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Praxis Manfred van Treek - Viernheim

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Regulationsstörung

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Dieser Beitrag ist seit dem 26.09.2004 auf dieser Webseite

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Zustand nach 20 Jahren Pillenbenutzung

Massive Regulationsstörungen nach Beendigung

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Folgender Beitrag erreichte die Redaktion Medizinkritik am 8.9.2004:

 

Hallo Herr van Treek,

 

habe heute mit Interesse Ihre Seite im Internet entdeckt. Zuerst gleich einmal ein Dankeschön für diese Seite, denn es gab bisher bei meinen jahrelangen Recherchen wenig Brauchbares. Was ich in den Beiträgen lesen und heraushören kann, bestätigt genau mein Gefühl: jetzt bekomme ich die Quittung fürs jahrelange Pille schlucken.

 

Im Februar bin ich 45 Jahre alt geworden und bin kinderlos. Bis zu meinem 39. Lebensjahr (ca. ab dem 19. Lebensjahr) habe ich bis auf kurze Pausen mit der Pille verhütet, da ich zwar 2 langjährige Beziehungen hatte, aber nie an Familienplanung dachte. Dann war ich "ohne Mann" und setzte die Pille ab.

 

Sofort stellten sich massive Unterbauchkrämpfe a) zur Eisprungzeit und b) ab ca. 10 Tagen vor der Periode ein. Mein Frauenarzt glaubte mir nicht, da ich körperlich ohne Befund war, dass diese kolikartigen Schmerzen irgend etwas mit Hormonen zu tun haben könnten - sein Kommentar: "Da müssen Sie halt Schmerzmittel nehmen!" Ich durchlief viele Stationen, u. a. war ich in der Endometriosesprechstunde in Heidelberg. Dort wurde mir gesagt, dass die Beschwerden dazu passen könnten, aber ohne Bauchspiegelung sei dies nicht sicher zu sagen.

 

Schließlich kam ein Frauenarzt auf die Idee, dass ich sicherlich etwas mit dem Darm hätte und schickte mich zur Darmspiegelung. Dort fand man Divertikel, die zwar momentan nicht entzündet waren, aber wohl schon einmal in der Zeit davor. Was habe ich in dieser Zeit Antibiotika geschluckt und per Infusion bekommen (meine Leukozyten waren oft leicht erhöht, aber nie massiv). Man riet mir - da ich dauernd von diesen Bauchkrämpfen geplagt wurde, ein Stück Darm zu entfernen, "dann hätte ich für immer Ruhe" (laut Chirurg). Gesagt, getan, 20 cm Darm kamen raus und 1 Woche später musste ich erneut unters Messer wegen Verwachsungen und Darmverschluss. Meine bekannten Bauchkrämpfe waren nach der Operation pünktlich wieder da - nichts hatte sich geändert.

 

Nun fing ich an, Kalender zu führen, sowohl über die Schmerzen (s, ss, sss, ssss), als auch den Zyklus allgemein. Siehe da, es ließ sich eine Regelmäßigkeit erkennen und mein neuer Hausarzt (Allgemeinarzt und Arzt für Umweltmedizin) half mir mit Immunsystemaufbau, Zinkpräparaten und Akupunktur.

 

Inzwischen waren 3 Jahre vergangen und ich hatte wieder einen Freund - meinen jetzigen Mann, der mir sogar in Form einer Excel-Tabelle ein Datenblatt anlegte, in das ich meine Beschwerden eintrug - man konnte daraus auch eine Kurvengrafik erstellen und erkannte deutliche Regelmäßigkeiten: im Zeitraum 12.-16. Tag starke Krämpfe mit Übelkeit und Kopfschmerzen, 20.-25. Tag starke Krämpfe und dann wieder während der Periode. Linksseitig habe ich eine Eierstockzyste (funktionelle Zyste) und mein Frauenarzt verschrieb mir nun CycloÖstrogynal, was ich bis heute nehme. Die Zyste wurde kleiner und verschwand, kam aber immer mal wieder und anfänglich trat auf dieses Medikament eine Besserung ein, ich hatte weniger Schmerzen. Inzwischen hat sich die Situation wieder geändert. Verhüten bräuchte ich nicht sagte der Arzt, denn obwohl draufsteht "nicht zur Empfängnisverhütung geeignet", habe er in seiner Praxis noch keine Frau gehabt, die schwanger geworden sei.

 

Nach 5jähriger Einnahme von CycloÖstrogynal habe ich inzwischen fast jeden Tag mal Krämpfe, meistens hilft eine heiße Wärmflasche in den Rücken oder manchmal auch Eis auf den Bauch um sie abklingen zu lassen. Hinzu sind seit einiger Zeit Kopfschmerzen in der 1. Zyklusphase gekommen, starke Übelkeit mit Brechreiz und manchmal Herzstolpern und depressive Stimmungen. Kommentar meines Arztes: "Jetzt halten Sie das doch schon so lange aus, da können wir hoffen, dass Sie bald in die Wechseljahre kommen, aber für solche Beschwerden sind Sie noch viel zu jung! Auf keinen Fall würde ich mich an Ihrer Stelle trauen, Cycloöstrogynal abzusetzen. Wir könnten höchstens mal eine Ausschabung machen oder komplett die Gebärmutter rausnehmen".

 

Auf meine Frage, ob denn die Schilddrüse auch etwas mit dieser Sache zu tun haben könnte, verneinte er  vehement. Ich habe seit 1 Jahr einen Schilddrüsenknoten und nehme Thyronajod 50.

 

Kürzlich hat mir eine Heilpraktikerin mit Spritzen Linderung verschafft und ich hatte mal ein halbes Jahr, in dem ich mich bis auf wenige Tage ganz wohl fühlte. Da ich als Chefsekretärin arbeite, können Sie sich sicherlich vorstellen, wie quälend dann die Tage im Büro werden können. Ich habe mir schon eine Miniwärmflasche in den Schrank gelegt und klemme sie bei Bedarf und Abwesenheit des Chefs in den Hosenbund. Aber gegen die Kopfschmerzen helfen nur Tabletten (Eudorlin - auf Ibuprofenbasis) und gegen die Depressionen möchte ich nichts nehmen - sie sind auch nicht so schlimm.

 

Bitte schreiben Sie mir Ihre Meinung und vor allem - wie soll ich weiter machen. Ich wohne sehr ländlich und wüsste keinen Gynäkologen, zu dem ich alternativ gehen könnte, bzw. ich könnte zwar noch viele ausprobieren und wieder enttäuscht sein. Soll ichs beim Endokrinologen versuchen? Irgendwie bräuchte ich eine Leitlinie und einen Arzt, der mich begleitet. Ich kann nicht glauben, dass die Beschwerden nach einer Ausschabung besser sein sollen, denn das hatte ich vor 3 Jahren und es kam nichts dabei heraus.

Vielleicht wissen Sie einen kompetenten Arzt - ich wohne räumlich ca. in der Mitte zwischen Würzburg und Frankfurt (jeweils 1 Std.).

 

Vielen Dank schon einmal für Ihre Mühe, ich warte und hoffe auf eine Antwort, die mich weiterbringt, denn mit der Zeit hat man nicht einmal mehr Lust wegzugehen, weil dann "gute Mine zu bösem Spiel" angesagt ist und von meiner Beziehung zu meinem Mann gar nicht zu reden.

 

M.

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Antwort der Redaktion vom 25.9.2004:

 

Sehr geehrte Frau M.

 

Vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage.

In Ihrem Fall scheint es wirklich sehr ungünstig verlaufen zu sein. Wenn die Periodizität Ihrer Beschwerden früher erkannt worden wäre, hätte Ihnen möglicherweise die Darmteilresektion erspart werden können. Von medizinischer Seite wurde die Ursache Ihrer Beschwerden in den Dickdarmdivertikeln gesehen, und da anscheinend medikamentöse Behandlungsversuche nicht geholfen haben, wurde Ihnen die Resektion eines Stückes vom Darm empfohlen – mit dem von Ihnen oben beschriebenen Misserfolg. Somit könnte die Ursache Ihrer weiterhin bestehenden Beschwerden tatsächlich hormonell bedingt sein.

 

Mit Ihrem zur Zeit eingenommenen Hormonpräparat CycloÖstrogynal will Ihr Gynäkologe den Zyklus unterstützen. Aber ist der Zyklus denn überhaupt schon beobachtet und dokumentiert worden? Mit Temperaturmessung, Fruchtbarkeitsschleimbeobachtung und sorgfältiger Tabellenführung? Nachfolgend die Zusammensetzung von CycloÖstrogynal (Schering), welches über 21 Tage mit einer 7tägigen Pause eingenommen wird:

11 Drgs (11 Tage) mit je

Estradiolvalerat 1 mg

und Estriol 2 mg.

10 Drgs (10 Tage) mit je

Estradiolvalerat 1 mg,

Estriol 2 mg

und Levonorgestrel 0,25 mg.

 

Estriol ist das naturidentische Schwangerschaftsöstrogen der Frau, das im normalen Zyklus keine große Rolle spielt. In der Schwangerschaft ist die Blutkonzentration von Estriol hoch. Estriol steht nicht im Verdacht, Krebs oder Thrombosen zu begünstigen. Das Estradiolvalerat ist allerdings ein künstliches Östrogen, sowie das Levonorgestrel ein künstlicher Progesteronersatzstoff ist.

Dr. Lee (www.johnleemd.com, Autor des Buches „What your Doctor may not tell you about Premenopause“) fordert:

  1. Hormone nur dort, wo ein Hormonmangel nachgewiesen ist.

  2. Keine künstlichen Hormonersatzstoffe, ausschließlich Gabe von naturidentischen Hormonen.

  3. Hormone nicht oral als einzunehmende Präparate, sondern möglichst transdermal als Creme.

Wenn Hormone oral als Pillen gegeben werden, dann gelangen sie vom Darm erst mal über die Pfortader in die Leber und werden dort zu 80 bis 85 % inaktiviert. Nur 15 bis 20 % kommen in den hormonabhängigen Organen an. Somit resultiert eine völlig unnötige Belastung der Leber.

 

Im „Frauenheilbuch“ von Heide Fischer, Nymphenburger Verlag finden Sie zahlreiche Heilteerezepturen. Auch mit Heiltees können Sie Ihren Zyklus unterstützen. So gibt es Pflanzen mehr für die erste Zyklusphase, die sind östrogener Natur. Andere Pflanzen für die zweite Zyklusphase sind mehr progesteroner Natur. Mit Hilfe des naturidentischen Progesterons könnten Sie in der zweiten Zyklusphase unterstützen, und zwar ab dem Tag des Temperaturanstieges bzw. nach dem Tag mit dem besten Fruchtbarkeitsschleim. Sie müssten sich allerdings die Frage stellen, ob sich die Zyklusselbstbeobachtung für Sie noch lohnt. Aber immerhin haben Sie noch über 10 % Ihres fruchtbaren Frauenlebens vor sich. Sie würden es jetzt weniger zur Empfängnisregelung machen, sondern mehr zur Wahrnehmung empfindlicher Vorgänge in Ihrem Körper. Dies könnte einem „Kennenlernen“ des Körpers dienen und wäre für diagnostische Zwecke sehr nützlich. Möglicherweise stellen Sie eine Gelbkörperschwäche fest und dann wissen Sie genau, welches natürliche Hormon fehlt. Möglicherweise brauchen Sie gar keine Östrogene. Wenn Sie es dann noch „schwarz auf weiß“ auf einem Laborbefund sehen wollen, dann ist der Speicheltest von größerem Wert als der Serumtest, der üblicherweise von den Gynäkologen durchgeführt wird (siehe: www.salivatest.com).

 

Sie können bestimmt auch einiges über die Ernährung erreichen.

Entgiften Sie den Darm mit Luvos Heilerde ultra zum Einnehmen.

Meiden Sie gesättigte, gehärtete Fette (enthalten in Pommes frittes, Fleisch, Geflügel, Wurst und in allen Möglichen Arten von Schnellkost).

Beginnen Sie mit der Öl-Eiweiß-Kost nach Johanna Budwig (Basis ist das dreifach ungesättigte Leinöl).

Befassen Sie sich mal mit der Möglichkeit der ausleitenden Verfahren (Blutegel, blutige Schröpfbehandlung, Aderlass), wenn Sie nicht gerade unter einer Blutarmut leiden.

 

Ich hoffe, Ihnen einige nützliche Hinweise gegeben zu haben. Umsetzen müssen Sie dies nun selber zusammen mit Ihrem Therapeuten.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

M. van Treek

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Stand: 14. Dezember 2012
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