten Frauen müssen nach dem Absetzen der Pille nicht solche schlimmen Erfahrungen machen wie Sie. Allerdings sind 17 Jahre Pilleneinnahme eine sehr lange Zeit, in welcher Ihr körpereigenes Hormonsystem sich überhaupt nicht entfalten konnte. Es war vom Hormonsystem her gesehen die absolute Fremdsteuerung. Die verschiedenen Bereiche des Hormonsystems greifen ineinander. Somit dürfte auch der Bereich der Stresshormone (Cortisol, Adrenalin) mit betroffen sein.

 

Leider schreiben Sie nicht, wie sich Ihr Zyklus in den vier Monaten nach dem Absetzen der Pille verhalten hatte, in welchen noch keine psychovegetativen Dysregulationen auftraten.

Hatten Sie z.B. nach Absetzen der Pille die morgendliche Aufwachtemperatur im Sinne der Natürlichen Empfängnisregelung (NER) gemessen? Traten gegen Ende der ersten Zyklushälfte mehrere Tage anhaltende Phasen mit Fruchtbarkeitsschleim auf? Hatte Sie überhaupt regelmäßig Ihre Regelblutung, oder hatten Sie eine „Postpillenamenorrhö“?

 

Beim nächsten Absetzversuch wäre es sehr sinnvoll, gleich mit den o.a. Selbstbeobachtungen im Sinne der NER zu beginnen (Buchempfehlung: Prof. J. Rötzer: Natürliche Empfängnisregelung. Herder-Verlag). Mit solchen Zyklusaufzeichnungen können Sie für sich selber mehr Klarheit über die Hormonsituation gewinnen, Sie können damit aber auch Ihrer Frauenärztin wichtige diagnostische Informationen liefern.

 

Möglicherweise ist Ihre Symptomatik auf einen Gelbkörperhormonmangel nach Absetzen der Pille zurückzuführen. Mit der Pille haben Sie Ihrem Organismus Gestine, also künstliche Gelbkörperersatzhormone zugeführt, damit Ihr Körper „denkt“, er sei schwanger. Ihr natürliches Gelbkörperhormon konnten Sie 17 Jahre nicht oder nur sehr mangelhaft bilden. Somit sind auch Ihre natürlichen Östrogene vermindert vorhanden gewesen. Stattdessen wurde das künstliche Ethinylöstradiol zugeführt. Und nach 17 Jahren soll ein Frauenkörper das nun alles aus dem Stand heraus leisten, was er eine so lange Zeit nicht tun brauchte. Es mag ja bei vielen Frauen vordergründig gesehen funktionieren; die meisten setzen die Pille ohne große Probleme ab. Aber solche Fälle wie der Ihrige zeigen, dass es eben keine Garantie für komplikationsloses künstliches Verhüten gibt.

 

Die Gynäkologen sind von der Pharmaindustrie im Laufe von Jahrzehnten so sehr auf Produkte mit synthetischen Hormonen vergattert worden, dass sie massiv-autistische Denksperren in dieser Hinsicht entwickelten. Dies gilt sowohl für Hormonverhütung als auch für die sog. Hormonersatztherapie (HET) im Klimakterium. Zum großen Glück der Frauen ändert sich dies momentan, denn die Ergebnisse mehrerer großer Studien zeigen eine „vernichtende Bilanz“. So schreibt der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen in einem Rundbrief: „Selten haben wir Ärztinnen und Ärzte uns weltweit in einer pharmakotherapeutischen Maßnahme so geirrt wie bei der Hormonersatztherapie im Klimakterium.“

Was nun für die HET bewiesen ist, gilt genauso für die Verhütungspille.

 

Versuchen Sie doch mal Ihre Frauenärztin in die richtige Richtung zu beeinflussen. Auch sie könnte zu den Pionieren gehören und immens viel Gutes für Ihre Patientinnen tun, wenn sie sich mit der Behandlung mit naturidentischem Progesteron (Gelbkörperhormon) befassen würde. Den meisten „Schulgynäkologen“ ist das aber zu einfach, sie finden es zu simpel, mit ein bischen Gel oder Creme auf die Haut gebracht ganze Symptomkomplexe zu heilen; das ist „unter ihrer Würde“. Aber sie werden nicht umhin kommen umzulernen. Die Frauen werden es von ihnen verlangen. Sie können meine Antwort gerne ausdrucken und Ihrer Gynäkologin vorlegen. Sie sollte auch mal die Webseite: www.johnleemd.com besuchen.

 

Gute Besserung und

mit freundlichen Grüßen

 

M. van Treek

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Stand: 14. Dezember 2012
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