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Spiralen und kein Ende – Lustlosigkeit, Kinderlosigkeit, Depression
Folgende Anfrage erreichte die Redaktion Medizinkritik am 31.7.2004: Sehr geehrter Herr van Treek. Ich bin 37 Jahre alt, verheiratet und habe keine Kinder (Wunsch war nie vorhanden). Nach fast 4 Jahren Tragezeit der Hormonspirale Mirena, ließ ich diese im September 2003 entfernen. Ich hatte mit der Mirena keine Monatsblutungen mehr, was ich als angenehm empfand, da ich vor Mirena jeweils sehr starke Monatsbeschwerden/-blutungen und Schmerzen hatte (Verhütung mit Kupferspirale). Jedoch sank meine Libido auf null und ich hatte mit Depressionen und Antriebslosigkeit zu kämpfen. Meine Frauenärztin wollte von einem Zusammenhang mit der Mirena nichts wissen und mich zum Psychologen schicken. Seit dem Ziehen der Mirena (und gleichzeitigem Einsatz der Spirale Gynefix) sind die Depressionen nun noch viel schlimmer geworden und ich bin oft auch aggressiv bis hin zu Selbstmordgedanken vor allem 1 Woche bevor die Periode einsetzt. Die Blutungen dauern ca. 1 Woche, wobei sie nicht sehr stark sind und gegenüber vor der Zeit mit Mirena auch nicht schmerzhaft.
Obwohl es doch nun schon 10 Monate her sind, dass
ich die Mirena entfernen ließ. Auch mein Hausarzt wollte mir Psychopharmaka
verschreiben, was ich aber wiederum ablehnte. Ich habe nun den Frauenarzt
gewechselt, welcher mir vom 15. - 26. Tag 2x 1 Tablette Duphaston/Tag
verschrieb. Morgen müsste ich nun das erste Mal damit anfangen. Aufgefallen ist
mir, dass ich vom 7. - 15. Tag (und nicht ein paar Tage vor Eintritt der
Menstruation) jeweils an Gewicht zulege (Wassereinlagerungen?) und alles essen
könnte.
Gerne höre ich Ihre Meinung zu meinem Fall. B.
Antwort der Redaktion am 4.8.2004: Sehr geehrte Frau B. Vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Was soll ich Ihnen nur sagen? Natürlich sind Ihre seelischen Probleme auch hormonell bedingt. Sie haben sich bewusst gegen Kinder entschieden und lösen diesen Konflikt mit den Methoden der schulmedizinischen Gynäkologie, also mit Spiralen. Ich vermute, Sie wissen, dass Spiralen frühabtreibend in dem Sinne wirken, dass sich die entstehenden Kinder nicht in der Gebärmutter einnisten können. Für viele moderne Menschen ist dies kein moralisches Problem mehr, „man lebt ja nicht mehr im Mittelalter“. Mich macht dies traurig. Es macht Sie traurig, dass Sie keine Lust mehr auf Sexualität haben. Die von Ihnen geschilderten Symptome sind typische Nebenwirkungen von Antibabyspiralen, das hängt mit der abtreibenden Wirkung der Spirale zusammen. Besuchen Sie doch mal die Webseite: www.hormonspirale-forum.de; die Seele der Mutter verbindet sich in jedem Falle einer Befruchtung für einige Tage mit der Seele des zum Untergang verurteilten Kindes. Das hält keine Mutterseele lange aus. Wie löst sie diesen Konflikt? Eine Lösung ist auf zweifache Weise möglich. Erstens: Die Libido reduziert sich oder verschwindet ganz oder die Frau wird so depressiv, dass Sex in ihrem Leben keine Rolle mehr spielt. In meiner praktischen Tätigkeit als Hausarzt habe ich schon einige Ehen scheitern sehen, weil die Spiralenträgerin keine sexuelle Lust mehr auf ihren Mann hatte. Zweitens: Die Eisprünge bleiben aus, es kommt zu einem die Depression und den Libidoverlust verstärkenden Progesteronmangel. Progesteron ist aber nicht nur das schwangerschaftsfördernde Hormon, sondern es ist in Bezug auf die Psyche eine Art „Glückshormon“. Darum wird ja auch die Schwangerschaft mit ihren 10fach erhöhten Progesteronblutspiegeln manchmal als die zweite „Hochzeit“ der Frau bezeichnet. Wenn Sie nun meinen, dass Sie das alles nicht tangieren muss, warum sollten Sie dann nicht auch die gut gemeinten Lösungsangebote der Schulmedizin annehmen? Duphaston ist der künstliche Progesteronersatzstoff Dydrogesteron, der sicherlich für einige Zeit den Progesteronmangel kaschieren kann, bis dann die Nebenwirkungen auftreten. Antidepressiva gibt die Schulmedizin bei Depressionen und sie helfen ja auch manchmal und man braucht nicht an den Konfliktursachen zu arbeiten. Ist doch herrlich praktisch, wie die Verhütung – oder? Mit freundlichen Grüßen M. van Treek
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